„Unsere“ Aishu auf dem Bensheimer Bürgerfest

Heute zog es mich auf das Bürgerfest in Bensheim. Meine erste Frage an einen Bensheimer Bürger war: „Entschuldigen Sie bitte, ich suche das Storchennest?“ Gerhard hatte schon heute morgen gefragt: „Wo soll denn das Storchennest sein? Wo ein Storch brütet, kann ich dir sagen“. Typisch Gerhard. Wir fanden den Platz in der Fußgängerzone, dort herrschte schon großer Trubel. Eine Bühne war aufgebaut und ich war begeistert von dem bunten Treiben, nicht nur der Farben der Kleider, es war ein internationaler Treff.  Es gab so viele Stände mit Essen aus allen Kulturen. Ich traf nur auf nette Bensheimer oder „Bensheimer auf Zeit“ aus Indien, Afghanistan, aus Ungarn, der Türkei, Italien…, ein buntes Völkchen war zusammengekommen und bot nationale Köstlichkeiten an – Freundschaft geht schließlich auch durch den Magen.
Mein Blick schweifte gezielt umher. Ich suchte nach Aiswarya, meiner BFDlerin. Sie hatte mich eingeladen, sie bei ihrem Auftritt zu besuchen. Aishu, so dürfen wir sie auch nennen, kommt aus Indien und ist über die Karl-Kübel-Stiftung  „Weltwärts“ (Süd Nord Freiwillige) an uns vermittelt worden. (Auf dem Bild ist sie die junge Frau im grünen Sari). Ihre Betreuerin Frau Sames war selbst in Indien und hat dort die vier jungen Menschen kennen gelernt, die nun für acht Monate ihre Erfahrungen in Deutschland machen dürfen.
Es war schön für mich zu sehen, wie sie da oben auf der Bühne standen und tanzten und sangen. Eine Begeisterung war zu spüren, wie ich sie selten erlebt habe. Ganz viel Emotion davon kam bei mir an. Aishu macht auch gute Fortschritte in der deutschen Sprache. Langsam erfahren wir im Gespräch, z.B. beim Mittagessen, was alles neu für sie ist und welche Erfahrungen sie bereits mit unterschiedlichen Sitten und Gebräuchen gemacht hat. Ich glaube, das wird für uns alle eine wunderbare Zeit des Staunens und Lernens sein. Ich bin froh, dass sie bei uns ist. Ihr Lachen und ihre Herzlichkeit sind sehr ansteckend.

Sind wir noch zu retten?

Es kommt nicht oft vor, dass das NZB  die breite Öffentlichkeit zu Gast hat und ich die Gelegenheit bekomme, selbst etwas von den Programmangeboten mitzuerleben.
Seit drei Jahren  findet der Klimaschutztag bei uns im NZB statt. Wir stellen die Location und versorgen die Menschen mit Getränken und Kuchen und mit einem attraktiven Programm für Kinder. Um die anderen Inhalte kümmern sich  Mitarbeiter der Stadt Bensheim, die qualifizierte Vortragsredner und Energie- und Klimaspezialisten aus verschiedenen Unternehmen der Region für diese Veranstaltung gewinnen konnten.
Ich durfte zuhören und selbst etwas lernen.
Gleich der erste Vortragsredner beeindruckte mich. Daniel Bannasch, von Metropol-Solar  Rhein Neckar (Netzwerk für erneuerbare Energien).  Schon allein seine Ankündigung: „Ich erkläre Ihnen die Energiewende auf dem Format eines Bierdeckels“, machte mich neugierig. Kann er  wirklich eine Antwort auf die Frage geben: „Ist es zu schaffen, die vollständige Ablösung der atomarfossilien Energieversorgung durch Energieeffizienz, Energieeinsparung und den Ausbau der Nutzung aller erneuerbaren Energien zu erreichen“?
(Ich beschließe in diesem Blog nur am Rande auf konkrete Inhalte einzugehen, die kann man überall nachlesen. Es gab vor und nach der Veranstaltung genügend interessante Berichterstattungen darüber).
Für mich ist Daniel Bannasch ein Mann, der sich mit ganzer Energie, sozusagen mit Passion, seit Jahren der Problematik stellt und mit seinem Team  an nachvollziehbaren Lösungsansätzen arbeitet, die er dann zu diversen Veranstaltungen oder über Medien weitergibt. Ich kann seine Gedanken und Argumente gut nachvollziehen.  Er  bietet sein Wissen und seine Erkenntnisse an, aber nicht als Verkäufer, sondern als Überzeuger. Neben mir saß Gerhard und er sagte am Ende: Respekt, das war wirklich ein großartiger Vortrag.  Am Ende war auch jedem sein Motto klar: Sonne für Alle  – 2030.

Den zweiten Referent kannte ich bereits. Klaus Wiegandt. Ich war vor Jahren bereits einmal Zuhörerin bei einem seiner Vorträge. Durch ihn kenne ich für mich die beste Definition für Nachhaltigkeit: Genug für Alle, für immer.

Am Sonntag klang sein Bericht jedoch ziemlich bedrohlich auf mich. Ich bekam bei seinen Ausführungen regelrecht Beklemmungen. Ähnlich ging es wohl auch zwei jungen Mädchen, die neben mir saßen. Er redete über ihre Zukunft.
Es ist ja nicht so, dass die Menschen den Klimawandel, so wie Trump, einfach leugnen, im Gegenteil: 62% der Europäer erkennen an, dass der Klimawandel zum zweitgrößten Problem der Menschheit geworden ist. Aber ändert sich was? Im Gegenteil. Es zeige sich ein Bild der Sorglosigkeit. Billige Fluglinien, überdimensionierte Geländewagen (vor allem von Frauen gewünscht)…
Die Werbemacher greifen um sich. Damit die Verbraucher nicht auf dumme Gedanken kommen und vielleicht doch mal ihren Verstand einsetzen, setzen diese Werbestrategen auf subtile und schillernde Werbespots, um den Verbraucher zu verführen, über seine Verhältnisse zu leben. Sie geben unvorstellbare Summen aus, um dem Konsumenten etwas anzudrehen, was  er eigentlich gar nicht braucht.            Da könnte ich ausflippen.
Die wirkliche Bedrohung sei aber eine ganz Andere. Man müsse sich große Sorgen um die globale Landwirtschaft machen. Die Folgen durch die Aufladung der Atmosphäre sei verheerend.
Höhere Niederschläge auf der einen Seite – Dürre auf der anderen Seite. Das habe  unmittelbare Folgen für unsere Nahrungsmittel. Und es wird einen Kampf ums Wasser geben. Und das alles bis Mitte dieses Jahrhunderts.
Ich richtete nach seinem Bericht eine Frage an ihn.  Ich wollte wissen ihn, ob er den jungen Menschen neben mir konkret und mit einfachen Worten doch noch etwas Mut machen könne. Was können sie tun? Rebellieren?  Demonstrieren? In die Politik einsteigen? Das richtige Studium wählen? Er tat sich schwer, sich mit einer direkten Botschaft an die Mädels zu wenden. Auch er redete über ihre Köpfe hinweg.  Aber ich will ihn auf keinen Fall kritisieren. Er ist seit Jahren sehr erfolgreich mit seiner Vision: Mut zur Nachhaltigkeit.
Auf den dritten Redner wurde ich durch ein Interview  im  BA aufmerksam. Das was Herr Rademacher (ich lasse mal alle Dr. und Prof. Titel weg) da von sich gab, ließ mich aufhorchen.  Ihm wollte ich auf jeden Fall zuhören. Es ging  zwar wieder um die gleiche Problematik, das war mir klar, aber hatte er neuere und bessere Lösungsansätze?
Auf jeden Fall müsse man es schaffen, dass  sich alle Bürger  mit diesem Thema  auseinandersetzen. Am liebsten freiwillig, weil verstanden, warum.  Ich setze mich nur für etwas ein, was mir wichtig erscheint. Er hat ja Recht, wenn er sagt, dass die Zivilgesellschaft mobilisiert werden muss, die dann gehörig Druck auf die Politik ausüben kann. Einer seiner  konkreten Vorschläge. Man solle auf der ganzen Welt einen Tag zum Klimaschutztag machen. Man müsste es schaffen, Millionen von Menschen zu bewegen, sich für den Umweltschutz einzusetzen. Und dann müsste man Politiker wählen, die Maßnahmen in ihrem Programm aufgenommen haben.  Sozusagen Druck von der Straße.
Sein Appell: Wir müssen unser Privileg, in einer Demokratie zu leben, nutzen. „Geht in die Sprechstunden eurer lokalen Politiker“. An Studenten gerichtet: „Werdet politisch, vertretet eure Standpunkte,  tretet in eine Partei ein“. Wie mobilisiere ich aber die Menschen? Dazu müssten Verantwortliche Netzwerke aufbauen. Diese müssten  wiederum Aktivisten ausbilden und sie aussenden, um die Botschaft zu vermitteln. Wie ein Löwenzahnsamen, der vom Wind in alle Richtungen geweht wird und neue Saat hervorbringt.
Irgendwie hatte er aber auch eine Vorstellung, die ich nicht für richtig hielt. Seine Meinung, wir müssten mehr finanzielle Unterstützung  in Ländern leisten, die benachteiligt sind.
Da halte ich es schon eher wie Maria Montessori, die sagt: Hilf mir es selbst zu tun. Das merkte auch Herr Bannasch mit seinem Veto an. Er brachte für mich ein gutes Beispiel wie es funktionieren könnte. Nicht einfach Geld rüberschieben und dabei noch sein Gewissen beruhigen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe, wie es das Projekt KIVA eindrucksvoll zeige. Hier werden Kleinkredite an Kleinunternehmer vergeben, die diese wieder zurückzahlen. Ich glaube, 95% der Kredite werden zurückgezahlt.
Unsere Klimalotsen hatten bei ihrem letzten Treffen  einen ortsansässigen Unternehmer glaubwürdig überzeugt, warum es gut sei, sich im Team Klimalotsen für das Projekt Kiva einzusetzen. Man hilft anderen und verliert trotzdem nichts. Im Gegenteil. Alle gewinnen.
Den größten Hoffnungsschimmer brachten am Ende dann doch noch Kinder auf der Bühne. Es waren drei junge Botschafter von „Plant for the Planet. Eindrucksvoll und überzeugend zeigten sie dem Publikum auf, wie man die Erde noch  retten könnte. Es ginge  schon lange nicht mehr um  die Rettung des Eisbärs, der seine Lebensgrundlage verliere, inzwischen geht es um den Menschen, der gerettet werden müsse.
Die Organisatoren um Felix Finkbeiner haben inzwischen neben  dem Verkauf von fairer Schokolade auch ein Buch herausgegeben:  Baum für Baum. Ein Untertitel: Jetzt retten wir Kinder die Welt. Es solle ein Mutmachbuch sein. Sie pflanzen Bäume. Weltweit. Denn Reden allein stoppe das Schmelzen der Gletscher nicht.  Stop talking. Start planting.  Eine hoffnungsvolle Mission.
Wer mehr wissen will: www.plant-for-the-planet.org

