Archiv der Kategorie: Augenblick

RaumZeit – die Zeit läuft

„Die Zeit läuft ab“, so der Titel eines Bildes von Manfred Diel, Künstler aus Einhausen. Er hat in einer kreativen Schaffensphase nach dem Vorbild seiner Enkelin Nela (13 Jahre)  beherzt zur Acrylfarbe gegriffen und sich mit seinen Ideen und Gedanken zum Thema Natur und Umgang mit der Natur zum Ausdruck gebracht. Seine Bilder faszinieren, machen aber auch sehr nachdenklich. Untertitel wie: Uhu hinter Gittern, „Leben aus der Tube“ oder „feindliche Übernahme“ lassen erahnen, was die Besucher*innen bei dieser Ausstellung erwartet.
Herr Diel wird uns zusammen mit seiner Enkelin Einblicke in ihre  gemeinsame Schaffenskraft geben.
Die Begeisterung  der Enkelin Nela gehört den Monden, die sie in ihren Bildern  sehr ausdrucksstark umsetzt. Sie möchte später Physikerin werden.
So inspirieren und motivieren sie sich gegenseitig, auch wenn jede*r seinen eigenen Stil verfolgt. Es war der Wunsch der Enkelin, einmal zusammen mit dem Großvater eine Ausstellung zu machen.
Wir tun ihr gerne den Gefallen, deshalb haben Sie ab morgen die Gelegenheit, während unserer Öffnungszeiten  bis zum 18. Juli, die besondere Ausstellung zu besuchen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

 

 

 

 

Schaukel mit Seeblick

Manchmal gibt es Überraschungen, wenn man gar nicht damit rechnet. So eine Überraschung gab es jetzt für uns.                                               Den Traum einer Schaukel haben wir ja schon lange. Kinder haben bei den letzten Ferienspielen im Sommer selbst aus Seilen und Holzern eine Schaukel gebaut. Sie war fast immer besetzt. Und sie ist auch nach dem Winter immer noch intakt,  auch wenn der TÜV sie so nie genehmigen würde.

Wir erweitern langsam unsere Ausstattung im Außenbereich. Inzwischen haben wir ein Trampolin, ein Wolkenkino, kleine Steinrutschen, eine Doppelliege und den Balancierbalken. Wir fordern nicht, wir erwarten auch nichts, aber natürlich haben wir Wünsche und ab und zu wird einer erfüllt.
So fuhr in der letzten Woche ein großer LKW vor, beladen mit großen Balken und Baumaterialien.
In wenigen Stunden entstand das Gerüst für eine Doppelschaukel.
Die Schaukelrichtung zeigt auf den See.
In Gedanken verlängere ich von meinem Bürofenster aus die Reichweite der Schaukel und stelle mir vor, dass ich damit bis auf den See schaukeln und mich dann bei sommerlichen Wetter einfach in den See fallen lassen könnte.
Natürlich geht das nicht, aber man darf ja träumen.

Es wird Zeit für Heiterkeit

Gestern hatte ich am Abend ein nachdenkliches Gespräch mit meinem Mann. Er erinnerte sich, wie ich einmal reagierte,  als ich ihm auf seine Frage antwortete, warum ich so lange keinen Blog mehr geschrieben habe. Ich sagte: „Ich komme einfach nicht dazu. Ich weiß gar nicht woher ich noch die Zeit dafür nehmen sollte“.
Hmhm.
Ergo müsste ich jetzt permanent etwas Schreiben können, denn wir sind hier nicht unbedingt mit Anfragen, Besucherkontakten und Veranstaltungen gesegnet. Und ich freue mich über jede Abwechslung, die mich vom Schreibtisch weglocken kann.
Es hat mir so leid getan, dass die Osterferienspiele abgesagt werden mussten, es hat mir auch leid getan, dass der Sensenkurs, der doppelt belegt gewesen wäre, nicht stattfinden konnte. Es tat mir besonders leid, dass wir unser Eiszeitfest nicht durchführen konnten…
Ich sträube mich inzwischen auch gegen die vielen Onlinekonferenzen, ich brauche ein Gegenüber, ich muss den anderen sehen oder in Beziehung treten können…
Ich rede schon mit unseren Wildbienen und versuche die Taufliege zu vertreiben, die sich als Parasit in ihre Nachwuchsplanung einmischt, wenn ich das mal so sagen darf, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Unser Gelände ist tagsüber offen für Radfahrer, Familien mit kleinen Kindern, die gerne im Sand spielen oder Senioren, die auf der Bank am See sitzen. Es ist gut, das zu erleben und in zufriedene Gesichter zu sehen. Wir bekommen viele

„Dankeschöns“ von unseren Besucher*innen, weil sie es zu schätzen wissen an diesem Ort sein zu können.  Ha. Wie witzig, in dem Moment, in dem ich dies schreibe, winken mir Ella und ihre Mutter zum Fenster rein. Ella ist in vielen Gruppen dabei. Bei den Erlachfüchsen, bei „Kinder stärken“, bei den Ferienspielen…

Am wohlsten fühle ich mich im Moment im Garten, denn da gibt es immer etwas zu tun, so auch heute Morgen, als ich mit Stephan im Garten nach den Himbeeren, Erbsen und all den anderen zart wachsenden Pflanzen geschaut habe. Das sind Momente des Glücks.
Ich brauche zurzeit die Erde und Bodenhaftung. Nicht einmal meine Kamera spricht mich an.  Es gibt also kaum aktuelle Fotos. Ich habe genug von Technik und Schreibtischarbeit.
Genug gejammert. Ich spüre ja auch, dass es trotzdem bergauf geht. In der Natur und in der alles umspannenden Coronaproblematik.

 

Umweltministerium fördert Maßnahmen zum Artenschutz

Am 3. März, dem internationalen Tag des Artenschutzes wurde der weltweite Schutz aller Tier- und Pflanzenarten ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt.
In den Anhängen des Washingtoner Artenschutzabkommens werden etwa 5.000 Tier- und ca. 28.000 Pflanzenarten in verschiedenen Gefährdungsstufen aufgelistet.
Dieses Jahr stand der Tag des Artenschutzes unter dem Motto „Wälder und Lebensgrundlagen: Erhalt von Mensch und Planet“.

Heute ist der 5. März.  Mal ehrlich,  haben Sie an diesem Tag bewusst daran gedacht oder davon in der Presse  etwas gehört oder gelesen? Wir haben es leider auch versäumt,  rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen und das ging mir seitdem  nicht mehr aus dem Kopf.
Und das, obwohl wir uns seit Frühsommer letzten Jahres intensiv  mit dem Thema Artenschutz und Artenvielfalt auseinandersetzen und beschäftigen.
Wir erstellten ein Bildungskonzept zum Thema Naturschutz und Biodiversität, erfassten u.a. Wildpflanzen, Heilkräuter und Gartenkräuter auf unserem Gelände und fertigten Steckbriefe und Plakate z.B. für Trachtpflanzen von Bienen an. Wir überlegten angestrengt, wie wir auf einprägsame Art und Weise auf die Artenvielfalt aufmerksam machen und somit aber auch unsere Sorge über den Artenschwund zum Ausdruck bringen könnten.
Wir überlegtem  konkrete Möglichkeiten,  damit man nicht mehr länger wegschauen muss oder unwissend  bleibt , sondern  sich voller Hoffnung auf den Weg machen kann. Ganz in dem Bewusstsein, dass jede*r Einzelne von uns, mithelfen kann, den Schutz von Flora und Fauna  voran zu treiben.  Ob gestärkt und im Aufbruch durch ein neues Bewusstsein oder durch praktische Maßnahmen auf privater Ebene oder in der Solidarität mit anderen Naturschützern, z.B. durch die Mitarbeit in der Biodiversitätskonferenz.  Egal, Hauptsache, ich werde aktiv.

So schlimm die Krise ist, wir nutzten sie, um Bildungsinhalte und unseren Bildungsauftrag zu überprüfen. Wir konnten   Liegengebliebenes abarbeiten und Neues schaffen.
Eine Landesförderung des Umweltministeriums kam da gerade zur rechten Zeit. Mit unseren Projektpartnern ist es uns gelungen, gerade in diesem, schon mehrfach erwähnten Bereich in die Tiefe zu gehen.  Auf großen Plakaten zeigen wir z.B. die Mundwerkzeuge von Bienen und wie sie ihren Nektar oder Pollen von der Pflanze aufnehmen. Auf Steckbriefen beschreiben wir die Pflanze und den Wert für das Insekt, z.B.  Bestäubung  und heben den besonderen Wert der Pflanze auch für den Menschen vor.
Damit wir dieses erworbene Wissen auch gleich sinnvoll für pädagogische Zwecke einsetzen können, entstanden ein Quiz, eine Rallye oder ein Heilkräuterrätsel. Jetzt warten wir darauf, dass Schüler*innen kommen können und sie selbständig auf Entdeckungsreise gehen können, um ihr Wissen zu erweitern und neue Impulse zur Selbstverantwortung  zu finden.

Auch in unserem Garten tut sich was. Ich höre immer wieder von meinem Hausmeister der da sagt: „Wir haben jetzt zwar jede Menge Insekten im Garten, aber …“.  Mit diesem ABER beklagt  er die angebliche Unordnung, die auch den anderen Besucher*innen auffallen würde. Mit Stephan, unserem Permakulturgestalter entwickeln wir aber nach den Prinzipien der Permakultur, wie auch schon in einem anderen Blog berichtet, eine neue zukunftsfähige Form von Gärtnern. Wir orientieren uns u.a. auch an dem „drei Zonen Garten“ von Markus Gastl, der die Begriffe: Schönheit – Vielfalt und Nutzen in den Mittelpunkt stellt. Das alles können Interessierte in einem neuen Programmangebot: „Gärtnern für „Anfänger*innen“ erfahren.
Der Kurs findet viermal im Jahreslauf statt und dauert einen ganzen Tag. Er endet am  Spätnachmittag mit einem gemeinsamen Essen, am Lagerfeuer, am besten mit Produkten frisch aus dem Garten.
Den Flyer hierfür finden Sie bei uns auf der Homepage unter der Rubrik Download.

 

Respekt Captain!

Es ist still geworden, bei uns im Naturschutzzentrum. Wir stellen uns, wie viele andere auch, flexibel auf die Situation ein, aber wir sind hellwach, motiviert und freuen uns über jede positive Entwicklung…

Eine Nachricht von Erhard Renz, unserem Captain, der die Klimalotsen in Sachen KIVA betreut, ließ mich aufhorchen. Hier ein Ausschnitt seiner Mail:
„Bei KIVA sind die Klimalotsen und vor allem die englisch sprachigen Climate Pilots der absolute Renner. Während das deutsche Team stabil bei 540 Teammitglieder mit ca. 10.000 Dollar Darlehen im Monat steht, gehen die Climate Pilots durch die Decke. Wir sind inzwischen über  2.300 Teammitglieder die im letzten Monat 90.000 Dollar verliehen haben. Damit gehören die Climate Pilots zu den 10 Top Teams die am meisten Geld verleihen“.

