Für ein gutes Auskommen auf dem Planeten Erde

Auszeichnungsfeier SdN Schule in Beerfurth.  Das stand in meinem Kalender.  „Wie komme ich gleich wieder nach Beerfurth“?, dachte ich, als ich mich am letzten Freitag auf diesen Termin vorbereitete.  Ich freute mich auf diese  Feier, die über das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) organisiert  wurde.  Sie galt als Dank und Wertschätzung für das besondere Engagement der Pädagog*innen, die sich über den normalen Lehrstoff hinaus mit Themen auseinandersetzen, deren Ziel  es ist, „unser Leben so zu gestalten, dass wir auskommen mit dem, was unser Planet zur Verfügung stellt“. Mit diesen zitierten Worten fasst Oliver Konz, Staatssekretär des hessischen Umweltministeriums zusammen, worum es bei der Auszeichnungsfeier ging.
Die Lehrinhalte konzentrieren sich auf  Schwerpunkte wie  Klimawandel und Klimaschutz, Abfall und Recycling, nachhaltigen Konsum oder fairen Handel. Einige der 17 Ziele der Nachhaltigkeit.

Zwei Grundschulen, die unserem Naturschutzzentrum zugeordnet sind und die von uns betreut werden, wurden an diesem Tag, zusammen mit 15 weiteren Grundschulen in Hessen, ausgezeichnet. Das macht mich schon ein bisschen stolz.
Eva Herzog- Reichwein, Referentin des NZB und weitergebildete Multiplikatorin für das Programm Schulen der Nachhaltigkeit, besuchte an diesem Vormittag die Märkerwaldschule in Gronau und ich durfte in Beerfurth die Urkunde überreichen.
Trotz allem waren wir virtuell miteinander verbunden.
Nicht das erste Mal besuchte ich die Schule, aber wie immer, bin ich beeindruckt von der besonderen Atmosphäre, die mich dort umgibt. Zu Beginn war ich stille Zuhörerin und Beobachterin, als Frau Köhler, die zuständige Lehrerin der Umwelt AG allen Schüler*innen das Projekt erklärte, für das sich die Schule zurzeit besonders einsetzt und ich konnte in Ruhe überlegen, warum von diesem Ort so eine Faszination ausgeht.
Der Raum, an dem sich die Schüler*innen klassenweise  an diesem Morgen trafen ist ein Platz, an dem man Tage verbringen könnte. Materialien zum Anfassen, gute Literatur und ein vorbereiteter Flohmarkt für Kinder, die sich von nicht mehr geliebten Spielsachen trennen können und bei denen  anderen Kindern das Herz höher schlägt.
An diesem Tag ging es also nicht nur um die kleine Ehrung und Auszeichnung. Frau Köhler stellte mit Schüler*innen ein Projekt vor, für das sie im Moment werben und genau das aufzeigt, worum es  grundsätzlich geht.
Im Nachbardorf wohnt eine Familie aus Kamerun und so ergaben sich persönliche Kontakte, die die Notwendigkeit für den Bau eines Brunnens bekräftigten. Man entschied sich, zu helfen und einen finanziellen Beitrag dazu zu leisten. Das Projekt wurde jeder einzelnen Klasse vorgestellt und die Kinder konnten die ersten bereits finanzierten Steine für den Brunnen symbolisch setzen. Es fehlen noch etwa 2000 Euro, dafür haben die Schüler*innen nicht nur Marmelade gekocht oder den Flohmarkt aufgebaut.
Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte, die Frau Köhler den Kindern vorlas und die genau das ausdrückt, worum es geht. Jede*r kann etwas tun.
Die Geschichte handelt von einem Kolibri, der mit den Tieren des Waldes zusehen muss, wie ein Brand ihren Lebensraum zerstört. Während alle anderen Tiere wie angewurzelt stehen bleiben, fliegt der kleine Kolibri zum nächsten Fluss und nimmt einen Schnabel voll Wasser auf.  Die Tiere des Waldes zweifeln an seinem Verstand, doch er bleibt unberührt. Seine Antwort: „Ich tue das, was ich kann. Ich gebe mein Bestes.“
Die Kinder lauschten, fast ehrfürchtig und ich nahm die Gänsehaut auf meinen Armen wahr.

Dann wurde es wuselig. Schnell  war ein Laptop aufgestellt. Ein paar Stühle davor, denn es gab eine Freischaltung zur offiziellen Auszeichnungsfeier.
Alle Schulen wurden in einem Beitrag vorgestellt und ich konnte Kinder und Lehrkräfte beobachten, wie sehr sie sich freuten, als ihre Schule an der Reihe war. Drei Kinder hatten einen eigenen Part, sich und ihr Tun vorzustellen. Sie erklärten, warum es wichtig ist, nicht untätig zu sein.
Frau Rümenapf, die Schulleiterin und für mich die Frau mit einem großen  Herzen für den Menschen und die Schöpfung,  fasste in einem Satz zusammen, was die Essenz ihrer  aller Arbeit ist: „Die ganze Welt können wir nicht ändern, aber wenn jeder für sich und in seinem Umfeld achtsam ist, ändern wir in kleinen Schritten das Gesicht der Erde“.

Sehr berührend war, wie es die Organisator*innen der Veranstaltung schafften, ein Gefühl der Gemeinsamkeit unter all den Menschen zu erzeugen, die nur virtuell miteinander verbunden waren. Z.B. konnte man zuschauen, wie die Urkunden übergeben wurden oder wie man sich am Ende mit einem Glas Sekt oder Saft zuprostete.

Ich fuhr erfüllt und voller Freude über den gelungenen Tag an die Bergstraße zurück. Ich war dankbar für dieses Erlebnis, es macht mir erneut Mut, es dem Kolibri gleich zu tun und immer wieder zu versuchen, auch in kleinen Dingen an dem Rad zu drehen, das die Welt zu einer lebenswerteren Welt machen wird.

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