Vogel FREI

Ein kleiner Ausflug hinaus in die Natur rund um das NZB.
Ich habe in den letzten Tagen Gelegenheit gehabt, so manches junges Tierkind aus der Nähe zu beobachten. Ich liebe Kinder! Natürlich auch Tierkinder.
Am Abend, wenn die untergehende Sonne das Gelände oftmals in goldenes Licht taucht, bin ich besonders gerne unterwegs, um mit der Kamera festzuhalten, was auf mich wie ein Wunder der Natur wirkt.

Das war auch gestern Abend so. Gerhard hatte es gewagt, den „JungStars“ ins Nest zu schauen. Ihre Schnäbel sind ja ziemlich auffällig. Die Stareneltern hatten einen Nistkasten für sich und ihre Familie präpariert, d.h. das Loch vergrößert und so bleibt es schon seit vielen Jahren ihr Revier. Wenn sie dann mal ausgeflogen sind, dann kann man auch ihr wunderschönes Gefieder bewundern, vor allem, wenn die Sonne etwas von ihrem Glanz abgibt.

Hussein, unser BfDler hat in dieser Woche auch ein Nest entdeckt. Fast hätte er es bei Arbeiten auf dem Außengelände zerstört. Es fühlte sich etwas plötzlich ganz weich in seinen Händen an, keine Brennnessel, er hatte ein Nest in der Hand. Darin lagen kleine „Etwas“.  Sie rührten sich kaum. Wir reparierten das Nest gemeinsam, ein junger Vogel flatterte schon aus dem Nest. Behutsam setzten wir ihn wieder zu den anderen, in der Hoffnung, dass die Eltern uns diese Unachtsamkeit nicht übel nehmen. Sofort stellte er seine Arbeit an dieser Stelle ein und weil es ihm wichtig war, zu erfahren, ob die Eltern weiter füttern würden, beobachtete er aus der Ferne das Szenario. Die Eltern kamen zurück, die Vögel entwickelten sich noch zwei Tage lang, dann verließen sie ihr Nest. Es waren kleine Zilpzalps.
Ein weiteres Nest hatte Gerhard beim Entfernen der Brombeeren am kleinen Froschteich entdeckt. Plötzlich flog eine Ente auf, die auf ihren Eiern brütete. Auf dem Bild kann man erkennen, dass die Stockente sich wirklich gut getarnt ist.

Natürlich ist es im Moment auch besonders interessant am Teich. Libellen tanzen über dem Wasser und die Frösche blasen ihre Backen auf und quaken, was das Zeug hält. Ohrenbetäubend. Schön.
Will man sich ihnen nähern, dann macht es einfach blubb. Weg sind sie.
Gestern war auch Stefan Schäfer da. Unser Vogelexperte. Er hatte einen kleinen Klappstuhl dabei. Bei unserer Begegnung fragte er mich, ob ich schon Kanadagänse mit ihren Jungen gesehen hätte. Das konnte ich mit Ja beantworten, denn das Schauspiel der Gänsefamilien beobachten wir nun  ebenfalls seit Tagen.
Mein Highlight der Woche erlebte ich auch gestern und durch das Ereignis kam ichüberhaupt erst auf die Idee, einen kleinen Blogbericht zu schreiben.
Eine Frau mit Hund und Pferd klingelte an der Tür. Sie hätte einen Greifvogel unter dem Strommasten gesehen. Er hätte richtig fertig ausgesehen und sie konnten richtig nahe an ihn heran. Da klingelte es bei mir. Das hatten wir schon einmal. Ich dachte gleich, dass das ein junger Wanderfalke sein könnte, der gerade zu seinem ersten Rundflug gestartet war und vielleicht keine Kraft mehr hatte und deshalb ausruhen musste.
Stefan und ich schauten später gemeinsam nach dem Falken. Er war nicht mehr zu sehen. Wir suchten das Gras ab. Da entdeckten wir ihn. Auf einem Erdhügel. Wir blieben lange ohne Worte und beobachteten ihn. Stefan sagte leise: „Das sieht man nicht oft“.
Am Abend schauten Gerhard und ich noch einmal nach ihm. Ob er sicher ist vor dem Fuchs? In dem Moment erhob er sich zum Flug und landete oben auf dem Falkenkasten. Wenig später drehte er mit einem seiner Geschwister (er hat noch drei) eine Runde im rot leuchtenden Abendhimmel. Das war an Stimmung kaum mehr zu überbieten. VogelFREI. Das Wort kam mir spontan in den Sinn.

Repair Kids – ein voller Erfolg

Zuerst kamen die Experten. Voll bepackt mit Kisten, Koffern und anderen Utensilien. Ein freundlicher Gruß und dann begann jede/r konzentriert seine Station aufzubauen.
Ich war so gespannt wie der Nachmittag, organisiert durch das Repair Cafe Bergstraße, ablaufen würde.

Wie würden die Kids reagieren. Wird überhaupt jemand kommen? Wie stehen Jugendliche heute dem Thema Technik und  Handwerk gegenüber? Hat überhaupt noch jemand Interesse daran, einen funktionsuntüchtigen Gegenstand reparieren zu lassen?
Die ersten Neugierigen kamen. Ein Papa mit seinen beiden Kindern, eine Oma mit ihrem Enkel, die ganze Großfamilie…
Die Kids meldeten sich an und bekamen ein Namensschild. Dann wurden sie von einer Betreuerin zu den einzelnen Stationen geführt und es wurde kurz erklärt, was man dort machen kann.

Ich genoß aus der Distanz das Treiben. Mein Blick fiel auf Frau Götz. Ihr Werkzeug  und Hingucker war ihre Nähmaschine. Sie war umgeben von Schubladen mit wahren Schätzen. Ich liebe solche Kästchen: bunt, glitzernd, Knöpfe, Stoffe,  Fundstücke und Raritäten. Sie  hatte jede Menge Ideen und war selbst gespannt, für was sich die Kids entscheiden würden. Mein Favorit: Eine  coole Handytasche aus alten Jeans.

Am Tisch nebenan das volle Kontrastprogramm. Ich kann die technische Dinge überhaupt nicht benennen. Erkannt hatte ich alte Lautsprecherboxen, so wie man sie früher im Auto hatte.
Hier traf ich auf Laurenz, der mit seiner Oma kam.  Er lauschte den Ausführungen des Experten und ich war gespannt, ob  der Funke überspringen würde.
Selbst neugierig geworden, richtete ich meine Fragen an ihn. Was wird hier gemacht? Ist doch logisch. Hier wird ein ehemaliger Lautsprecher aus dem Auto in ein Radio umfunktioniert. Dazu mussten Bauteile zusammengesucht und verlötet werden. Faszination pur für mich, als am Ende Musik aus der alten Box kam. Da strahlte nicht nur die Oma. Hatte sie es doch gewusst. „Ich wollte ihn mal wegholen vom Spielen an der Konsole, ich wollte ihn mal für etwas anderes begeistern“. Ich wollte mit ihm raus gehen. Er ist ein Stubenhocker. Es ist ihr gelungen, auch wenn es ihrem Enkel etwas peinlich war, wie sie über ihn sprach.