Darüber wollte ich mit ihm persönlich sprechen und es war in doppelter Hinsicht gut, ihn einzuladen, denn zurzeit haben wir auch eine Praktikantin aus der Geschwister-Scholl-Schule, die sich sehr für dieses Projekt interessiert gezeigt hat.
Ich bin mir ganz sicher, dass Erhard auch einen persönlichen Profit von seiner Arbeit hat, denn er hat eine Ausstrahlung, wie man sie in diesen Zeiten nicht allzu oft erlebt. Selbst unter Einhaltung der Coronaregeln kam seine große Begeisterung für die Sache durch und wir lauschten seinen Entwicklungsschritten. Wie kann das auch anders sein.  Man  hilft ja durch seine Unterstützung anderen Menschen bei der Verwirklichung ihrer Träume oder der Festigung ihrer Existenz. Das ist pure Energie!
Den Anfang unserer Kooperation würde ich trotzdem gerne kurz in Fakten zusammentragen.
KIVA ist eine Organisation, die Microkredite mit einer hohen Rückzahlquote (Ausfall von 4%) an 80 Länder weltweit vergibt. Es gibt unterschiedliche Projekte, die man fördern kann. Wer sich weiter dafür interessiert, hier der Link www.kiva.org.
Die Klimalotsen bekamen damals bei der Gründung vor vier Jahren als Startkapital 500 Dollar und konnten Projekte, die sie vorher genau studiert hatten, jeweils mit 25 Dollar unterstützen. Inzwischen gibt es in diesem Team 540 weitere Teilnehmer*innen, die 560 000 Dollar Kredite vergeben haben. Das muss man sich vorstellen.
Erhard unterstützt die Klimalotsen, zusammen mit unseren BfDlern oder Praktikannt*innen, die wöchentlich Kredite vergeben. Geld ist immer auf dem Konto, wenn auch keine Zinsen, aber die Rückzahlungen der Kredite beginnen ja unmittelbar nach Erhalt.

Wer Erhard kennt, der weiß, dass er immer große Ziele vor Augen hat und so war schnell klar, dass er als „Lenker“ und Administrator merkte, dass das deutsche Potential langsam an seine Grenzen kam. Er wagte den internationalen Sprung und so entstanden das Team: „climate pilots“, was ja, wie Sie gelesen haben, förmlich explodierte.  Seine Rede ist von „2.400  Geldgebern, die nach unserem Denken fungieren“.
In diesem englischen Team arbeitet er mit einer Frau aus Texas zusammen, die vorwiegend mit der Sichtung von ökologischen Projekten beschäftigt ist und die sie dann als Empfehlung an die Teammitglieder weitergibt. Sozusagen eine Vorauswahl.  Eine wichtige Aufgabe, denn viele wollen nur Geld geben, aber sich nicht lange mit der Auswahl der Projekte beschäftigen. Momentan sind 9.000 Projekte im System, da fällt die Auswahl schwer.
Unser Solarexperte Renz ist natürlich weiterhin  besonders an Projekten interessiert die sich mit Solar beschäftigen.
Voller Stolz erzählte er von einer zeitnahen Kreditvergabe, die einmal erklärt, wie schnell es gehen kann. Er bekam am  vergangenen Samstag um 15.13 Uhr eine Anfrage auf den Tisch, bei dem eine Organisation in Sambia um einen Kredit in Höhe von 100 000 Dollar bat. Es ging um Solarlampen.
Das war dann der Startschuss für Erhard. Er prüfte die Anfrage und gab sodann grünes Licht für alle weiteren Teilnehmer*innen der Teams. Voller Stolz zeigte er uns, dass von den ersten zehn Kreditgebern sieben aus dem Team der Klimalotsen und Climate Pilots kam. Um 1:45 Uhr waren die 100 000 Dollar zusammen. Insgesamt haben 2877 Teammitglieder das Geld vergeben. Das waren weniger als 24 Stunden. In einem halben Jahr soll der ganze Kredit zurückgezahlt sein.
Man muss sich die Erfolgsstory von KIVA mal durch den Kopf gehen lassen. Es gibt diese Organisation seit 15 Jahren. Und es gibt bereits 99 Teams, die mehr als 1 Million Dollar vergeben haben und jetzt kommt die Krönung. Noch am gleichen Tag, nach unserem Gespräch, kam die Nachricht, dass das englische Team der Klimalotsen das 100ste Team geworden ist, welches zur Gruppe der Million-Dollar-Vergeber gehört. Hier seine Nachricht mit dem Link: Ups, schon passiert!
Mit Marlene, der Schülerin der zwölften Klasse,  wird Erhard  hoffentlich eine neue Assistentin an seiner Seite haben. Er hat sie gleich in das Projekt eingeführt und ihr Informationen und Zugangsdaten gegeben. Wenn ich mich nicht täusche, sitzt sie eben gerade am Bildschirm und vergibt ihre ersten Kredite.
Sobald es wieder möglich ist und wir wieder Veranstaltungen durchführen können, wird es auch eine neue Auflage der Klimalotsen geben. Diese Kinder ab 10 Jahren werden sich nicht nur mit KIVA beschäftigen, sondern auch mit anderen Themen, die die Klimabildung als Auftrag sehen.  Beate hat bereits ein gutes Programm vorbereitet.
Marlene wird Erhard an den Schulen begleiten. Die Geschwister-Scholl-Schule will mit einzelnen Klassen teilnehmen und Erhard schult zunächst die Lehrer*innen.
So gedeiht dieses Netzwerk weiter und das ist auch gut so. Es gibt bereits Schulen, die sich beteiligen, so zum Beispiel die Erich Kästner Schule in Bürstadt oder auch das Alexander von Humbold Gymnasium in Viernheim.
Anmerkung. Fast alle Bilder sind aus meinem Archiv. Das sage ich wegen des Abstands. Aber es hat mir Freude bereitet, Erhard aufzuspüren und wie Sie sehen, in bester Laune.  Sein Lachen und sein Wirken haben die gleiche Botschaft. Sie sind ansteckend.

 

Auszeichnung: Natur im Garten

Die vergangenen Monate waren für uns, wie für so viele anderen Einrichtungen auch eine Zeit, in der man die mehr als genug Gelegenheit bekam,  Altes und Gewohntes anzuschauen, für Gut zu heißen oder einer Prüfung zu unterziehen. Will ich das noch?  Wir haben einiges über Bord geworfen und an neuen Konzepten gearbeitet. Außerdem konnten wir unseren Garten und das umliegende Gelände ins Auge fassen und haben noch mehr erkannt und gestaunt, wie schön es doch bei uns ist.
So war es auch, als mich eine langjährige Bekannte  anrief. Sie wollte mich besuchen. „Ich will mal  wieder deinen Garten sehen“, sagte sie. „Was könnte sie an unserem Garten  interessieren“, dachte ich. Man muss wissen, Christine hat sich mit Leib und Seele den Pflanzen verschrieben. Sie hat mehr als einen grünen Daumen und kümmert sich ehrenamtlich um den Nachlass einer Pflanzenfreundin mit der Leidenschaft Päonien. Als ich ihren Garten das erste Mal sah, war ich von der Schönheit der Pfingstrosen mehr als begeistert.

Igelquartier

Ich fragte deshalb vorsichtig nach: „Warum willst du unseren Garten sehen? Was haben wir, was du nicht schon hast? Was wissen wir, was du noch nicht weißt? Du bist der Profi.“ Da sagte sie, dass sie unser Konzept zum Gemüseanbau interessiert.  Unser persönliches Gespräch öffnete mir noch mehr meine Augen für unser Kleinod an der Erlache. Begeistert lief sie über das Gelände und den Garten. Und hinterher schickte sie mir gleich weitere Impulse und Links.  Etwas ist dabei besonders in meinem Kopf und Herzen geblieben. Es sind drei Wörter mit großer Bedeutung:                  Vielfalt – Schönheit – Nutzen
Da hat sich doch einiges in den Köpfen der Gartenliebhaber geändert. Das Interesse an den gepflegten Gärten, wie man sie auch in England findet, weicht einem neuen Ansatz. Es kommt eben nicht nur auf die Schönheit an, sondern auch darauf, ob man Insekten und andere tierische Mitbewohner in den Gärten willkommen heißt und der Bauerngarten meiner Mutter ist auch wieder in. Mir kommt das alles sehr gelegen, bei uns gibt es von alledem genug. Auch wenn ich gestehen muss, dass sich erst mit den Jahren meiner Tätigkeit hier im NZB mein Blickwinkel geändert hat. Ich war vollkommen unbekümmert. Nicht zu vergessen: Ich bin Pädagogin. Ich hatte sozusagen nur wenig Ahnung von Pflanzen und Gartenpflege, nur ein gutes Gefühl. Die Wildheit, aber auch das Natürliche  in unserem Außenbereich kam auch daher, weil wir gar keine Zeit für eine sogenannte Vorzeigeanlage hatten. Heute sage ich: Gott sei Dank.
Zurück zu Christine Bahlo. Ihre Einladung, dass ich  sie in den nächsten Tagen besuchen soll, nahm ich gerne und neugierig an, denn da sollte der Landgarten Frank  als Naturgarten ausgezeichnet werden.
Als ich eintraf waren die Botschafter Katharina Bauer und Steffen Schulze schon mit der Sichtung beschäftigt und ich hörte gespannt zu, welche Anforderungen gestellt werden. Immer deutlicher wurde mir vor Augen geführt, dass wir da schon auf einem guten Weg sind. Nachdem ich meine Gedanken auch laut geäußert hatte, sagte Herr Schulze  zu mir: „da sind wir uns bereits sicher, denn wir haben uns schon einmal im Internet mit eurer Homepage beschäftigt“.
Ein zweiter Termin für diesen Tag rückte aus organisatorischen Gründen nach hinten und so schlug man vor, ob man sich nicht schon heute unseren Garten und die dazugehörige Außenanlage anschauen könnte. Zwei Stunden liefen wir von einem Ort zum anderen und ihre Begeisterung für das Geschaffene für Mensch und Natur nahm kein Ende.
Jetzt gehören wir zu der großen Familie: Natur im Garten. Hier der Pressebericht, den mir die Generalsekretärin Frau Lackner zukommen ließ:

 „Natur im Garten“ Auszeichnung geht an drei vorbildliche Gärten in Hessen

 Die ‚Natur im Garten‘ Familie wächst weiter.  Mit der „Natur im Garten“ Plakette ausgezeichnet wurden das Naturschutzzentrum Bergstraße, der Freundeskreis Erlenbacher Tierpark der Gemeinde Fürth e.V. und der Landgarten Frank. Drei Gärten, die ein Naturparadies und Wohlfühloase für Mensch und Tier sind. 

Seit 2012 werden „Natur im Garten“ Plaketten in Deutschland verliehen. Die „Natur im Garten“ Plakette ist eine Auszeichnung für naturnah gestaltete und gepflegte Gärten. Grundlage sind die drei Kernkriterien: Gärtnern ohne chemisch-synthetische Pestizide und Düngemittel sowie ohne Torf. Weiters muss im Garten die Biodiversität gefördert werden. Standard sind die Naturgartenelemente wie Blumenwiese, Obstgarten, Mulchen, Regenwassernutzung oder Wildstrauchhecke. Dann kann sich der Garten Naturgarten nennen und erhält die „Natur im Garten“ Plakette sowie eine Urkunde im

Eidechsen

Rahmen einer Gartenbesichtigung. In einem ökologisch gepflegten Garten haben durch die Vielfalt der Elemente auch jene Tiere ein Zuhause, die spezielle Nahrungspflanzen oder Strukturen wie Totholz, Wildwuchs, Mischhecken oder Laubhaufen benötigen, wie diverse Schmetterlinge, Vögel und Igel. Je vielfältiger der Garten, umso leichter stellt sich ein natürliches Gleichgewicht der Arten ein und die Nützlinge unter ihnen helfen uns beim biologischen Pflanzenschutz.

Das Naturschutzzentrum Bergstraße in Bensheim ist eine Einrichtung für Umweltbildung, der einen Ort der Begegnung zwischen Mensch und Natur auf ganz besondere Art und Weise darstellt. Der Garten des Naturschutzzentrums hat eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren und alle Naturgartenelemente. In der Zeit, wo der Mensch sich dem Ernten der Früchte der Natur widmet, durfte „Natur im Garten“ zu Gast sein. Volle Punktzahl bei den Prüfkriterien veranschaulicht eine „ERNTE“ der geleisteten Arbeit. Eine Kräuterspirale, der Froschteich, ein Bauerngarten, Bienenhotels und mehrere Bienenvölker, eine Trockenmauer und noch viel mehr gibt es zu entdecken. Für die pädagogische Leiterin Veronika Lindmayer ist es selbstverständlich mit der Natur zu arbeiten und daher passt die Zertifizierung durch „Natur im Garten“ perfekt in das Konzept. Dankeschön für das sprichwörtliche TUN aller Engagierten des naturschutzzentrums Bergstraße. Also, wir freuen uns über diese Zertifizierung. Das spornt uns weiter an. Wir sind auf einem guten Weg.
Wer sich auch für die Aktivitäten von „Natur im Garten“ interessiert:
www.naturimgarten.at
www.facebook.com/naturimgarten
www.youtube.at/naturimgarten

 

Re-Gnose – der Blick zurück und doch nach vorne

Das Wort Re-Gnose habe ich vorher in meinem Leben noch nie gehört, wohl kenne ich den Namen des Autors, der diesen Begriff in einem Artikel verwendete, viel mehr noch, er erklärt, wie er als Zukunftsforscher mit Menschen eine Methode anwendet, die diesen Zustand beschreibt. Die Rede ist von Matthias Horx, Publizist und Zukunftsforscher.  Er schreibt, dass er zurzeit sehr häufig die Frage gestellt bekommt, wann Corona vorbei sein wird. Seine Antwort: niemals. Er beschreibt die jetzige Zeit als einen historischen Moment, in der die Zukunft ihre Richtung ändert. Er nennt sie sogar Tiefenkrise.
Zunächst bin ich erschrocken, aber nachdem ich selbst erfahren habe, dass jede Krise auch eine Chance bedeutet und ich sehr wohl die Chance für mich erkannt habe, las ich diesen Artikel mit großer Neugier.
Re-Gnose erklärt er so, dass man, anders als bei der Prognose, bei der man den Blick in die Zukunft wendet,  seinen Blick aus der Zukunft in die Vergangenheit richtet. Er gibt uns ein Beispiel. Er beschreibt einen möglichen Moment im September 2020. Ich zitiere: „Stellen wir uns vor, wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt. Es ist warm und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee wieder wie früher? Wie damals vor Corona? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?  Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte , die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil, nach einer ersten Schockstarre fühlten sich viele von uns sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam.“
Dieser Artikel birgt in sich soviel Potential zum Nachdenken und zur Erkenntnis und er macht Mut.  Er ist sich sicher, dass unser Verhalten das Entscheidende war, warum wir bislang so glimpflich davon gekommen sind. Die Veränderung der sozialen Verhaltensformen sei die Glücksformel und nicht so sehr die Technik oder künstliche Intelligenz.  Und wir würden unsere Aufmerksamkeit mehr auf die humanen Fragen richten. Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander? Wir würden staunen über unseren Humor und die Mitmenschlichkeit, die wir in der Krise bewiesen haben.
Wer sich für den ganzen Artikel interessiert, dem empfehle ich den Artikel auf seiner Homepage: „48 – Die Welt nach Corona“. Matthias Horx
Warum schreibe ich davon in meinem Blog?  Ich finde es richtig, immer wieder mal zurück zu schauen, zu reflektieren, zu fühlen… Was hat diese Krise bislang mit uns gemacht? Schon die leichten Lockerungen und Öffnungen zeigen mir, wie wackelig und nicht gefestigt die neuen Sichtweisen der Solidarität und des  Gemeinschaftsgefühls noch sind. In dieser Woche war dies  bereits deutlich spürbar.
Der Puls schlägt schneller. Die Achtsamkeit lässt spürbar nach, der Blick für die Natur wird wieder leicht oberflächlich. Warum? Weil das Telefon wieder häufiger klingelt, weil …
Wie kann ich in mir bewahren, was mir in den vergangenen Wochen an Erkenntnissen offenbart und geschenkt wurde. Wie kann ich es schaffen, dass ich mir auch weiterhin die Zeit zum Nachdenken nehme und Ruhe für das Wesentliche finde?
Ich habe es besonders genossen, am Abend in Ruhe im Garten zu arbeiten den Bienen, Schmetterlingen, der Zauneidechse zuzuschauen und selbst den Maulwurf konnte ich  minutenlang in Ruhe beobachten, weil er sich ungestört fühlte.
Und dann, gestern meine erste Begegnung mit Kindern nach zwei Monaten. Ich spürte ihre Freude am Wiedersehen und es waren ihre Blicke und ihr Entdeckerdrang, der sie zu den bekannten Stellen und Plätzen führte. In der Schlussrunde fragte ich sie, mit welchen Gedanken sie heute nach Hause gehen. Emil sagte: „es war der schönste Tag seit langem“. Da nickten alle, ich auch.

 

 

Unser Traum vom Garten

Als Kind war ein Garten für mich unwichtig, weil selbstverständlich. Meine Mutter hatte den grünen Daumen, Entspannung fand sie im Garten.  Heute denke ich in guter Erinnerung an unseren Garten und ich gebe mir alle Mühe, ihr nachzueifern oder mir zumindest gärtnerisches Wissen anzueignen.
Die Gelegenheit hatte ich, als ich Helga im Frühjahr 2007 kennenlernte. Helga war Biobäuerin im Odenwald und gerade von einer schweren Krankheit genesen. Jetzt wollte sie nur noch ihr Wissen  an Menschen weitergeben und bei uns fand sie Gehör.   Sie schlug uns vor, einen Garten anzulegen. Wir waren begeistert und sie plädierte für eine Fläche, mit der sich eine 3köpfige Familie selbst versorgen könnte.
Als Unwissende standen wir vor ihr und konnten  gedanklich kaum folgen, als sie die nächsten Schritte vorstellte. Ich wollte aber unbedingt alles verstehen, denn ich dachte mir, dass wir mit diesem Projekt auch noch andere unbedarfte, aber interessierte Menschen mit dem gleichen Wunsch sich selbst zu versorgen, ansprechen könnten.
Zunächst wurde die Fläche großflächig durchpflügt und der Boden vorbereitet. Dann entstanden Beete und Wege durch das Aufbringen von Rindenmulch und nach und nach hoben wir auf verschiedenen Flächen die Erde bis  auf einen Meter tief aus, um  Hügelbeete  zu bauen. Man muss wissen, dass unser Boden sehr sandig und stark von den Spuren des Kiesabbaus verfestigt war. Es musste also unbedingt etwas für die Verbesserung des Bodens getan werden. Wir legten in die ausgehobenen Bereiche starke Äste, Zweige und andere natürliche Materialien wie Rinde, Pferdemist oder Mulch… und bedeckten es mit Erde. Das Ergebnis der Ernte im nächsten Jahr war erstaunlich. Es wuchs alles viel besser. Mit der Zeit bekamen wir ein Frühbeet dazu und inzwischen haben wir zusätzlich zwei Hochbeete. Auch unser Gewächshaus finde nicht nur ich sehr gelungen.
Wir schützten unsere Pflanzen vor Rehen und Hasen durch ein Zaun, erst mit Weiden, dann mit einfachen Brettern, der nach und nach durch einen Lattenzaun ersetzt wurde.
Blumen- und Gemüseanbau halten sich in etwa die Waage.
Sehr begehrt, und das Herz des Gartens, ist das Kräuterbeet, weil dort nicht nur Kinder nach Herzenslust probieren und ernten können, zum Beispiel für Tomatensoße und Pizza oder Tee.  Wir lernten auch zu unterscheiden zwischen Gartenkräutern und Wildkräutern.
Helga war anfänglich noch rege dabei. Sie war die liebevolle  Gartenfee, die anpflanzte, jätete und uns unterrichtete . Die Krankheit kam aber zurück und sie verstarb. So waren wir auf uns alleine gestellt und wenn ich heute in den Garten gehe, und mir unsicher bin, dann frage ich im Geiste meine Mutter oder Helga, wie ich weiter vorgehen soll.
Vielleicht haben sie mir  deshalb Stephan geschickt.  Wir kennen ihn seit ein drei Jahren. Er ist Permakulturdesigner und mich überzeugte sein Ansatz. Von Sepp Holzer, dem  sogenannten Papst der Szene, habe ich schon im Fernsehen Berichte gesehen und war tief beeindruckt, wie er brach liegende Flächen vor allem in den Bergen wieder zum Leben erweckte und dabei dafür sorgte, dass man nach einer guten Planung auch Arbeitserleichterungen und verbesserte Bodenbedingungen erreichen konnte. Wir wollten bei Stephan in die Lehre gehen und tun es immer noch. Das ist mir anfänglich schwer gefallen, denn ich bin so richtig in meinem Element, wenn ich unwillkommene Gräser und Wildkräuter entfernen kann. Manchmal habe ich mich regelrecht dabei abreagiert und erholt. Er aber wiederholt gebetsmühlenartig, dass man niemals die pure Erde sehen, sondern sie immer mit Mulch,  Stroh oder Gras  bedeckt halten sollte.
Ich schaffte mir dann meine Zonen, den Bereich der Blumen, in dem ich mich weiter austoben konnte. Mit einem Auge aber schielte ich  auf seine Vorgehensweise und wir näherten uns an.
Am Jahresende besprachen wir die Ergebnisse und passten sie für die neue Saison an. So haben wir weiter den Boden verbessert, nachdem wir auch die Ergebnisse der Bodenproben einfließen ließen, dann haben wir analysiert, warum das Gemüse hier gut gedeiht, an einer anderen Stelle im Garten aber nicht. Zum Beispiel haben wir kein Glück mit der Anzucht von  Karotten.
Inzwischen ist der Garten eine persönliche Augenweide und Herzensangelegenheit für uns alle im Team geworden und es gibt auch richtig gute Ernteerfolge. Der Mangold hat es über den Winter geschafft und auch meine Zitronenverbene, die einen besonderen Duft verströmt, schaffte eine Überwinterung im Freien und seit letzter Woche freue ich mich über die ersten Triebe. Auf diesen Moment wartete ich seit Mitte März.

Aktuell 2.Mai 20

Ganz aktuell wurden in der letzten Woche Spinat, Salat und Radieschen geerntet und viele Samen ausgesät, denen wir gerne täglich beim Wachsen zusehen würden. Ein Maulwurf fühlt sich auch wohl. Früher  hätte ich ihn als Feind betrachtet, aber Stephan versichert uns, dass er lediglich auf unsere Wühlmäuse Appetit hat. In Zeiten von Corona arbeiten wir deshalb verstärkt und intensiv an einem neuen Konzept, wie wir unsere Erfahrungen auch mit anderen Menschen teilen könnten. Die Bilder sind nicht chronologisch geordnet. Wen es interessiert, es gibt schon Einträge zum Garten aus den Anfängen.