Nächste Station: Ein Computer. Rechner, Bildschirm, Lüfter, Festplatte… Hier wurde den Kindern erklärt, wie ein Computer funktioniert. Auf einem Tisch lagen Teile, die sonst als Innenleben in einem Rechner verschwinden. Die Kids waren aufmerksam dabei. Als er die Festplatte auseinander baute und man die CDs sah, wie klein sie waren, da war nicht nur ich erst einmal baff.  Auf so kleine Scheiben passen all die vielen Daten?!? Als ich sagte: „Das ist ja ein Wunder, wer denkt sich denn so etwas aus.“ Da schaute der Fachmann hoch und sagte fast andächtig: „Ja, Sie  haben Recht. Auch für mich ist das ein Wunderwerk der Technik. Ich bin selbst fasziniert.“

Bei meinem Rundgang treffe ich auf einen Ingenieur. Er strahlte übers ganze Gesicht, und außerdem eine unglaubliche Ruhe aus. Zum einen freute er sich über die große Resonanz und zum anderen war er voll in seinem
Element. Er hatte sich noch Unterstützung aus der Familie mitgebracht, denn an den Tischen war absolute Präzision gefragt. Die Kids bekamen einen Elektronikbausatz „3-Kanal 18-LED-Wechselblinker“. Ich habe  gerade neben mir die Bauanleitung liegen und verstehe  auch nach genauem Studieren wirklich nur Bahnhof.
Am Ende hatten die Kids ein leuchtendes Herz zusammen gelötet. Auch ihn durfte ich
ein bisschen ausfragen.
Irgendwie interessiert mich, wie es dazu kommt, dass man sich für Technik interessiert. Er sagte lachend: „Das weiß ich ziemlich genau. Seit ich 6 Jahre alt bin. Meine Eltern hatten sich einen Lötkolben angeschafft. Und Sie werden es nicht glauben, aber das erste Wort, dass ich lesen und schreiben konnte war das Wort: Heimlöter.“

Nebenan ist es genauso spannend. Dort agiert Herr Peter. Er hat einen besonderen Auftrag. Er wird  versuchen, funktionsuntüchtige  elektronische Geräte von Kindern zu reparieren. Noah ist enttäuscht. Sein Amphibienfahrzeug hat einen Totalschaden, aber die zwei Walki-Talkis von Luka kann er retten. Da strahlt aber jemand.
Inzwischen ist richtig viel Leben im Haus. Und eine Szene finde ich besonders interessant. Da unterhalten sich im Hintergrund  lautstark die Erwachsenen und vor ihnen am Tisch  sitzen ihre Kids und man hört kein Wort. Sie unterstützen sich gegenseitig. Ab und zu gibt es einen kleinen Tipp oder eine Hilfestellung der Betreuer. Fasziniert bin ich von drei Jungs: Leon, Fabian und Marvin.  Sie löten ein Herz. Leon macht sein Herz für Mama zum Muttertag. Er sagt, es sei ganz schon anstrengend. Aber aufgeben? „Auf gar keinen Fall“.

Von einem Gast hörte ich, wie er sagte: „Schon wenn man reinkommt, merkt man, dass hier heute eine besondere Atmosphäre herrscht. Es knistert förmlich.
Draußen treffe ich Thomas. Er hat bereits mehrere Stationen besucht. Jetzt darf er noch einmal einen Reifen flicken und das Rad ab- und aufmontieren. Diesen Kurs sollte ich besser auch einmal besuchen.
Am Ende meines Rundganges bleibe ich bei einem jungen Mann mit seinem Laptop hängen. Auch er sei  bereits als Kind mit dem „Technikvirus“ infiziert worden.  Durch eine Informatik AG am Gymnasium. Löten
sei auch für ihn das Zauberwort. Als in der Familie dann der erste Computer angeschafft wurde, war er ständig mit dem Studieren des Programmierbuches beschäftigt.  Inzwischen hat er in dieser Branche seinen Job gefunden. Nebenbei beschäftigt er sich aber mit kostenfreier Software. Linux.  Für ihn ist es ein Muss, den Nutzer über die Vor- und Nachteile von Software aufzuklären.  Vor allem sieht  er Monopolstellungen sehr kritisch.  „Auch hier geht die Vielfalt verloren. Wie in der Natur.“   Außerdem ist der Gedanke der Nachhaltigkeit nicht von der Hand zu weisen. Sein Motto: Alte Hardware zu neuem Leben erwecken.

Mein Fazit. Ich bin sehr zufrieden. Ich habe nur in glückliche Gesichter gesehen. Von den Kindern, den Veranstaltern und auch Eltern. Da sollten wir dranbleiben und ein Zeichen setzen. Gegen die Wegwerfmentalität hin zur Wertschätzung der Kunst des Handwerks und der Genialität der Technik.

 

Der Kalbfleischapfel ist es geworden!

Eigentlich war das Wetter viel zu schön, um den Sonntagnachmittag im Haus zu verbringen, gerade wenn man vor so einer schönen Kulisse tagen kann.  Das meinte auch der Pomologe Steffen Kahl, der an diesem Tag Experten, Kenner, Vermarkter und Neugierige (wie mich) begrüßte und auf den Tag einstimmte.
Höhepunkt sollte an diesem Nachmittag die Wahl der Hessischen Lokal- und Streuobstsorte des Jahres 2019 sein.  Die verantwortlichen Mitglieder des hess. Pomologenvereins wollen mit dieser Veranstaltung   auf alte, erhaltenswerte Obstsorten in Hessen aufmerksam machen. Dabei werden jedes Jahr entsprechende Aktionen durchgeführt und somit wichtige Öffentlichkeitsarbeit geleistet.

Die Streuobstfreunde werben damit für selten gewordene heimische Obstsorten, um sie wieder zu verbreiten und langfristig zu erhalten.
Die Organisation vor Ort übernahmen die Streuobstwiesenretter (www. streuobstwiesenretter.de), die an diesem Nachmittag die Anwesenden über ihre erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit informierten.  Florian Schuhmacher und Martin Schaarschmidt berichteten  eindrucksvoll von ihren Aktionen und „Rettungsmaßnahmen“ seit der Gründung  im Jahre 2011.
Ihr Wirken umfasst weit mehr als die Pflege und den Erhalt der Streuobstwiesen. Sie präsentierten auch ihre zeitgemäße Marketingstrategie.
Aus den „jungen Wilden“ wurden inzwischen ernstzunehmende Botschafter, die sich motiviert und mit viel Spaß für die Rettung der Streuobstwiesen als einen charakterischenTeil der hessischen Kulturlandschaft  einsetzen.
Zum besseren Verständnis: Hessens Landschaft war einst geprägt von hochstämmigen Obstbäumen. Doch nachdem man sogar Rodungsprämien in den siebziger Jahren vergab, wurde es ernst und einfältig.
Mehr als 5000 Tiere und Pflanzen auf der Streuobstwiese zeugen von einer großen Artenvielfalt. Der Steinkauz, meine Lieblingseule, hat hier seinen Lebensraum.
Man kann die Streuobstwiesenretter wirklich als Retter bezeichnen, denn wenn man erfährt, dass die Streuobstwiesenbestände in den letzten Jahrzehnten um 75% zurückgegangen sind, dann war es höchste Zeit, dass sich gerade junge Menschen wieder mit dem Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft auseinandersetzen und Mitstreiter suchen und finden.
Viele regionale Sorten sind seitdem verschollen und auch das Landschaftsbild zeigt sich verwahrlost. Außerdem fehlte die Vernetzung der Akteure, die sich um den Schutz der Bäume kümmern.
Von manchen Sorten gibt es heute nur noch einen Baum. Ich erinnere mich noch gut, als es einen Aufruf der Retter gab: „Gesucht wird Hans Kasper“. Und? –  Er wurde gefunden und er stand bei der heutigen Veranstaltung der Pomologen sogar im Mittelpunkt, zusammen mit dem Pflasterapfel und dem Kalbfleischapfel.
Herr Kahl ergriff das Wort und teilte die Anwesenden in drei Gruppen ein. Sie sollten sich mit den drei genannten Sorten auseinandersetzen, ihre Vorzüge finden und weitere interessante Merkmale und Informationen zusammentragen. Jede Gruppe stellte dann ihren Apfel vor. Es war ein Werben um die meisten Stimmen.
Bei einer Sorte ergänzte jemand aus dem Publikum: „Diese Sorte kann auch weiter weg vom Haus gepflanzt werden, der wird nicht gestohlen“.
Liegt das daran, dass er vielleicht vom Geschmack her eher als Kelterapfel geeignet ist? So wie der Speierling, den ich schon selbst probiert habe.  Er wird seinem Namen gerecht. Es geht aber nicht nur um den Tafelapfel.
Inzwischen wird nämlich das Obst der Streuobstwiese  wieder wertgeschätzt.
Wir haben am Naturschutzzentrum auch ein paar Obstbäume und ich habe inzwischen ein Auge auf unsere Bäume, denn auf den Geschmack kommen auch BesucherInnen, die manchmal vergessen, dass die Bäume  ja jemanden gehören und die Besitzer gerne selber ernten würden.