 

 

 

 

Steinzeitkleber – selbst gemacht!

 

Vor einigen Wochen fand Gerhard ein geschliffenes Steinbeil aus der Jungsteinzeit, das ist so in etwa drei bis fünf tausend Jahre alt. Ich hätte das für einen ganz normalen Stein gehalten, aber er freute sich so sehr über diesen Fund, der bei Baggerarbeiten zu Tage kam.  Er freute sich auch noch Tage später und studierte fleißig die passende Fachlektüre dazu. Immer wieder rollte er seinen Stein in seinen Händen, um dann wieder nachzudenken oder nachzulesen. Ich kenne ihn schon lange genug, um zu wissen, dass ihn dieser Fund wirklich beschäftigte.
Und weil, dank Corona, die beruflichen und ehrenamtlichen Termine, sich zurzeit sehr in Grenzen halten, blieb auch mal die Zeit für ein Experiment.
„Kann ich bitte eine Dose von dir haben“, so begann dieser Prozess. Ich möchte Birkenpech herstellen. Ich fragte nicht weiter nach und opferte gerne meine Keksdose. War eh zu groß, ich back lieber kleinere Kekse.
In einem Karton bewahrte er bereits Birkenrinde auf. Diese hatte er zuvor an einem Frühlingsabend in mühevoller Kleinarbeit am NZB in der Wildnis geerntet. Zwei Birken waren sehr morsch und sind nach dem letzten Sturm nicht mehr zu erhalten gewesen.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass aus dieser Rinde, die er sehr ordentlich einschichtete, mal ein steinzeitlicher Kleber werden sollte, aber was soll´s, er soll seinen Spaß haben.
Ich würde ihm dann hinterher erzählen, dass ich das auch schon mal mit Wilfried bei der Steinzeitwerkstatt gemacht habe, leider mit einer mageren Ausbeute, also nicht der Rede wert.
Den Kindern kam es damals auf ganz andere Dinge an und mir blieb der Sinn auch verborgen.
Am Samstagabend war es dann soweit. Ich beobachtete aus der Ferne seine Betriebsamkeit. Eine leere Wurstkonserve verbuddelte er in der Erde an der Feuerstelle, auf die stellte er seine Keksdose mit wertvollem Inhalt, zu erwähnen wäre aber noch, dass die Dose am Boden ein Loch hatte. Aus diesem Loch sollte dann das Birkenpech in den unteren Behälter fließen.  Damit alles schön abgedichtet war, schmierte er um die Verbindungsstelle etwas Lehm.
Jetzt wurde es richtig heiß. Gute eineinhalb Stunden loderte nun das Feuer auf hohem Niveau. Eine sehr besinnliche Zeit, während dieser ich mich mit einem Liegestuhl und einem Glas Wein dazu gesellte. Das war nach meiner Vorstellung. Gerhard wäre in der Steinzeit auch schon ein guter Jäger und Handwerker gewesen. Auf jeden Fall kann er gut beobachten, hat eine große Ausdauer und Begeisterung und das sind schon mal gute Voraussetzungen.
Dann wurde es ernst. Die Zeit lief ab. Ich überlegte mir schon, wie ich ihn hinterher trösten könnte, ganz ehrlich, ich war skeptisch.
Er räumte die abgebrannte Glut zur Seite und wartete… Mir hätte es schon viel zu lange gedauert, ich wollte  endlich wissen, ob das nun  gelungen war oder nicht.
Dann kam der feierliche Moment. Mit Handschuhen hob er die verkohlte Keksdose ab. Und dann wartete ich nur noch gespannt auf die Miene meines Mannes.
Er hat so einen bestimmten Blick, wenn etwas gut gelungen ist oder wenn er einen tollen Fund gemacht hat und … ja, dieser Blick sagte alles. Freude, Erstaunen, Stolz, das sind die Worte die mir spontan einfallen und in der Tat, es war wirklich ein besonderer Moment, auch für mich. Die halbe Dose war mit einer schwarzen Flüssigkeit gefüllt. Das Wasser musste noch verdampfen und in dieser Zeit konnten wir die Keksdose öffnen. Das war auch interessant. Alles war verkohlt und raschelte wie Seidenpapier.
Respekt Gerhard! „Gut gemacht Opa“, würde sein Enkel jetzt sagen.
Natürlich kommt jetzt Teil 2. Er will sich so ein Steinbeil selbst herstellen und es mit diesem Birkenpech in einen Schaft einkleben, wie das die Steinzeitler auch so gemacht haben. Ich bin sicher, dass ihm das auch nicht nur wieder Spaß macht, sondern wirklich auch gelingen wird.

 

 

Interview mit einem Spatz

Es wäre im Naturschutzzentrum in diesen Tagen sehr, sehr still, wenn es da nicht unsere Spatzen gäbe. Natürlich hört man inzwischen auch die Nachtigall oder den Grau-und Grünspecht, aber unsere Spatzen sind wirklich nicht zu überhören. Gestern Nachmittag hab ich ein Stück Kuchen draußen gegessen. Ich stand zwischendurch mal auf, um im Garten nach dem Rechten zu sehen. Als ich zurück kam, waren alle Kuchenkrümel gegessen. Mir war schnell klar, wer das war.
Auch wir MitarbeiterInnen beobachten bei unserem täglichen Teamgespräch draußen, wie munter unsere Spatzen schon früh am Morgen sind. Heute morgen erlebten wir eine Szene, bei der mehrere Spatzen richtig  lautstark miteinander zeterten.

Im Team befassen uns schon seit längerem mit unseren geselligen Mitbewohnern. Unsere Spatzen laden regelrecht ein, sie als Vertreter der Gebäudebrüter genauer ins Visier zu nehmen. Beate, unsere Biologin, hat sich zusammen mit Leonie und Michale mit ihrer Biografie und Lebensweise auseinandergesetzt. Ich habe das Thema als Idee aufgegriffen und eine Geschichte über ihre Beziehung zu uns Menschen geschrieben. Diese haben wir im vergangenen Jahr auch schon den Kindern erzählt, die hier mit der Kita oder Schule zu Gast waren.

Zunächst zitiere ich Beate. Sie lässt Hans, den Haussperling  zu Wort kommen.
„Obwohl wir Spatzen als unverwüstlich galten und früher in allen Gärten lebten, sitzen wir heute auf dem absteigenden Ast. Das heißt, es gibt nicht mehr so viele von uns, so dass wir schon auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Brutvögel Deutschlands zu finden sind.
Ich wünsche mir mehr Gärten in denen wir Spatzen unsere Nester bauen dürfen. Moderne Häuser lassen uns keinen Raum zum Nestbau. Hier wünschen wir uns Nistkästen und eine verwilderte Ecke im Garten, wo wachsen darf, was will und wo es viele kleine Krabbeltiere gibt. Denn wir brauchen Insekten als Nahrung für unsere Kinder.
Wenn unsere Jungen aus ihren Eiern geschlüpft sind, sind sie noch so klein, dass sie weiches Futter benötigen, also kleine Insekten und Raupen. In vielen Gärten finden wir nicht genug Insekten.
Bei guter Fütterung wachsen unsere Spatzenkinder aber schnell, so dass sie nach 16 Tagen fast alle gleichzeitig  ausfliegen können.“

Und hier meine Geschichte mit anschließenden Spatzeninterview.
Die Geschichte erzählt von einer Spatzenkolonie, die seit 15 Jahren hier im Naturschutzzentrum ihr Zuhause gefunden hat. Ein paar kluge Menschen haben sich wohl gedacht, dass es genug Platz gäbe unter dem Dach des NZB, um den Spatzen eine kostenfreie Wohnung zur Verfügung zu stellen. Hier gebe ich den Spatzen eine Stimme und lass sie erzählen:
Tierfreund: „Wie geht es euch hier bei uns im NZB?  … .. Oh. Bitte nicht alle auf einmal. Wie wäre es mit dir!“
Hans, der Spatz: „Ach, das ist gar nicht so einfach zu beschreiben, wie es uns hier geht. In den letzten Jahren wird es ganz schön eng und heiß unter dem Dach. Aber, Ernst beiseite. Wir fühlen uns sehr wohl hier. Ihr könntet das auch merken oder besser gesagt hören. Denn immer wenn es uns gut geht, dann pfeifen wir es auch vom Dach. Wir können ziemlich laut unsere Stimme erheben. Manchmal halten sich die Menschen deshalb schon die Ohren zu oder setzen sich woanders hin, weil sie sich nicht mehr unterhalten können. Das ist uns aber egal.“
Tierfreund: „Wir freuen uns, wenn wir euch sehen und hören. Gibt es etwas, was ihr bei uns Menschen beobachtet?“
Hans, der Spatz: „Da gibt es einiges zu sagen. Wenn ihr Menschen in der Nähe seid, dann fühlen wir uns nicht mehr ganz so frei und unbekümmert. Vor allem beim Baden fühlen wir uns stark beobachtet. Naja, wir wissen schon, dass von euch keine Gefahr ausgeht… Ähm keine? Ok, vielleicht muss ich mich korrigieren.“
Tierfreund: „Was heißt korrigieren?“

Hans, der Spatz: „Wenn ihr Menschen das Gelände wieder verlasst, wenn es wieder still wird, dann schauen wir nach, ob ihr auch alle euren Müll wieder mitgenommen habt. Haha. Wieder so ein Witz von mir. Natürlich haben wir kapiert, dass ihr, genau wie wir, gerne futtert. Wir müssen uns aber unsere Nahrung hart erfliegen, aber ihr macht einfach eure Brotdose auf oder füllt euren Teller mit Bergen von Leckereien.“
Tierfreund: „Ja, und weiter?“
Hans, der Spatz: „Nichts weiter. Dann fällt was runter oder bleibt was liegen und das schnappen wir uns. Ist ja viel einfacher für uns. Aber manchmal wundern wir uns auch  über euch. Was euch alles so schmeckt, ihh.“
Tierfreund: „Ok, die Geschmäcker sind verschieden, aber warum wundert ihr euch?“
Hans, der Spatz: „Ja, bekommt ihr denn kein Bauchweh? Manchmal grummelt es ganz schön. Ein bisschen viel Süßkram. Da lobe ich mir doch mein Körnermüsli oder das zarte Fleisch einer Raupe. Aber ich will gar nicht ablenken.  Manch buntes und hartes Essen kriegen wir gar nicht runter. Wird immer mehr von dem Kram. Wie nennt ihr das Zeug denn? Es knistert, glitzert und raschelt und schmeckt nach Nichts.“
Tierfreund: „Oje, du meinst die Plastikverpackungen. Aber die darf man doch gar nicht essen.“
Hans der Spatz: „Woher sollen wir das denn wissen. Manches nehmen wir dann einfach nur als Wohnungseinrichtung.“
Tierfreund: „Ich glaube, ich habe heute etwas Wichtiges verstanden. Ich werde den Gästen des NZB eine Botschaft an die Wand hängen und alle Kinder informieren. Hilf mir, was soll ich ihnen schreiben?“
Hans, der Spatz: „Ok.  Also,  ihr seid auf jeden Fall alle herzlich willkommen.  Und ihr dürft so laut sein, wie ihr wollt, wir dürfen das nämlich auch.“
Tierfreund: „Oh, da habe ich einen Einwurf. Da bin ich nicht ganz deiner Meinung. Ich finde, man muss nicht immer laut hier sein. Die Kinder hier lieben auch die Stille. Da kannst du mit deinen Freunden noch etwas lernen.“
Hans, der Spatz: „Mal sehen, aber weiter geht´s im Text. Freut euch, wenn euch eure Eltern ein gutes Frühstück eingepackt haben. Es macht auch nichts, wenn für uns nichts übrig bleibt, weil wir sowieso lieber, Körner, Samen, Insekten oder Raupen fressen. Wenn ihr dann satt seid, dann packt schnell alles wieder weg.
Wenn ihr uns mal aus der Nähe betrachten wollt, dann gebe ich euch einen Tipp. Setzt euch ruhig hin, bewegt euch nicht, das erschreckt uns nur, und habt etwas Geduld. Vielleicht treffen wir uns ja auch zu einem Stell-dich-ein auf der Wiese. Vergesst nicht, wir sind eure Freunde und brauchen euch. Das mit den Futterzapfen im Winter, ein Energiecocktail für uns, klappt doch schon prima.

 

 

Denk nach! Mach es selbst.

Ich gebe zu, mit meinem Blog über Plastik trage ich nicht zu einer inneren Heiterkeit und Leichtigkeit bei. Ich versuche ja im Moment immer, bei all dem was ich tue, darauf zu achten, dass ich optimistisch gestimmt werde oder bleibe. Zumindest zuversichtlich und hoffnungsvoll.
Dieses Problem mit dem Plastik kann einen ganz schön runter ziehen. Doch, es nützt nichts. Gerade als Oma mit einem Enkel der bald zwei Jahre alt wird, ist mir das ein Anliegen. Er nimmt immer noch gerne Kontakt mit einem Gegenstand über den Mund auf. Wie oft fällt mir da auf, dass es kein spielzeuggeprüfter Artikel ist, den er vielleicht gerade ablutscht. Also, es lohnt sich darauf zu achten, das Spielzeug für Kinderhände tauglich sind.
Was wir auf jeden Fall geschafft haben, ist eine deutliche Sensibilisierung in unseren eigenen Reihen und darüber hinaus und da halte ich es gerne mit dem sinngemäßen Spruch aus Afrika:

Wenn an vielen kleinen Orten, viele kleine Leute, viele kleine Dinge tun, dann können sie das Gesicht der Welt verändern. Ich finde, dass dazu gerade ein richtiger Zeitpunkt ist, auch über diese Problematik nachzudenken.
Was hat sich diesbezüglich bei mir verändert? Ich kaufe seltener im Supermarkt ein, dafür aber überlegter. Was brauche ich und wie viel davon. Die Konsequenz z.B. ist, dass ich kaum mehr Reste habe, die ich schon einmal nicht mehr in Plastikdosen in den Kühlschrank stelle. Falls etwas übrig bleibt, dann ist auch ein Glas doch viel besser.
Wenn ich mir jetzt Kosmetik oder Haushaltsartikel kaufe, dann nur noch das, was ich nicht anders ersetzen kann. Essig ist ein super Haushaltsreiniger und dieses Natron ein wahres Wundermittel.
Einer guten Freundin, von der ich das Buch über Natron geschenkt bekam, bin ich zu großem Dank verpflichtet. Ich habe es gleich mal meiner Mitarbeiterin ausgeliehen, von der ich wusste, dass sie schon mit Alternativen experimentiert. Sie war begeistert und so fand auch schon ein erster Kurs zum Thema: „Natron, der Alleskönner“ erfolgreich in unserem Hause statt. Gab es am Anfang ein Problem, z.B. weil jemand das „falsche“ Natron kaufte, das grobkörnig und die Creme dann nicht streichfähig war, dann konnte Beate sofort Rat geben.
Für alle, die gerade ein bisschen mehr Zeit übrig haben, könnte es interessant sein, sich das Handbuch Natron zu besorgen.

Auf jeden Fall lohnt es sich, die Kokosöl-Deocreme auszuprobieren.
Rezept:
3 TL Kokosöl
2TL Natronpulver
2 TL Speisestärke
Natron und Stärke mischen und mit Kokosöl verrühren, bis eine cremige Paste entsteht. Fertig.

und  noch ein Rezept:

Handspülmittel
1 TL Natron
100ml neutrale Flüssigseife
400ml Wasser
Natron in eine Flasche geben
Flüssigseife oder Soda dazu geben und mit Wasser auffüllen.
Das Mittel immer vor Gebrauch kurz schütteln.

Ich könnte jetzt noch viele bereits erprobte und für gut befundene Rezepte weitergeben, aber werden Sie doch selbst aktiv.
Das Rezept für meine neue Lieblingshandcreme kann ich Ihnen in Zeiten von  Corona besonders empfehlen. Es ist auch in diesem Buch vorgestellt..
Beate hat uns bereits mit ihrer Begeisterung angesteckt, mehr noch, sie hat uns überzeugt.

 

Plastik, unser täglich Leben?

Wenn die Krise einen positiven Effekt haben sollte, und den hat sie natürlich in verschiedenen Bereichen, dann gehört für uns hier im Team auch die Möglichkeit der intensiveren Auseinandersetzung mit umweltrelevanten Themen dazu.
Wir überprüfen unsere naturpädagogischen Angebote, ob und wie viel Impulse der Information, aber auch des Nachdenkens darin vorkommen oder noch vorkommen müssen. Im normalen Tagesgeschäft fehlt uns einfach dafür die Zeit, in die Tiefe zu gehen.
So haben wir beschlossen, als Grundlage die 17 Nachhaltigkeitsziele nutzend, Schwerpunkte unseres Alltags zu finden, um uns noch intensiver mit Risiken des Nichthandelns zu beschäftigen.
Wir wollen unser eigenes Wissen mehren, das Bewusstsein stärken und dann in kleinen Schritten zu Verhaltensänderungen anregen.

Begonnen haben wir mit dem Thema Plastik. Mit diesem Thema haben sich bereits im vergangenen Jahr unsere BfDler Martin und Raphael sehr intensiv beschäftigt. Ausgegangen sind wir von der Beobachtung, dass Kinder, die hier bei uns ihr Frühstücksbrot auspackten, teilweise achtlos, ihren Verpackungsmüll oder Reste aus der Brotdose  zurückließen.
Hinterher beobachteten wir die Spatzen, wie sie sich über die Überbleibsel hermachten und auch den Plastikmüll in ihre Behausungen trugen.
Also haben wir bei zukünftigen Klassenbesuchen das Problem mit dem  Plastikmüll angesprochen. Dazu haben wir u.a. eine Geschichte aus der Sicht der Spatzen geschrieben. Alle Kinder konnten sofort etwas damit anfangen und waren ernsthaft bemüht und sensibilisiert.

Jetzt also eine Fortsetzung zu diesem Thema. Wir hatten uns vorgenommen, dieses  von unterschiedlichen Seiten (Vor- und Nachteil) zu beleuchten. Allein bei unseren Treffen, in denen wir uns über unsere Recherchen unterrichteten, zeigte mir, dass wir alle auch persönlich von dieser Auseinandersetzung profitieren werden.

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Leonie, unsere derzeitige BfDlerin, beschäftigte sich damit, was Kunststoff überhaupt ist. Hier ein Auszug:
„In unserem Alltag begegnen uns regelmäßig Kunststoffe in den verschiedensten Farben und Formen. Egal ob in Küchengeräten, Kinderspielzeug oder in der Kleidung. Die meisten synthetischen Kunststoffe werden ursprünglich aus Erdöl gewonnen. Wird ein Kunststoff aber durch die chemische Veränderung von in der Natur bereits vorkommenden Polymeren hergestellt, ist er halbsynthetisch. Solche natürlichen Polymere sind beispielsweise Zellulose oder auch Baumharze,  die historisch in ihrer Reinform als die ersten Gummis benutzt wurden.
Zusatzstoffe ermöglichen, aus einem einzigen Kunststoff die unterschiedlichsten Produkte herzustellen. Einige der wichtigsten Zusatzstoffe sind Weichmacher, Stabilisatoren, Verstärkungsmittel und Farbmittel.
Kunststoffe haben viele wirtschaftliche Vorteile. Sie sind günstig herzustellen, leicht formbar und außerordentlich langlebig. Allerdings ist Plastik nicht gleich Plastik: Die Verrottungsdauer der einzelnen Kunststoffarten unterscheidet sich maßgeblich. Überrascht hat mich zum Beispiel, dass eine dünne Plastiktüte, mit der oft Obst und Gemüse verpackt wird, 10 bis 20 Jahre benötigt, um vollständig zersetzt zu werden. Die Verrottung nur einer einzigen Angelschnur sogar 600 Jahre.
So passiert es häufig, dass Plastik in seiner Langlebigkeit irgendwann den Weg in die Tierwelt findet, wo es irrtümlich für Nahrung gehalten wird und sogar an Jungtiere verfüttert wird. Vor allem Meereslebewesen sind durch die Abfälle bedroht, da besonders viel Plastik durch Flüsse ins Meer gerät.
Ein weiteres, zu großen Teilen unsichtbares Problem ist zudem das,der Mikroplastik.
In Deutschland ist das vor allem der Autoreifenabrieb, aber auch Textilfasern, die sich beim Waschen lösen, zählen dazu. In manchen Produkten ist Mikroplastik absichtlich enthalten, um als Trübungsmittel oder Reibkörper, wie bei vielen Zahnpasten, zu dienen.
Eine Stoffgruppe, mit der ich mich genauer auseinandergesetzt habe, gerade weil sie recht bekannt ist, ist die der Weichmacher. Viele Weichmacher sind schon ab geringen Mengen gesundheitsschädigend, sie können Nieren und Leber angreifen oder die Fähigkeit zur Fortpflanzung beeinträchtigen.

Um einen Eindruck zu bekommen, worin Weich-PVC enthalten ist, habe ich verschiedene Plastikprodukte auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Unter anderem ist mir der Stoff in Bodenbelägen, Teichfolien, Wasserbällen und sogar Kinderplanschbecken aufgefallen. Da Hersteller nicht dazu verpflichtet sind, die verwendete Zusätze anzugeben, blieb ich ahnungslos darüber, ob die verwendeten Weichmacher gesundheitsschädlich sind.