Dann kam es zur Abstimmung. Die Wahl fiel mit großer Mehrheit auf den Kalbfleischapfel. Herzlichen Glückwunsch!
Eine gute Stimmung herrschte im Raum. Alle waren zufrieden. Jetzt blieb noch genügend Zeit für die Reiser-Tauschbörse, auf die alle Lust hatten. Ich konnte, entschuldigen Sie, wenn ich es so einfach sage, mir gar nicht vorstellen, was da passiert. Da lagen einfache Ruten, die genau unter die Lupe genommen wurden, da wurde fachgesimpelt und spezielles Wissen ausgetauscht. Eine ganz andere Welt, von der ich nur wenig verstehe. Gut, dass wir so verschieden sind. Wie die vielen verschiedenen Apfelsorten.

Frühling! Du kannst kommen.

Hätte bei Frühlingsfest nicht so ein Wetter sein können? Draußen ist es frühlingshaft warm, die Bienen summen um ihr Hotel und beziehen ihre Wohnung. Die Spatzen pfeifen, die Meisen bauen vor meinen Augen an ihrem Nest, Gänse laufen zu zweit am nahen Seeufer. Das ist Frühling!
Eigentlich sind wir ja, zumindest was das Wetter anbelangt, sehr verwöhnt. Kaum eine Veranstaltung ist in den letzten 12 Jahren buchstäblich ins Wasser gefallen.
Mit Sorge beobachteten wir wochenlang die Prognose für den 19. März. Leichtes Aufatmen. Zumindest sollte es nicht regnen. Wir freuen uns halt, wenn unsere kleinen und großen BesucherInnen sich im Freien aufhalten können. Unser Programm war darauf ausgelegt.
Dennoch. Wir nahmen es gelassen. Viele Akteure sahen es genauso und die stimmungsvollen Bilder lassen auch gar keine anderen Schlüsse zu.
Der Bergsträßer Anzeiger, d.h. Frau Scharf hat einen schönen Artikel dazu geschrieben. Als Gerhard ihn beim Frühlstück las, sagte er: „da wäre ich auch gerne dabei gewesen“. Er wurde aber in Berlin gebraucht.
Hier ein Link zu diesem Artikel:
http://www.morgenweb.de/region/bergstrasser-anzeiger/region-bergstrasse/ganz-nah-dran-an-kroten-und-froschen-1.3202426

Ich wäre so gerne länger an den Ständen stehen geblieben, hätte gerne mehr Zeit bei den Imkern verbracht, die sich mit einem tollen Stand präsentierten…, hätte auch gerne Erhard  wieder über die Schulter geschaut, als er Herrn Oyan in frühlingshafter Laune das Kiva-Projekt der Klimalotsen vorstellte…, hätte auch gerne noch länger den Kindern zugesehen, die Schmetterlinge gefilzt oder Insektennisthilfen erstellt hatten…, hätte gerne noch viel mehr Samenbälle geworfen, damit unsere Bienenwiese im Sommer wieder im gelben Blütenlicht erstrahlen kann,  aber  – ich war Springerin. Mal in der Küche oder – (und das noch viel lieber) oben an der Feuerstelle.
Da zieht es mich einfach hin und an diesem Tag besonders, denn Harald Germann war exklusiv aus Zwingenberg angereist und hatte im Kofferraum jede Menge Backutensilien und vor allem einen bereits gärenden Roggenteig für unser Brot aus dem Steinofen.
Es sprach sich ganz schnell unter den Anwesenden herum, ab wann das frische Brot aus dem Ofen gekostet werden konnte. Wir hatten dazu verschiedene Aufstriche und Bärlauchbutter vorbereitet -die Warteschlange war  länger als die für die Getränkeausgabe.

Hussein unser neuer BFDler hatte an diesem Tag ganz schön was zu Staunen. Er war mit Sirin in der Kreativwerkstatt und stellte, wie sie mir am Abend sagte, viele, viele Fragen. Ob in Kolumbien auch solche Feste gefeiert werden?
Auf jeden Fall hat er sich bereits eingelebt und bringt sich seit einer Woche engagiert ins Tagesgeschehen mit ein. Gestern musste er mich sogar „retten“. Eine große Gruppe der Kolpingfamilie Bergstraße war zu Gast. Ich hatte einen Vortrag vorbereitet und brauchte seine Unterstützung und seinen technischen Verstand, weil wieder mal unser Beamer nicht so wollte, wie ich es mir wünschte.
Das nenne ich Team. So erlebte ich uns auch am Sonntag. Ein stimmiges Team, auch im erweiterten Sinn. Jede/r nahm seinen/ihren Platz ein, ob Mechthild hinter der Kuchentheke oder Daniel und Max hinter dem Tresen. Am Abend waren wir platt, aber blickten zufrieden auf den regenfreien Nachmittag zurück. Der Wettergott war uns hold.

Klimalotsen agieren weltweit

Klein aber fein war der Auftakt zur zweiten Runde der Klimalotsen. Anfänger trafen auf Fortgeschrittene. Genial. Alle wollen was dazu lernen und das, verbunden mit Spaß. Der war natürlich mit vorgesehen.
Beate hatte auf zwei großen Tischen Anschauungsmaterial zum Anfassen vorbereitet. Schon allein an diesen Tischen könnte man stundenlang verweilen, weil sie neugierig machen.
Ich freute mich, sie alle wiederzusehen. Auch die „Neuen“. die Reinschnupperer, waren keine Unbekannten mehr für uns.

Der Förster und Waldpädagoge, Ruis Eckhardt, kam ebenfalls zu dem Treffen. Er ist der unser Experte zum Thema: Wald und Klima. Ruis hatte etwas mitgebracht. Holz.  Jeder bekam es in die Hand mit der Aufforderung, es zu brechen. Das klang einfach. Schaffte aber keiner. Nicht einmal Erhard Renz.  Es musste also einen Trick geben. Der „Aha-Effekt“ blieb nicht aus.  „Ist doch logisch“, waren sich hinterher alle einig!
Er wurde aber auch wissenschaftlich in seinen Ausführungen. Er sprach über Folgen des Klimawandels, die wir selbst im Wald entdecken können. Die Wissenschaft der Phänologie setze sich nämlich mit jährlich wiederkehrenden Ereignissen in der Natur auseinander. So haben Forscher zum Beispiel festgestellt, dass die Blüte des Haselnussstrauches sich in wenigen Jahrzehnten um mehrere Wochen nach vorn verschoben hat.

Zwischenrein gab´s was zum „Spielen“. Beate stellte, sozusagen als Vorgeschmack auf das Spiel: „Siedler von Global“, eine Teamaufgabe.  Alle mussten gemeinsam einen Stab absetzen. Dabei durfte der Stab nicht umklammert werden und alle Finger mussten immer in Kontakt mit dem Stab, sein. Das war nicht so einfach, denn zunächst wanderte der Stab unter großer Verwunderung nach oben.

Dann übernahm Eva die Rolle der Expertin. Eva kennen schon alle.  Auch sie hatte sich als Referentin für den heutigen Infotag angekündigt und machte die Schüler neugierig auf ihr Thema: „Energie aus der Sonne“. Welche Kraftwerke gibt es, die aus erneuerbaren Energiequellen Strom erzeugen? Gemeinsam  überlegten sie, womit sie am 10. März experimentieren wollen. Sie einigten sich auf den Bau eines Aufwindkraftwerkes.