Durch diese schlechte Transparenz lohnt es sich, Kunststoffe im eigenen Alltag kritischer zu betrachten. Um dem Konsum solcher eventuell schädlichen Produkte vorzubeugen, können Verbraucher zum Beispiel auf den Hinweis „PVC-frei“ achten, wobei das natürlich nicht direkt bedeutet, dass ein Gegenstand unbedenklich ist. Deshalb kann man natürlich gerade in kritischen Bereichen mit viel Körperkontakt, Hitzeaussetzung oder für Kleinkinder auf plastikfreie Alternativen umsteigen. Das können unverpackte Lebensmittel, ein Wasserkocher aus Edelstahl oder Spielzeuge aus Holz sein – Möglichkeiten gibt es  ausreichend.“ Leonie Auer
Quellen:
Plastik Sparbuch, smarticular, smarticular Verlag 2019
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/gefahren-fuer-die-gesundheit-durch-plastik-7010
Bei den Zielen der Nachhaltigkeit beschäftigt sich das Ziel Nr. 12 Nachhaltiger Konsum intensiv auch mit diesem Thema.
Hier ebenfalls ein Auszug:
„Allein die weltweite Plastikproduktion ist von 2,1 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 406 Millionen im Jahr 2015 angestiegen. Bis 2015 haben wir mehr als 6,9 Milliarden Tonnen Plastikmüll erzeugt – fast 80 Prozent davon landet wiederum in Deponien oder in der Umwelt, nur neun Prozent wurde recycelt. Und das, obwohl in den letzten Jahren vermehrt über die Folgen von Umweltverschmutzung beispielsweise durch Plastikmüll berichtet wurde.“

Sie sehen, es lohnt sich, sich intensiver mit dieser Problematik zu beschäftigen. Das Plastiksparbuch ist für jeden Verbraucher ebenfalls eine gute Investition. Es belehrt nicht, es informiert.
Ich werde in den nächsten Blogs noch mehr darauf eingehen, auch, um anzuregen, wie man im eigenen Haushalt sich oder zusammen als Familie ein Bewusstsein schaffen könnte, um besser für sich entscheiden zu können: Brauch ich das? Gibt es eine Alternative?
Dazu auch im nächsten Blog mehr. Zum Beispiel haben wir von unserer Mitarbeiterin Beate Löffelholz gelernt, wie man sich selbst ganz einfach Produkte für die Körperpflege oder den Haushalt herstellen kann. Das Ergebnis ist erstaunlich und regt sofort zum Nachmachen an.

Angst, du bist willkommen!

Ein paar Tage fühlte ich mich wie gelähmt. Ich war unfähig Neues zu denken und so räumte ich auf. Das Büro, die Küche…
Dann war mein Kopf dran. Ich las in einem Buch etwas über drei Schritte, wie man mit unerwünschten Gefühlen umgehen kann. Natürlich war das kein naturwissenschaftliches Buch, ich bin ja auch Pädagogin und so nahm ich mir die Zeit, diese drei Schritte auszuprobieren. Erst einmal sollte ich herausfinden, welches Gefühl gerade bei mir anklopfte. Ich bekam schnell eine Antwort. Es war die Angst.
Dann sollte ich die Angst  in meinem Kopf willkommen heißen. Und dann abwarten was passiert. Ich wurde wirklich ruhiger. Und es entstand diese Geschichte oder dieser Dialog in meinem Kopf, den ich jetzt aufgeschrieben und etwas ausformuliert habe.

Hallo Angst, du klopfst an meine Tür. Ich heiße dich willkommen.  Setz dich zu uns an den Tisch. Darf ich vorstellen, hier sitzt auch noch die Freude, die Wut, die Scham, die Hilflosigkeit, die Zuversicht, die Hoffnung, die Ratlosigkeit, aber auch der Mut. Was willst du uns sagen?  Die Angst ist etwas irritiert. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie wurde sogar eingeladen. Dann fragte sie: „Darf ich bitte nur ein bisschen bei euch bleiben?“

Jetzt wo wir schon einmal alle zusammensitzen, sollten wir die Gelegenheit ergreifen und uns richtig austauschen. Wer hat noch etwas, was er gerne los werden möchte. Die Freude springt auf und ruft voller Begeisterung: „Hört ihr die Vögel singen? Und schaut hoch an den Himmel. Er ist tiefblau und weiße Wolken zeigen sich wie kleine Schäfchen. Es riecht nach Frühling und die Sonne lacht. Also, Kopf hoch.“
Die Zuversicht meldet sich ebenfalls. Ihre Stimme klingt leise und sie wählt sehr bewusst ihre Worte: „Mir fällt im Moment nur ein Gedicht aus Afrika ein.“ „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“Es blieb lange Zeit still in dieser Runde, bis sich die Ratlosigkeit zu Wort meldete. „Wie soll das denn gehen? Kleine Dinge?“
„Ich schäme mich, wir denken nur an unsere Vorteile, an unser persönliches Wohlergehen, aber ich glaube, dass es Mutter Erde damit nicht besonders gut ergeht,“ ergänzte die Scham. „Ich schäme mich wirklich sehr, ich kann fühlen, wie sehr Mutter Erde leidet.“
Der zurzeit kleine Mut rutscht auf seinem Stuhl hin und her, bis es dann einfach so aus ihm herausplatzte. „Wir alle können etwas tun, jeder einzelne von uns ist hier wichtig und hat seinen Platz.“ Wir alle hier sind wichtig, das hat jeder verstanden. Aber ist das auch so? „Ich bin also auch wichtig?“, fragt die Wut.
„Natürlich, warum denn nicht“ sagte die Hoffnung. Doch die Wut gab zu Bedenken: „Ich habe manchmal so einen Zorn in mir. Da könnte ich Tassen, Teller, Tische und Stühle durch die Gegend werfen und ich bin voller Zornesröte. Hinterher schäme ich mich zwar oft für meinen Ausbruch, aber dann ist es leider zu spät.“ Etwas hilflos wurde die Wut von der Hilflosigkeit in den Arm genommen. „Weißt du“, sagte sie, „ich wäre manchmal gerne wütend. Ich finde, dass Wut in seiner gesunden Form auch Klarheit schaffen kann. Wut ist dann nützlich, wenn man wirklich bereit ist, etwas zu verändern.“ Alle anderen nicken verständnisvoll mit dem Kopf.
In diesem Moment richtet sich die Angst auf. Sie spürt, dass sie wirklich in dieser Runde willkommen war, ja sie begriff, dass sie sogar ein Recht hat, hier zu sein. Alle waren hier gleich wichtig.
Die Freude konnte im Gesicht der Angst lesen, dass sie gerade etwas begriffen hatte. Und sie sagte zu ihr: „Weißt du, Angst zu haben, kann uns in manchen Situationen sogar retten. Und sie kann uns helfen, unsere eigenen Grenzen zu sehen. Sie macht uns wach und wir können lernen, das Unbekannte anzunehmen und sogar willkommen zu heißen.“
In diesem Moment war das Eis gebrochen, denn die anderen hatten es leichter, sich mit ihren Fähigkeiten einzubringen.
Das Wichtigste war aber, dass sie erfahren haben, dass jedes Gefühl einen Platz in dieser Runde hatte.
Ich danke euch für dieses Gespräch und diese Runde in meinem Kopf. Ich habe gut zugehört. Und mir geht es sehr viel besser.

Die Bilder sind aus meiner Galerie. Sie wollten irgendwie auch mit hinein in diese Geschichte.

Gebäudebrüter – Mensch und Tier unter einem Dach

Das neue Programm liegt aus, und wir sind bereits mitten drin in der Vorbereitung für kommende Veranstaltungen. Im März wird es einen Auftakt geben zum Thema Gebäudebrüter.                                   Mit unserem Projekt „Mensch und Tier unter einem Dach“ gewannen wir ja bei der hessischen Umweltlotterie GENAU genau  5000 Euro.

Für das Jahr 2020 haben wir uns also vorgenommen, uns mehr um diese Tiere zu kümmern, mit denen wir unter einem Dach zusammenleben. Bei uns sind das auf jeden Fall bereits die Haussperlinge und Fledermäuse. Wir haben heute mal hochgerechnet.  Wenn unsere Spatzen, für die wir ja bereits von Anbeginn an  Wohnungen eingeplant hatten, jedes Jahr nur 5 Spatzen durchbringen, dann sind das bei mindestens 15 Spatzenpaaren in 12 Jahren (der Anfang war schwer, die mussten uns erst finden) in etwa 900- 1000 Spatzen. Wir nehmen sie wahr. Sie sind laut, sie sind präsent. Am liebsten beobachte ich sie beim Baden in unserer kleinen  Vogeltränke.
Aber warum sollten wir uns um diese Tiere besonders kümmern. In der Fachwelt nennt man sie auch Gebäudebrüter. Bereits im Herbst saßen wir mit Maria Romero,der Umweltbeauftragten der Stadt Bensheim zusammen. Sie hat sich ebenfalls vorgenommen, etwas für Schwalben, Mauerseglern und Co in der Stadt zu tun. Aus diesem Gespräch entwickelte sich die Idee gemeinsam eine Veranstaltungsreihe aufzubauen.
Auftakt für diese Reihe ist der 7. März. Wir stellen alle uns wichtigen Gebäudebrüter vor und haben weitere sechs Veranstaltungen, auch Exkursionen in der Stadt organisiert.
In diesem Zusammenhang sitzen unsere beiden BFDler  Leonie und Michael bereits konzentriert in der Bibliothek und erarbeiten ein Magazin zu jedem Vogel. Das scheint ihnen Freude zu bereiten. Sie sind hoch motiviert und ich bin gespannt auf ihre Ergebnisse.
Natürlich werden wir an diesem Aktionstag nicht nur theoretisch etwas über sie hören oder lesen, sondern es gibt für die ganze Familie die Gelegenheit selbst Nisthilfen zu bauen.
Wir wollen auf jeden Fall Bretter für Schwalben zimmern, damit sie darauf ihr Nest bauen können. Beate versuchte im Internet

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herauszufinden, ob  man für Schwalben nur das Brett braucht oder ob wir bereits Nester bauen müssen. Es wird ja für sie immer schwieriger Schlamm und Lehm zu finden, damit sie das selbst machen können.  Also ging es im Werkraum bereits zur Sache. Sie versuchten sich als Schwalbennestschalenbauer. Wie sie ja herausfanden, brüten Rauchschwalben in offenen Schalennestern, die dann im Stall oder Schuppen aufgehängt werden. Dazu bräuchte man u.a. Gips und Lehmputz. Ganz ehrlich, der erste Versuch hat leider nicht funktioniert.
Wie klug doch Schwalben sind. Die wissen besser, wie es geht.

„Die Oma kapiert es einfach nicht“!

Noch ist es früh genug im Jahr, all meinen BlogleserInnen ein gutes neues Jahr zu wünschen.

Ich bin gut gestartet, nachdem ich den Jahreswechsel bei viel Wind und Meeresrauschen an der Ostsee verbringen durfte. Der Wind hat ziemlich gute Arbeit geleistet. Ich wurde frei im Kopf von Gedanken, die sich vor allem um die Arbeit drehten.
So war die Vorfreude auf die erste Aktion im neuen Jahr groß. Hinter mir liegen nämlich die ersten Ferienspiele. Es ist eine Woche nur für Kinder, die bereits bei uns bekannt sind.
Gleich die Begrüßung war überschwänglich und es erübrigte sich, über Regeln zu sprechen. Vorneweg, es gab keinen einzigen Konflikt untereinander und nur glückliche Gesichter, zumindest bei den Kindern. Denn einmal konnte ich hören, als wir auf dem Kieswerk waren und sich Henry zum xten Mal den Berg runter rollen ließ, wie sein Bruder sagte: „Lass doch mal, du siehst  aus wie `ne Wildsau, du kriegst wieder Ärger“.  „Na und“, sagte der kleinere Bruder, “ ist mir doch egal, sie kapiert es einfach nicht.“ Ich fragte nach: „Wer kapiert denn nichts“?  Seine kurze Antwort: “ Na ja, die Oma. Die müsste doch wissen, dass man sich im Naturschutzzentrum dreckig machen muss“.   Ich wollte mich nicht einmischen, bin ja selbst Oma, aber insgeheim gab ich ihm recht, es braucht einfach nur die richtige Kleidung.