Im nächsten Beitrag stellte Erhard Renz  sein Projekt: Kiva  vor. Dank einer großzügigen Spende als Startkapital können die Klimalotsen  inzwischen Kleinkredite im Wert von 25 Dollar pro Projekt an bedürftige Menschen auf der ganzen Welt vergeben. Es entsteht auf dem Portal von Kiva ein wachsendes Team weiterer Spender, die Geld zur Verfügung stellen, damit die „Jungunternehmer“ frühzeitig lernen, sich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen, sich auszutauschen, zu vertrauen… Sinn ist ganz sicher nicht, als Gönner aufzutreten. Bisher konnten Kredite über 1700,-€ vergeben werden. Teilweise wurde schon begonnen, die Kredite zurückzuzahlen, so dass sie erneut vergeben werden können.
Sehr interessant war an dieser Stelle  die Frage: Was hat Kiva mit dem Klimawandel oder Klimaschutz zu tun?
Hier einige Antworten der Kids: „Wir helfen damit Familien, dass ihre Kinder zur Schule gehen können, vielleicht sogar studieren.“ „ Wir geben einen Kredit, damit Bauern eine kleine Solaranlage anschaffen können. So können ihre Kinder abends noch in ihren Schulbücher lernen, weil sie ja tagsüber  mithelfen müssen.“  „Wir können Bauern helfen, Maschinen zu kaufen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen“.   „ Wir unterstützen damit Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, ihren Lebensunterhalt im eigenen Land aufbringen zu können. Damit sie ihr Land nicht verlassen müssen.“
„Wir haben so viel Glück, dass wir in Deutschland geboren wurden. Anderen geht es nicht so gut. Wir können ihnen so etwas zurückgeben“. Ein Junge schilderte, dass er die Hälfte seines Geldes zur Kommunion für ein ähnliches Projekt spendete. „Ich konnte einfach nicht anders“.  Mir geht es so gut.
Ab Mai kommt für 10 Monate eine Inderin zu uns als BFDlerin. Sie wurde durch die Karl-Kübel-Stiftung (Weltwärts) über unsere Einrichtung informiert. Eine Mitarbeiterin war direkt vor Ort und stellte verschiedene Einsatzstellen vor. Aiswarya, so heißt die junge Frau, die sich noch nicht recht vorstellen kann, warum man ein Natur- und Umweltzentrum braucht. Aber sie war gleich neugierig geworden. Natürlich wird sie auch in der Gruppe der Klimalotsen mitmachen. Sie kann uns etwas über ihre Kultur, über das Bildungssystem und die Schönheit des Landes erzählen. Sicher erfahren wir auch etwas über die Vorzüge und etwas über die Sorgen ihres Landes. Wir werden genau zuhören  und können so gegenseitig voneinander lernen. Davon bin ich überzeugt.

 

„Welche Macht wirklich glücklich macht“

Gerade eben habe ich wieder was gelernt. Zwei Hunde begegnen sich in unserem Haus. Sie mögen sich. Das konnte man nicht nur sehen. Im Gespräch mit der  Hundehalterin erfuhr ich etwas über  den Wert der Hundeerziehung und  über Fehler, die sie anfänglich gemacht hat.  Mir hat besonders imponiert, wie tiefenentspannt der Hund  vor uns lag.  Er streckte alle Viere von sich. Voller Vertrauen.
Warum schreibe ich das?
Weil ich noch immer tief bewegt von meiner ersten  Begegnung im neuen Jahr mit den Kindern der Gruppe:  „Kinder stärken“ bin.  Das verbindende Element ist das Wort Vertrauen.
Wir verbringen  nur vier Stunden miteinander. Es kommt mir aber vor, als unternähmen wir an diesem Nachmittag zusammen eine Reise. Eine schöne Reise. Eine Reise, auf dem Weg zu uns selbst.

Die Begrüßungsrunde hat es dabei immer in sich. Hier wird festgelegt, wohin die Reise gehen wird. Elias, ein Junge, der schon ein paar Jahre dabei ist, kam schon recht aufgewühlt bei uns an. Der Schultag hatte es in sich. Er wird häufig wegen seines Namens gehänselt. Es sprudelt nur so aus ihm heraus. Am liebsten würde er seine Fäuste gebrauchen. Das Problem kennen auch andere.
Sofort entsteht eine angeregte Diskussion. Es gibt Kinder, denen geht es ähnlich. Es gibt aber auch Kinder, die sind einen Schritt weiter. So auch Lukas. Er erzählte aus seiner Zeit, die schon ein paar Jahre zurückliegt. Es gab da einen Jungen, der hätte es fast geschafft, dass er nicht mehr in die Schule wollte. Doch inzwischen sind sie Freunde!  Echte Freunde. Lukas erinnerte sich laut, wie er das geschafft hat. Elias wurde nachdenklich. Ihm wurde klar, dass er nicht seine Fäuste einsetzen muss, um akzeptiert zu werden,  sondern es liegt an seiner  Einstellung zu sich selbst.
Diese Situation hat so viel ausgelöst. Es herrscht großer Redebedarf und auch viel Solidarität. Auch das Herz öffnet sich, für den eigenen persönlichen Schmerz oder die persönliche Kränkung. „Vor mir laufen alle weg, ich finde keinen Freund, der mit mir zusammen spielen will“, sagt Jan laut, fast verzweifelt,  in den Moment der Stille hinein. „Ich kann  machen was ich will“. „Meist kriege ich sogar noch Ärger, und verschlimmere die Sache.“
Ich persönlich kann mir gut vorstellen, wie sich ein Konflikt bei ihm aufbaut. Ich kenne ihn lange genug, aber auch gut genug um zu wissen, wie sich das Geschehen zu einem Drama entwickeln  kann. Jan ist sehr naturverbunden, kreativ, intelligent und meiner Meinung nach hochsensibel. Er ist aber auch ungeduldig, fordernd und manchmal überschätzt er sich und andere dabei. So können Situationen entstehen, die Konflikte in sich bergen. Kinder können ihm nicht immer  gleich folgen, oder fühlen sich nicht miteinbezogen oder gar über den Tisch gezogen. Will er nur Chef sein? Nein, will er nicht. Er hat gute Ideen, er hat ein sehr gutes Herz, er ist ein Macher, aber auch ein Bestimmer. Das macht halt manchmal dann auch einsam. Wenn er sich zurück gewiesen fühlt, dann bauen sich negative Gedanken und Gefühle auf. Die entladen sich. In Wort und Tat. Sag das mal einem Kind!
Hier gibt es für ihn viel Raum. Für alles. Er strolcht durch die Hecken, verweilt Stunden am See oder bereichert mit seinem Einfühlungsvermögen und seinem Sprachschatz viele Gespräche, die Tiefgang haben. Vor kurzem sagte er einem Kind:  „Hey,  entspann dich. Du bist im Naturschutzzentrum, vergiss das nicht. Da kannst du sagen, was du denkst.“
Dieses Mal bat ein Mädchen um ein Gespräch unter vier Augen. Ich kenne ihre Problematik. Heute wolle sie mutig sein und mit ihrem Anliegen die Gruppe informieren. Wirst du mich unterstützen?, fragte sie mich.  Sie wirkt nach außen so stark, so wild, so offen, so glücklich. Aber wie schon angedeutet. Sie wirkt so. Es schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Sie kämpft auch mit Vorurteilen, Mobbing und Kränkungen.
Wir warteten die Zeit nach dem Essen am Feuer ab. Alle waren wir zufrieden um das Feuer versammelt. Ich übernahm die Ankündigung und dann sprach sie voller Vertrauen drauf los. In dem sicheren Gefühl, dass ich aufpasse, dass alles gut verläuft. Man spürte, wie sie sich ihre Sorgen und Anspannung von der Seele redete. Und niemand lachte und niemand störte ihre Gedanken oder wandte sich ab.
Erleichtert stellte sie fest: „Wenn ich hier bin, dann fühle ich, dass wir alle gleich sind. Auch mit den Tieren. Es kommt mir so vor, als seien wir eine Herde Wildpferde. Hier muss man nichts machen, um was zu machen.“
Upps! Das musste ich für mich erst einmal wiederholen. „Hier muss man nichts machen, um was zu machen“. Das sagte ich wohl laut und bekam auch gleich von einem  Kind  neben mir prompt die Antwort. Ist doch logisch. Wir müssen hier nichts machen, wir entscheiden selbst, was wir wollen und dann ist alles gut. Ist das wirklich so einfach?
Wenn ich Gerhard am Abend von meinen Erlebnissen erzähle, gerade bei Begegnungen mit Kindern, auch bei den Ferienspielen, dann sagt er immer, dass er etwas „neidisch“ ist. Natürlich nicht wirklich, aber ich kann gut verstehen, wie er das meint.
Wir Erwachsenen können untereinander nicht mehr so vertrauensvoll miteinander  reden oder umgehen. Wir müssen immer überlegen, was wir sagen oder besser nicht sagen. Wir merken gar nicht mehr, wenn wir aus einer Kränkung heraus „über“ reagieren. Also beleidigt sind oder Macht demonstrieren müssen.

Ich habe mir in den letzten Tagen deshalb mehrmals vorgestellt, was ein Präsident Trump den Kindern mitteilen würde, wenn er mal wirklich sagt, wie er sich fühlt. Worüber er sich als Kind gefreut hat, was ihn geärgert hat. Und sie würden ihn zu einem Test einladen.  „Donald“, würden sie sagen, „wir testen erst mal deinen Selbstwert“.
„Keine Angst, das macht die Veronika auch immer mit uns“. „Also, es gibt eine Skala von Null bis Zehn“. „Null bedeutet: ohne mich kann die Welt gut leben und zehn bedeutet: die Welt braucht mich, ich bin ein Held“! „Wie würdest du dich einschätzen, Mister Präsident“? Dann würde er vielleicht sagen: 9,8. (Zehn traut er sich nämlich nicht zu sagen). Dann würden die Kinder wissend schmunzeln.
In ihrer Gegenwart würde er vielleicht lernen, worauf es wirklich ankommt. Welche Macht wirklich glücklich macht. Er will gesehen und wertgeschätzt werden. – Nur nicht auf diese Art und Weise, Mister Präsident.