Es gibt doch so viel zu entdecken. Die größte Sensation haben die Kinder gleich am ersten Tag selbst entdeckt. In ihrer „Willi, die Wildnis“, fiel ihnen auf, dass da Bäume etwas komisch angeknabbert waren. Schnell war klar, dass muss ein Biber sein und so war es auch. Gleich an mehreren Stellen, direkt am Ufer hat sich der Biber seine Mahlzeit gesichert. Ansitzen während des Tages, um ihn zu beobachten, nutzte ihnen zwar nichts, aber gleich zum Einbruch der Dämmerung konnte Gerhard den Biber auf frischer Tat ertappen.

Sehr viele Kinder hatten in dieser Woche ebenfalls ihren Spaß in der Werkstatt. Ich konnte gar nicht glauben, mit welcher Konzentration  sie dabei waren, anderen eine Freude zu bereiten. Auf Wunsch der Kinder gab es mal wieder das „Freude wichteln“ Programm. Jede/r zog zu Beginn  der Woche den Namen eines Kindes oder Betreuers und nahm sich vor, ihn die Woche über näher kennen zu lernen und ihn dann mit einem passenden Geschenk zu überraschen.
Wie kreativ die Kids wirklich sein können, das haben auch zwei Jungs gezeigt, die das allseits beliebte Werwolfspiel erweitert haben. Sie zeichneten ihre eigenen Karten mit Charakteren wie dem Werwolf, der Seherin, die jeder kennt, und verstärkten die Akteure mit dem Zombie, Schamanen, Schummler… Da war für alle was dabei und die ganze Gruppe wurde zu einer richtigen Gemeinschaft.
Während die einen draußen die Wildnis eroberten wurde drinnen Mogelmotte oder Werwolf gespielt. Mogelmotte ist übrigens inzwischen ein richtiger Renner. Da ist Schummeln Pflicht.

An dieser Stelle bedanke ich mich einmal herzlich bei einem treuen Leser, der mich wieder ermutigte, regelmäßiger zu schreiben. Ein kleiner Tritt.  Das war richtig, ich bedaure ja selbst, denn die Blogs sind auch für mich wie ein kleines Tagebuch.

Rückschau 2019

Ich war mir bewusst, dass eine lange Zeit vergangen ist, seit meinem letzten Eintrag, aber das es soooo lange her ist, erstaunt mich nun doch.
Irgendwie ist mir durch den ganzen Datenschutzkram (was natürlich auch richtig ist) ein bisschen die Freude verloren gegangen, denn meine Beiträge leben ja auch von den Bildern.
Aber ich versuche nun doch eine kleine Rückschau, nachdem mein Programm für 2020 nun endlich auch fertig ist und ich mich wieder auf schönere Dinge konzentrieren kann. So ein Programm zu erstellen ist ziemlich aufwändig, vor allem zeitlich.
Gibt es etwas Neues im Außenbereich?
Ja, durchaus. Wir haben eine Anschubfinanzierung für ein Erdtrampolin durch eine
Chariteveranstaltung der Stadt Lorsch bekommen. Bedingung war: Es muss etwas mit Bewegung sein.
Seitdem sieht man nicht nur Kinder hüpfen.

Im Garten tut sich auch immer etwas. Mit Stefan haben wir den richtigen Mann für uns gefunden. Er liebt das Gärtnern in der  Natur. Unser Garten profitiert davon.  Es lohnt sich, sich mit ihm über die Permakultur auseinanderzusetzen und ich verstehe immer besser den Sinn. Für die Zukunft sind die Lehren von Sepp Holzer, dem Begründer dieser Kultur, gerade in Zeiten des Klimawandels sehr hilfreich.
Stefans Sensenkurse sind ebenfalls super gelaufen.  – Das ist auch gut für unsere Wiesen rund um das Zentrum, denn mir ist es viel lieber, wenn die Insekten auf der Wiese eine Chance haben zu überleben. Wir werden in Zukunft auch noch mehr darauf achten, wann und wie unsere Wiesen gemäht werden. Und dieses achtsame Mähen hat auch etwas sehr Beruhigendes. Ich habe nur zugeschaut und fühlte mich gleich in meine Kindheit versetzt, selbst das Dengeln war Musik in meinen Ohren.
Bei unserem Teich hatten wir große Bedenken, dass der Wassernot-stand im Sommer unseren Teich komplett austrocknen könnte. Es war für die Kinder ein großes Anliegen, sich zu überlegen, wie sie den Wassertieren ein Überleben sichern könnten. Irgendwie sind beim letzten hohen Wasserstand des Sees, der dann übergelaufen ist, wohl auch ein paar Karpfen mit rüber geschwommen. Diese waren jetzt richtig groß geworden und kämpften selbst ums Überleben. Die Kinder hatten Angst, dass die kleinen Wasserlebewesen ihnen zum Opfer fallen könnten. Die Karpfen sind richtige Schlammwühler und haben das Wasser ganz trübe gemacht. Inzwischen ist das Wasser wieder gestiegen und die Karpfen wurden in den See zurückgesetzt.

Dabei will ich es heute in meiner Rückschau belassen. Ich gebe zu, dass es mir richtig Freude bereitete, noch einmal alles Revue passieren zu lassen. Vielleicht kommt noch einmal dieser Moment für einen zweiten Teil, denn inhaltlich gäbe es genügend Stoff.
 

 

 

„Die Erde hat Fieber“ – SchülerInnen stellen sich den Themen der Nachhaltigkeit

Heute stand in meinem Kalender ein Termin, auf den ich mich richtig freute. Raphael, Martin und Tanja begleiteten mich auf der Fahrt in die Märkerwaldschule nach Gronau.  Ich durfte  den SchülerInnen der vierten Klasse am Ende ihr Nachhaltigkeitsdiplom für eine intensive  Auseinandersetzung und dadurch für ihre besondere Leistungen  überreichen.

Eva, die erfahrene Dozentin begleitet die Schulgemeinschaft, die sich seit einem Jahr auch „Schule der Nachhaltigkeit“ nennen darf, schon seit Jahren auf ihrem Weg. Sie unterstützt Lehrkräfte bei Themen, die in der Zukunft immer wichtiger werden. Ziel ist es, diese  im Schulalltag als wichtigen Lernbaustein selbstverständlich zu integrieren.

Ihr Wissen teilten sie an diesem Morgen mit weiteren Gästen und den SchülerInnen der dritten Klasse, die im nächsten Jahr ihre Fragen zu Energie, Klima, Ernährung, Fair Play, Biodiversität stellen werden, um dann ebenfalls ihr erworbenes Wissen anwenden  und ihre neuen Handlungsspielräume ausprobieren  können.

Heute durften wir  zuhören und anerkennen, was in ihren Köpfen verstanden und hoffentlich im Herzen angekommen ist. Ich merkte, wie ernst es mit ihren Ansagen und Aussagen war. Sie waren richtig stolz uns zu sagen: „Das habe ich erfahren, das habe ich gelernt und das ist mir seitdem wichtig“.

Im zweiten Teil wurde es noch lebendiger. Die SchülerInnen hatten sich in Gruppen zusammen getan und überlegt, wie sie uns durch Pantomime und Spielszenen herausfordern könnten. Ihre Inszenierungen drehten sich genau um jene Schwerpunkte, die sie das Jahr über erarbeiteten.

Zum Beispiel. Einer fährt. Andere steigen ein und fahren mit. Was ist die Botschaft? Lieber Busfahren als viele Einzelahrer im Auto.

Spannend fand ich auch die Szene mit der Heizung. Kinder zeigen, dass es ihnen zu  warm im Zimmer ist. Sie reißen das Fenster auf, vergessen aber die Heizung abzudrehen. Das wurde sofort richtig erkannt.
Oder nächste Szene. Kinder drehen die Musik auf. Sie tanzen. Dann gehen sie weg ohne das Gerät auszuschalten. „Alles klar. Wir merken, ihr habt es verstanden“, schien in den Gesichtern der Akteure geschrieben zu sein.

Am meisten beieindruckte mich folgende Szene.  Kinder liegen auf dem Boden und jeder spielt mit dem Handy.  Dann kommt ein Mitschüler und will mit ihnen spielen. Sie reagieren nicht. Letztendlich nimmt er ihnen die Handys weg, sie spielen Karten und haben Spaß dabei. Da waren gleich mehrere Botschaften versteckt.

Die Kids haben sich diese Szenen selbst ausgedacht. Es gab noch eine kleine Zugabe in Form von Rätseln, die die Drittklässer aber alle locker lösen konnten.

Jetzt nahm Eva die Erde in die Hand. „Ihr habt viel gelernt und heute gezeigt, dass ihr es auch verstanden habt“. Jetzt sind andere dran. Behutsam reichten sie die Erde symbolisch an die Kinder der dritten Klasse weiter. Bei ihnen angekommen, merkte man, dass die Erde für diese eher noch ein Ball war. Da war mir klar, dass sich die intensive Auseinandersetzung   gelohnt hat.

Zum Abschluss las Eva noch eine Geschichte mit Tiefgang vor. Im Inhalt ging es darum, dass die Tiere des Waldes von einem Feuer überrascht wurden.
Sie flüchteten aus dem Wald mit dem Gedanken:  „Wir können ja sowieso nichts dagegen tun“. Nur der kleine Kolibri gab nicht auf. Er flog zum nahegelegenen Fluss und holte Tropfen für Tropfen und vergoß es über den brennenden Bäumen. Seine Botschaft an seine Artgenossen: „Jeder sollte immer sein Bestes geben“.

Die Zeit für die Übergabe der Diplome war gekommen.  Jede/r nahm ihr/seine Urkunde stolz entgegen. Es war für sie eine echte Anerkennung und Wertschätzung. Und für mich war es eine Ehre diese Kinder kennenzulernen. Wir brauchen solche Botschafter, die sich für die Erde einsetzen, denn so war am Anfang zu hören: „Die Erde hat Fieber – sie braucht unsere Hilfe“.
Leider konnte die Schulleiterin Frau Hirschberg aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. „Liebe Frau Hirschberg, erst einmal: Gute Besserung“. Und was ich sonst noch sagen wollte: „Sie können stolz auf Ihre Kinder sein“.

 

 

Coole Experimente von jungen ExpertInnen

Das neue Jahr ist noch jung , die ersten Veranstaltungen sind gelaufen und auch die erste Veranstaltung aus der Reihe „BA Natürlich“ hat stattgefunden. Es war ein Wunsch von mir, den ich an die Redaktion heran getragen habe, ob wir  nicht mal mit einem Experiment das neue Veranstaltungsjahr einläuten könnten. Ein Experiment im wahrsten Sinne des Wortes.
Und natürlich war ich aufgeregt, ob dies funktionieren würde, aber der große Bericht in der Presse bestätigte, dass der Auftakt gelungen, und sogar große Begeisterung ausgelöst hatte.
Hier der Link zum Artikel. Ich danke hierfür dem BA für die freundliche Bereitstellung des Artikels.

Küchenteam präsentiert große Show mit Knalleffekt

so lautete die Überschrift der Presse. Es war ein großer Augenblick der Erleichterung, wahrscheinlich nicht nur bei mir darüber, dass alles gut gegangen ist, sondern auch bei den jungen NaturwissenschaftlerInnen Elias, Johanna und Katharina, denen eine große Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben stand. Es war eine tolle Show, die sie da in langer Vorbereitung auf die „Bühne“ brachten und ihre Zuschauer verzauberten.