Ich habe keine Bilder mit Nahaufnahmen von diesen Kindern genommen.  Auch die Namen sind verändert. Aber ich kann Ihnen eines sagen: von diesen Kindern könnten wir alle noch was lernen. Das sind die wahren Menschenfreunde. Erfassen wir sie mit unserem Herzen.

Johanna und ihr Glückswächter

Das ganze Team, einschließlich der Geschäftsführer, traf sich vor Weihnachten, um in gemütlicher Runde das Jahr abzuschließen. Bis in den Dezember hinein liefen Veranstaltungen, wir hatten immer genügend zu tun. So freuten wir uns alle auf die wohlverdienten freien Tage, die jede/r von uns auf seine Weise nutzte.
Gerhard und mich zog es an die Ostsee. Ich wollte mir frischen Wind um die Nase wehen lassen. Der Kopf sollte frei werden für neue Herausforderungen. Das ist auch gelungen. Wir waren täglich, bei jedem Wetter, draußen bis es dunkel wurde. Von der Sturmflut profitierten wir zusätzlich. Es wurden natürlich auch Bernsteine an Land gespült. Und wir wurden fündig.
Natürlich habe ich das alte Jahr noch einmal vor meinem geistigen Auge vorüberziehen lassen. Nach wie vor zeichnete sich keine Sorgenfalte in meinem Gesicht ab. Alles gut.
Heute und morgen wird das neue Programm gedruckt. Auf der Homepage kann man sich schon einen Überblick verschaffen. Ab Mittwoch werden wir es an den bekannten Stellen auslegen.

Die erste Mitarbeiterbesprechung in diesem Jahr war geprägt von Motivation, neuer Tatkraft  und der ernsthaften Überlegung, wie wir die ruhigeren Tage im Hause effektiv nutzen könnten.
Gerne würden wir z.B. die  Ausstellung aufwerten. Wir nehmen sie einfach nicht mehr bewusst wahr. Gerhard ging dieses Thema bereits konkret an. Er saß am Wochenende schon Stunden im Ausstellungsraum und kümmerte sich um unsere, in Kisten  angesammelten, Fossilien. Endlich hat er einen Schrank gefunden, in dem er sie einordnen kann.

Harry, unser Hausmeister, ist ebenfalls mit der Ausstellung beschäftigt. Er schafft für uns „neue Räume“, indem er aufräumt, wegräumt, bohrt, hämmert … und die Lebendfallen für Mäuse im Auge hat, die nichts im Hause zu tun haben. Johanna nimmt sie dann im Auto mit hoch bis über die Bahnlinie, dort finden sie in einem kleinen Wäldchen sicher einen besseren Unterschlupf.

Ich bleibe gedanklich noch etwas bei Johanna. Hauptsächlich kümmert sich unsere kunstbegabte BfDlerin zurzeit um den Werkraum. Zum einen belebt sie ihn mit ihrer Kreativität, erschafft Kunstwerke oder überlegt sich ein Programmangebote für Kindergeburtstage. So  hat sie einem  Glückswächter Leben eingehaucht.  Zum Anderen schafft sie Ordnung im Werkraum.  Er soll mehr zur Kreativität einladen, dazu gehört, dass Werkmaterialien überprüft und vor allem ausgemistet werden. Oder sie bemalt uralte Stühle, so dass man sich gar nicht mehr traut, sich darauf zu setzen.
In dieser Woche wollte sie eigentlich zu einem BFD-Seminar in den bayrischen Wald fahren. Sie hat sich darauf gefreut. Heute kam aber eine Krankmeldung. Sie ist gestürzt und hat sich am Knie verletzt.
Das tut mir leid für sie. Deshalb widme ich ihr meinen ersten Blog im neuen Jahr.  Johanna. Wir sind froh, dass wir dich haben.

 

Wo kuscheln Tiere im Winter?

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Goldenes Licht

Eine Veranstaltung für Familien im November? Risiko. Wir leben vom guten Wetter, zumindest atmosphärisch. Wir lasen täglich den  Wetterbericht. Unterschiedliche Wetterprognosen mit Aussagen von: Regen bis Sonne erleichterten uns die Auswahl bei den Vorbereitungen nicht.  Was ist zu tun? Wir planten zweigleisig. Ein Programm für drinnen und draußen.
Der Wettergott schien von unserem Programm überzeugt zu sein. Er schickte uns milde Temperaturen und immer wieder größere Sonnenfenster. Ein großes Dankeschön also auch nach oben.
Ein Mitarbeiter des Bergsträßer Anzeigers war an diesem Tag vor Ort und verfasste einen schönen Artikel.
Diesen habe ich weitgehend übernommen. Lesen Sie selbst:

Wärmen am Feuer
Wärmen am Feuer

Nach dem Schneespaziergang werden abends am Kaminfeuer die Füße gewärmt, dazu gibt es eine heiße Tasse Tee und eine kuschelige Decke. So oder so ähnlich sieht der Winter in den Bergsträßer Familien aus. Doch wie überwintern die Tiere in der Region? Was machen Igel, Eichhörnchen und Spinne in der kalten Jahreszeit? Diese Frage wurde jetzt im Naturschutzzentrum Bergstraße (NZB) beantwortet.

Rätsel
Rätsel

Unter dem Titel „Tiere im Winter“ waren groß und klein eingeladen, sich intensiver mit den Bewohnern der regionalen Natur zu befassen und mit deren winterlichen Überlebenskünsten. Im Eingangsbereich des Zentrums empfingen ein einladendes Kuchenbüffet und der Duft von Kaffee die Besucher.
Unterschiedliche Strategien
Igel und Eichhörnchen bekamen an diesem Nachmittag besondere Aufmerksamkeit, denn zu diesen beiden gab es jeweils eine Führung, bei der die Besucher familiengerecht und spielerisch viele interessante Informationen erhielten. Zur Begrüßung durften die jüngsten Gäste selbst einmal Igel sein.

Igelquartier
Igelquartier

 Die Eltern bauten kleine Höhlen, die als Überwinterungsversteck genutzt wurden. Geborgen – warm und vor Wind, Kälte und Feinden geschützt – durften die Kinder ausprobieren, wie es sich anfühlt, im Winter ein Igel zu sein. Dazu gab es vielerlei Informationen über einheimische Tiere und ihr Verhalten im Winter.

Da das Naturschutzzentrum direkt an der Erlache liegt, sind hier auch viele Frösche zuhause. Im Sommer geben sie unüberhörbare Quak-Konzerte und im Winter graben sie sich tief in die Erde ein, um dem Frost

Igelwerkstatt
Igelwerkstatt

zu entgehen. Ebenso verhalten sich die Regenwürmer. Jedoch bleiben diese auch im Winter aktiv. Nur eben einige Zentimeter weiter unter der Erdoberfläche, denn die oberen Bodenschichten sind durch den Frost zu hart.
Was machen Spinnen in der kalten Jahreszeit? „Die verstecken sich in unserem Keller!“, antwortet ein Kind auf diese Frage wie aus der Pistole geschossen. Das stimmt. Manche schon. Doch die Kreuzspinne, die auch an der Bergstraße ihr Zuhause hat, übersteht den Winter in der Regel nicht. Aber sie trifft entsprechende Vorkehrungen: Bevor es zu kalt wird, legt sie viele kleine Spinneneier, die so robust sind, dass die Brut im

Igelspur
Igelspur

Frühling schlüpfen kann.
Wem diese Informationen noch nicht reichten, der durfte sich den Führungen anschließen, um noch mehr über die Überlebenskünstler Igel und Eichhörnchen zu erfahren. Auch hier wurden besonders die kleinen Gäste liebevoll in das Programm eingebunden. Wie kleine Eichhörnchen durften die Kinder selbst verschiedene Verstecke finden, in denen sie ihre Vorräte für den Winter vergraben. Drei Nüsse durften die Eichhörnchen auf dem Gelände bunkern – und sie mussten sich natürlich merken, wo sie die Wintervorräte versteckt hatten. Das passiert nämlich auch hin und wieder den echten Eichhörnchen: Während ihrer Winterruhe wissen sie plötzlich nicht mehr, wo sie ihre Nüsse im Herbst versteckt hatten.

Igelbackstube
Igelbackstube

Auch die Führung über die Überwinterung des Igels war besonders für Kinder eine spannende Angelegenheit. Denn die Besucher bauten ein artgerechtes Winterquartier für die stacheligen Zeitgenossen. Mit Laub, Reisig und Stroh schafften die Kinder ein einladendes Igelzuhause für die nächsten Monate. Denn in dieser Zeit hält der Igel Winterschlaf. Nachdem er sich im Herbst vollgefressen hat und die Temperaturen langsam nach unten gehen, sucht der Igel sich ein Versteck, sein Herz schlägt nur noch ganz langsam und er reduziert seinen Atem auf bis zu vier Atemzüge in der Minute. Und so verharrt er, bis der Frühling kommt – es sei denn, ein

Fledermausquartiersuche
Fledermausquartiersuche

Feind findet sein Versteck.
Leichtgewichte
überleben nicht
Auch für den Fall, dass jetzt im Herbst und zum Winteranfang ein Igel gefunden wird, der weniger als 500 Gramm wiegt, wissen die Familien nun Bescheid, was zu tun ist: Ein Tier mit diesem Gewicht überlebt den Winter nicht. Für diesen Fall gibt es bei der „Igelburg Mossautal“ oder beim Tierheim in Heppenheim Hilfe.

Blätter und Knospen
Blätter und Knospen

Neben den spannenden Führungen gab es auch im Naturschutzzentrum selbst noch vielerlei Informationen und Bastelangebote für Groß und Klein und draußen am Lagefeuer gab es Waffeln, Punsch und heiße Wurst.
Am Ende der Veranstaltung war klar: Die Bedürfnisse von Mensch und Tier im Winter sind gar nicht so unterschiedlich. Beide haben das Bedürfnis nach Wärme, Schutz und Geborgenheit. Der Mensch sucht sich Zuhause einen warmen Platz vor dem Kamin und der Igel sucht sich ein gemütliches Versteck zwischen Laub und Reisig. ahei

 So, jetzt hat es mal wieder für einen Blogeintrag gereicht. Probleme mit der Homepage über mehrere Wochen, aber auch mein enges Zeitfenster verhinderten das Schreiben. Noch ist die alte Ordnung noch nicht wieder hergestellt, aber wir haben gelernt, geduldig zu sein.            

Hilfe! Fledermausnotruf

Fledermausnotruf.
fledermausfalle1Nach einem Vortrag von Gerhard  über Fledermäuse im Nachhaltigkeitszentrum in Handthal (meine Heimat) erreichte mich am nächsten Tag der Hilferuf eines Dorfbewohners: „Können Sie mal mitkommen, bei uns ist da eine Fledermausfamilie mit 18 kleinen Fledermäusen in einem großen Lichterglas. Die Mama hat ihre Kinder wahrscheinlich im Stich gelassen. Wir sahen sie gestern am Abend im Glas flattern. Sie sind aber nicht ausgeflogen. Ist das normal? Was sollen wir machen? “
fledermausfalleZufällig war auch eine andere Zuhörerin des Abends anwesend. Wir schauten uns an und konnten sofort eine Ersteinschätzung geben. „Nee, das haben wir gelernt. Eine Fledermausfamilie mit 18 Jungtieren. Unmöglich. Jede Fledermausmama bringt im Frühjahr ein Junges zur Welt – oder höchstens zwei.“ Wir waren bereits stolz über dieses Wissen.
Natürlich waren wir auch neugierig und folgten dem Winzer zu seinem Anwesen. Dort stand ein ungefähr 40cm hohes Glas. fledermausfalle2Normalerweise ist da eine Kerze drin. Aber auf dessen Grund hockten die Fledermäuse. Mein erster Gedanke war: „Oh, die haben ja gar nichts, um sich festzuhalten oder um sich zu verstecken.“ Also, schnell ein Tuch reinhängen.
Das Ganze kam mir dennoch komisch vor. Irgendetwas stimmte hier nicht.  Schnell wählte ich die SOS-Nummer des wahren Fledermausexperten. Gerhard. Er unterbrach mich bereits nach wenigen Worten. „Oh! Das ist eine typische Fledermausfalle. Eine verirrt sich. Sie ruft die anderen, die kommen und plötzlich sind alle gefangen.“
Man müsste wie ein Hubschrauber aufsteigen, um dem Gefängnis entfliehen zu können. Wir hängten ein altes T-Shirt rein. Sofort kam Leben in die Bude. Sie nutzten das Tuch, um sich zu verstecken, beziehungsweise sie kletterten daran hoch und so konnten wir zu echten FledermausretterInnen werden. Ein tolles Gefühl.
fledermausfalle3Ich beobachtete bei der Aktion den Winzer. Er wirkte etwas unsicher und reagierte richtig erschrocken bei den ersten Flugbewegungen. Mittlerweile traf ich ihn wieder und inzwischen ist er richtig stolz, dass sich die Fledermäuse (Zwergfledermäuse)  bei ihm so wohlfühlen.   Vielleicht wird sein Haus ja ebenfalls zu einem fledermausfreundlichen Haus gekürt. In Bayern gibt es eine ähnliche Aktion wie in Hessen. Ich werde ihm noch diesen Tipp geben.
Link Bayern:
http://www.lfu.bayern.de/natur/artenhilfsprogramme_zoologie/fledermaeuse/willkommen/index.htm
In Hessen verfolge ich die Fledermausaktion bereits seit Jahren. Auch wir sind ein ausgezeichnetes „Fledermausfreundliches Haus“.
In dieser Angelegenheit hofft der NABU (Ideengeber)  noch in diesem Jahr das 1.000ste fledermausfreundliche Haus  auszeichnen zu können.
Nach wie vor gilt das Motto: Die Fledermaus braucht Freunde.

 

Wackelkontakt und Kabelsalat

Trickyag der Nachhaltigkeit. Wir sind dabei und das nun schon zum vierten Mal in Folge. Hessenweit wurden am
22. September über 550 Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt.

Ich hätte mich an diesem Tag gleich dreiteilen können, denn gleichzeitig fand in Frankfurt und Wetzlar ebenfalls eine Veranstaltung statt, zu der wir eingeladen waren. Doch mein Platz war an diesem Tag natürlich im Naturschutzzentrum selbst, denn wir hatten ein Umwelttheater zum Thema Energie zu Gast. Kinder aus dem ganzen Kreis Bergstraße waren mit ihren Eltern gekommen, um sich wackelkontakt2die Geschichte von Karl Kühl, Laila Lampe und ihren Freunden anzusehen.

Zu Beginn fragte ich die Kinder, ob sie sich unter einem Tag der Nachhaltigkeit etwas vorstellen könnten.  Sie kennen einen Muttertag, den Tag des Kindes oder Tag des Baumes, aber einen Tag der Nachhaltigkeit? In ihren Gesichtern las ich, dass sie mir gerne schnell eine Antwort gegeben hätten, hätten sie eine Antwort gewusst.
Bevor ich ihnen auf die Sprünge half, erklärte ich ihnen meine Definition zu diesem Tag. GENUG für Alle, für IMMER. Aha, da machte es  zumindest bei den Älteren „Klick“.
Energie ist dabei ein gutes Feld zum Erklären, denn die Problematik Energiesparen ist auch bei den Kindern bereits angekommen.

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Wir fanden dafür schnell genügend Beispiele. Das Bewusstsein war geschärft. Jetzt war es Zeit für die Geschichte. Sie waren gespannt.

wackelkontakt5Ein Wecker rappelt.  Linus steigt aus dem Bett. Er  friert. Seine Füße wärmt er mit einem Fön. Seine Socken legt er auf die voll aufgedrehte Heizung. Auf die Herdplatte stellt er einen viel zu kleinen Topf mit Wasser für sein Frühstücksei. Den Kühlschrank lässt er offen, nachdem er feststellt, dass ihm ein Ei fehlt.  Jetzt schnell noch Eier kaufen, dabei laufen alle Geräte auf Hochtouren.  Geht´s noch?
Als er weg ist, beschweren sich die Geräte. Nie könnten sie ausruhen, immer müssten sie in Betrieb sein.
Ricky Riesenmaus, die Kabelakrobatin, hört ihr Klagen. Sie ist eine kluge Maus und erklärt, warum das Verhalten von Linus nicht nur für die Geräte schädlich ist, sondern auch für Linus selbst. Sie nimmt sie via Bildschirm mit ins Kohlekraftwerk, dort erklärt sie den wackelkontakt7Stromkreislauf und noch viel mehr zum Thema Energie.

Da geht Ihnen ein Licht auf. Es reicht. Karl Kühl, Laila Lampe und die anderen beschließen den Ausstieg. Sie hauen ab. Soll er doch sehen, wie ihm warm wird.
Linus traut seinen Augen kaum, als er das Verschwinden entdeckt.