Seit Jahren beobachte ich mit Interesse die Entwicklung von Elias, der natürlich, inspiriert durch die eigenen Eltern, die auch NaturwissenschaftlerInnen sind, sich für das Studium der Chemie entschied. Er war mehrmals Sieger bei „Jugend forscht“ und  noch heute hilft er als Student anderen SchülerInnen bei  ihren Forschungsprojekten.
Irgendwann im letzten Jahr entstand die Idee für eine Veranstaltung im Naturschutzzentrum. Ein Auftakt sollte es sein und viele weitere Einladung an Schulen sollten folgen, damit die jungen und noch neugierigen SchülerInnen Gefallen an den naturwissenschaftlichen Fächern finden mögen.

Die Generalprobe vor Weihnachten nutzten die jungen Akteure um aus „Fehlern“ zu lernen und sie hörten auf ihre MentorInnen, zu denen ich vor allem Markus Bissinger zähle, der an das Trio glaubte, und sie unter seine Fittiche nahm. Er hat schon viel früher erkannt, welches Potential in ihnen schlummert. Am Sonntag nach der Show konnte ich auch in seinem Gesicht eine große Freude erkennen.

Nach der Vorführung konnten sich die Kids und neugierig gebliebenen Erwachsenen noch an vorbereiteten Tischen treffen und selbst experimentieren. So hätte das noch Stunden weiter gehen können und selbst die Eltern wagten es nicht, ihre Kinder zu fragen, ob man nicht nach Hause gehen könne. So wie mir Elias sagte, bedurfte es nur einer kleinen Aufforderung und sie waren ebenfalls Teil der Forschergemeinschaft.

Fazit. Alles richtig gemacht. Markus sagte ihnen in der Reflexionsrunde voller Stolz: „ich habe schon einige Shows von Profis gesehen. Das was ihr heute geboten habt, das war teilweise sogar noch besser und spannender.“ Applaus von allen Seiten .

„Möge das Leben uns berühren“

Dieser Spruch kommt von einer Yogalehrerin, der ich in Indien im November begegnet bin. Er hat mich tief beeindruckt und mittlerweile beginne ich jeden Tag mit diesem Gedanken.  Vielleicht ist das eine gute Idee, das Jahr gemäß dieses Spruches, noch einmal Revue passieren zu lassen.
Was hat mich besonders berührt?
Kinder stärken.
Ja, diese Kinder finden in dieser Gruppe zu einer inneren Stärke und großen Gemeinschaft zusammen. Eine Situation von unserer Weihnachtsfeier hat mich besonders tief berührt. Ich bekam einen Stein geschenkt.  Dann ging er reihum und jede/r steckte seine Gedanken und Energie hinein. Als er zu mir zurück kam, war er glühend heiß.

Meine Mitarbeiter hatten außerdem für jede Person, die an diesem Nachmittag dabei war, ein Licht auf dem Gelände aufgestellt. Gegen Ende nahmen die Kinder die Lichter auf, die zwar bereits leuchteten, aber erst als sie sie – wortlos – zu diesem Herz formierten, erzeugten sie eine große Emotion und tiefere Bedeutung, die so gar nicht vorherzusehen war. Man könnte es auch so interpretieren. In der Dunkelheit leuchtet bereits jeder für sich allein. Aber erst in der Gemeinschaft kann sich ein Strahlen entwickeln, welches mit Freude erfüllt.

Reise nach Indien
Wer aufmerksame/r Blogleser/in  ist, weiß, dass ich im vergangenen Jahr für acht Monate eine Praktikantin aus Indien hatte. Es war eine sehr schöne Zeit mit Aishu, gerade weil sie uns mit ihrer Lebensfreude mitten im Herzen traf.  Ihr großer Wunsch war es, dass ich sie besuche, wenn sie heiratet. Ich konnte mir niemals vorstellen, dass ich diesem Wunsch entsprechen würde. Und das nicht nur, weil ich, so gut es geht, meide, mit dem Flugzeug zu fliegen. Aber in Begleitung meiner Tochter startete ich tatsächlich in Richtung Kerala.  Es war eine große Wiedersehensfreude. Ich kam  gerade rechtzeitig zur Hochzeitszeremonie. Diesen Moment der ersten Begegnung werde ich auch nicht mehr veressen. Soviel Herzlichkeit! Ich werde im neuen Jahr einen eigenen Blog dazu schreiben, weil es mehr als ein Besuch zu einer Hochzeit war. Mit vielen Aha-Erlebnissen, weil sie Gegensätze aufzeigten, die ich so niemals erwartet hätte.

Entwicklung des Gartens
Ich mache mir viel Gedanken um den Garten. Ich bin zufrieden mit der Entwicklung nach dem neuen Konzept: Arbeiten nach dem Prinzip der Permakultur.   Mit Freude erinnere ich mich daran, wie er im Frühjahr vor Grün nur so „platzte“. Vor allem der junge Spinat, der gleich zu Salat und einer leckeren Quiche verarbeitet wurde, hatte es uns angetan. Das war ein besonderer Moment.

Konzert und Wiedersehen mit Jonathan Böttcher
Ja, wir haben nicht schlecht gestaunt, wieviele Menschen Jonathan, den Liedermacher, noch kannten (inzwischen lebt er im hohen Norden).  Sowohl mit seinem Kinderprogramm als auch im Herbst mit seiner Würdigung an Reinhard Mey. Er erfüllte die Wünsche seiner Gäste und überzeugte mit der Auswahl seiner sinnigen und humorvollen Texte, die durch die Klänge seiner Gitarre erst so richtig tief im Herzen zu berühren vermochten. Danke Jonathan.

Backen im Steinofen
Wir haben da unseren Meister im Pizzabacken. Er agiert auf diesem Bild im Hintergrund. Thomas. Er darf bei den Ferienspielen nicht fehlen. Wir wissen aber auch, dass seine Zeit immer kostbarer wird und deshalb tun wir gut daran, kleine Pizzabäcker von ihm ausbilden zu lassen. Den Moment eines zufriedenen Nachwuchses konnte ich glücklicherweise im Bild festhalten.

Eiszeitfest
Erstmalig veranstalteten wir ein Eiszeitfest. Es war mehr als nur eine neu gestaltete Ecke mit Fossilien in der Ausstellung, die es zum Bestaunen gab.  Ich erinnere mich besonders gerne an das Gute-Hand-in Hand-Miteinander, zusammen mit der Firma Rohr, die an diesem Nachmittag viele kleine weitere HÖhepunkte ermöglichte. Und freue mich besonders über die Neugier der Kinder an der Thematik und damit natürlich auch an ihrem Interesse an Mutter Erde.

Begegnungen
Es sind die Begegnungen zwischen Mensch und Natur und die Begegnungen zwischen Mensch und Mensch, die mich begeistern.

Ich beobachte wie sensibel die Natur den Menschen machen kann. Wie er zur Ruhe kommt und wie er dadurch neu Kontakt aufnehmen kann.  Zu sich und zu anderen.

Besonders intensiv wird der Kontakt untereinander, wenn man über einen längeren Zeitraum zusammen sein kann. Das geht besonders gut bei den Ferienspielen. Diese Augenblicke der Stille, aber auch der Freude und Begeisterung werden immer einen Platz in meinem Herzen und in meiner Erinnerung an das Jahr 2018 haben.
Ich danke an dieser Stelle besonders auch meiner Nichte Franziska, die mich während der Ferienspiele so stark unterstützt hat. Mit ihrer Fröhlichkeit, mit ihrer Musik und ihrer Präsenz hat sie mir immer immer das Gefühl gegeben, dass wir alles zusammen mit Leichtigkeit schaffen. Danke Franzi.

 

Steine und Fossilien erzählen uns ihre Geschichte

Gestern trafen sich hier Kinder zu einer Feier, bei dem sich das Geburtstagskind als Programm „Steine und Fossilien“ wünschte .  Ich kam  zufällig dazu, als ein Kind mit einem Stein zu Beate gerannt kam. „Guck mal, was ist das für ein Stein?“
Wir schauten beide interessiert und  kamen zu der Meinung, dass das eine Scherbe von einem Steinguttopf gewesen sein könnte.  Klären konnte wir seine Frage in Kürze aber nicht.
Ich freue mich dennoch, dass wir seine Achtsamkeit wecken konnten, auch wenn dieser Stein undefiniert wieder in die Hosentasche wanderte.

Mir kam meine eigene   Begeisterung als Kind für Steine und Fundstücke vom Strand in den Sinn. Ich habe noch so viele Schätze  in Körben, Kisten und kleinen Gläsern und es fällt mir schwer, mich von ihnen zu trennen. Durch die Arbeit hier im NZB wurde mein Blick geschärft und ich kann sie neu entdecken.
Natürlich ist das naheliegende Kieswerk auch für mich wie ein riesengroßer Schatzplatz. Der Weg dorthin führt uns  in eine andere Zeit und wir dürfen  jedes Mal etwas mitnehmen und dazu lernen. Die Geschichten, die Steine und Fossilien erzählen, sind sehr spannend und aufschlussreich.

So war das Eiszeitfest sicher nicht nur für mich ein Höhepunkt im Jahresprogramm.
Es gab im Umkreis an diesem Sonntag  weitere Veranstaltungen für Familien und wahrscheinlich war deshalb das Publikum genau das Richtige für uns an diesem Tag. Es kamen vorgeprägte, neugierige und naturinteressierte Gäste, Neue und Stammgäste. Es blieb in einem überschaubaren Rahmen und jede/r konnte auf seine Kosten kommen, so hörte ich das auch immer wieder.

Ich hatte solche Freude zu sehen, wie groß die Begeisterung inzwischen für Steine und Fossilien zwischen Groß und Klein geworden ist.
Dem ausdrücklichen Wunsch des Besitzers, Herrn Rohr senior, haben wir es zu verdanken, dass wir seit einiger Zeit einen Schlüssel zum Werk haben. Wir dürfen also ganz legal nach Fundstücken suchen und das zu vielen Gelegenheiten z.B. bei Kindergeburtstagen,  Ferienspielen oder  Klassenausflügen.

Am Sonntag war erstmals die große Öffentlichkeit dazu eingeladen. In einem Artikel des BA wurde vorher und nachher ausführlich  berichtet. Es gab einen kleinen Impulsvortrag, dann ging es mehrmals zu Führungen direkt aufs Kieswerk und wer lieber vor Ort blieb, der hatte die Qual der Wahl bei unseren Aktionstischen.

Natürlich war der Ausflug mit der Fähre auf dem neuen Erlachsee ein großer Publikumsmagnet.
Wer inhaltlich noch etwas tiefer einsteigen wollte, der hatte genug Gelegenheit  mit den fachkundigen Herren  Eppler, Hartnagel und Dilewski  ins Gespräch zu kommen.
Wie ich hörte, waren auch andere ExpertInnen, z.B. der Direktor vom Reiss Museum in Mannheim, anwesend.  Da ergaben sich gleich neue Kontakte, die gegenseitig begrüßt wurden.

Am Ende eines Tages blickten wir sehr zufrieden auf die zurück liegenden Stunden. Der Aufwand für Vorbereitungen, die fehlende Erholung durch das verkürzte Wochenende, die Spülhände, die müden Knochen… das alles war vergessen, in dem Moment, als wir sagen konnten: Es hat sich gelohnt. Wir erzählten uns gegenseitig von schönen Begegnungen, Erlebnissen und guten Gesprächen. Danke an das ganze Team. Toll gemacht.