Wie gut, dass Ricky ihn nicht allein lässt. Er bietet ihm sogar an, ihm zu helfen, wenn er sich anhört, warum sie weggelaufen sind. Natürlich ist auch die Maus nicht dumm. Sie macht das für ein wackelkontakt8großes Stück Käse. Linus hört sich an, warum er  sein Verhalten ändern muss.  Der Planet Erde fängt an zu schwitzen, wir Menschen tragen dazu bei, dass sich die Erde immer mehr erwärmt und welche Auswirkungen das haben wird, dass kann er sich selbst ausmalen.
wackelkontakt10Er zeigt sich einsichtig und verspricht Besserung.  Ricky Riesenmaus glaubt ihm und hilft ihm die Geräte zurückzuholen. Sie standen bei einem Trödler zum Verkauf an. Gerade noch rechtzeitig wurden sie zurück geholt.
Doch damit nicht genug. Es gab auch Zuhause noch ein paar Veränderungen. Heizung und Kühlschrank passen einfach nicht wackelkontakt11zueinander. Der Kühlschrank rückte an eine andere Stelle.

In diesem Theaterstück schaffen es die Akteure auf humorvolle Weise die Thematik der Energiegewinnung und des  Energieverbrauchs kindgerecht aufzubereiten. Gemeinsam mit den agierenden Figuren erschließen tag-der-nachhaltigkeitsich den kleinen und großen ZuschauerInnen im Lauf der Handlung viele Zusammenhänge (z.B. Treibhauseffekt) und alternative Möglichkeiten der Energieerzeugung. Der Schwerpunkt jedoch liegt auf energiesparenden Verhaltensweisen im Alltag, die die Kinder selbst anwenden können.
Sehr zu empfehlen. Wir danken den Akteuren des Theaters Unverpackt. Gut gemacht.  Da bleibt was in den Köpfen. Da bin ich mir sicher!

Große und kleine Geburtstage

 

Der Sommer war lang und anstrengend. Ich merkte es selbst daran, dass ich keine Zeit mehr fand, nicht einmal mehr  für eine Herzenssache:  Blog schreiben. Dabei tobt hier das pralle Leben.

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Fledermauskastensichtung

Erst vorletzten Sonntag fand ein tolles Fledermausfest statt. Eltern wie Kinder wurden zu richtigen Fledermausfreunden, einfach deshalb, weil sie die Flattermänner hautnah erleben durften. Sei es bei der Sichtung der Fledermauskästen, oder weil sie im Spiel: Fledermaus-Motte eine Motte sein durften, die sich von der Fledermaus nicht als Appetithappen fangen lassen wollte.

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Fledermaus

Nach den Ferienspielen mussten wir auch nicht befürchten, dass es nun zu ruhig in unserem Haus sein würde. Nein, auf das Lachen der Kinder brauchten wir auf gar keinen Fall zu verzichten, denn viele Kinder nutzten das Ambiente und die Angebote des Naturschutzzentrums für ein schönes Erlebnis in der Natur, zum Beispiel  für einen Kindergeburtstag.

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Jenny, Jo, Veronika, Beate, Florian, Marco, Harry, Mechthild vorne: Ulrich Androsch

Am vergangenen Freitag war ich selbst das Geburtstagskind. Es war ein runder Geburtstag und mein Team hat sich eine besondere Überraschung für mich ausgedacht. Es war so schön am Morgen hierher zu kommen und die Glückwünsche und mein Geschenk (Birnbaum: „Frühe von Trevoux“) in Empfang zu nehmen. Selbst am Nachmittag ging es weiter. Da bekam ich Besuch bei einem kleinen Empfang für Weggefährten der letzten zwölf Jahre, mit denen ich hier zusammentraf und zusammen arbeitete. Auch das haben die Mitarbeiter organisiert. Ich war sehr gerührt.

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Energiebaum

Am Samstag kam dann meine große Familie aus Franken, um zusammen mit mir und lieben Freunden und Verwandten von der Bergstraße zu feiern. Was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter!

Ein richtiges Sommerfest fand statt und ich mittendrin. Sonst bin ich ja meistens diejenige, die  anderen Gästen ein schönes Fest bereitet.
Höhepunkt war zweifelsohne die Zeit, nachdem es langsam dämmrig wurde.
Ich als Lichterfan, kam voll auf meine Kosten. Angestrahlte Bäume, Lichterketten und bunte Lichtbälle auf dem ganzen Gelände. Eine richtige Lichtershow, sogar mit tanzenden Lichtern. Einfach magic. Ein unvergessliches Erlebnis, das ich meinen Kindern und Gerhard zu verdanken habe.

einfach magic!!!
einfach magic!!!

Von den Frankenkids bekam ich ein Liebeslied in 17 Sprachen, selbstselbst Strophen in hessisch, fränkisch und türkisch für Deutsche waren dabei.  Einen Film, auch von Gratulanten, die nicht dabei sein konnten, kann ich auch in Zukunft immer wieder anschauen und mich daran erinnern.
Bäume und Wege scheinen in meinem Leben eine wichtige Rolle zu spielen, denn ein großes Bild aus Korken mit Blättern, auf denen die Gäste schrieben, was sie an mir mögen, hängt inzwischen bereits Zuhause an der Wand. Sollte ich mal wieder an mir (ein bisschen)  zweifeln, dann lese ich die Zeilen, die mir liebe Menschen geschenkt haben.
Ich danke Allen, die an mich gedacht haben. Diese Tage werde ich nicht vergessen.

 

 

 

 

„Der ist cool“

Ferienspiele. Szene am Feuer. Kinder lernen mit dem Schnitzmesser umzugehen. Dabei wird sehr konzentriert gearbeitet und kaum einer spricht.
Maike, eine Betreuerin sitzt mit einem 8jährigen Mädchen dabei und beobachtet die Szene. Sonja, so nenne ich jetzt einmal das Mädchen, schaut Maike an und sagt: Weißt du was, ich weiß jetzt schon, dass mein Mann später mal nicht so einen auf cool machen darf“.
Maike fragt nach: “ Wie meinst du das“? „Also, auf keinen Fall so einen“. Sie ahmt  eine Körperbewegung nach, bei der sie einen lässigen Gesichtsausdruck zeigt und eine Hand, die eine Zigarette zum Mund führt.
„Ich mag keine Männer, die cool sein wollen, es in Wirklichkeit aber nicht sind. Schau mal, den würde ich heiraten. Der macht nicht einen auf cool, der ist cool.“ Sie deutet auf einen Jungen, der gerade Holz auf´s  Feuer nachlegt.

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Diese Szene hat der Junge mitbekommen, um den es ging. Er ist wirklich kein Draufgänger, sondern eher schüchtern und zurückhaltend.  Aber er hat Humor! Und ein großes Herz. Natürlich war er leicht verlegen.
Auf diesen Dialog sind auch andere aufmerksam geworden.  Ein Betreuer fragte nach: „Was oder wer ist für dich cool?“ (Ihn würden auf jeden Fall viele andere Kinder so bezeichnen. Sie hängen an ihm).
Gelassen antwortet Sonja: „Also, für mich bist du nicht
cool…“

 

Da geht sie nun…

im Element Janina
Janina live

Das ist Janina. Locker und gut drauf.  Ich rede von unserer BFDlerin. Janina hat ein Jahr lang im freiwilligen Dienst neue Erfahrungen außerhalb des Schulalltags machen dürfen und/oder manchmal auch machen  müssen.  Zu nennen wären da: feste Arbeitszeiten (auch am Wochenende), die Auseinandersetzung mit eigenen Ansprüchen und Erwartungen, Gruppenfindungdie Rolle in einem Team, Verantwortung  Kindern, Kunden und dem Arbeitgeber gegenüber, sich ausleben können, eigene Ideen einbringen können, wertgeschätzt zu werden…
Janina kenne ich schon, seit sie drei Jahre alt ist, also seit Kindergartenzeiten. Als Jugendliche tauchte sie wieder auf und Gruppenbild mit Janinabegann bei uns im Service zu arbeiten. Das Band war nie gerissen, die Basis des Vertrauens war dadurch schnell geschaffen. Sie hat ihre Chance ergriffen und sich auf viele Prozesse eingelassen, die ihrer persönlichen Entwicklung einen Schub gaben.
In ihrer letzten Arbeitswoche waren Ferienspiele und wir betreuten gemeinsam die  „alten Hasen“, dabei konnte ich sie in Ruhe beobachten. Ich sah das Janinaeine Jahr vorbeiziehen. Was für eine Entwicklung, dachte ich, als ich sie energisch auf den Tisch klopfen sah, um sich Gehör zu verschaffen. Als sie mit ihrer Tätigkeit begann, war sie in der Stimme  leise, unsicher und zurückhaltend. Vor kurzem sagte sie mir, dass sie Jan (ihren Vorgänger) als Vorbild nahm und eine unüberwindbare Hürde auf sich zukommen sah.  Er war sehr beliebt bei den Kindern und genoss eine natürliche Autorität. Das schaffe ich nie, niemals, dachte sie damals. Jetzt weiß sie, dass sie ihren eigenen Weg gefunden hat. Nicht nur auf diesem Gebiet.

Sie unterstützte Mechthild im Büro. Ihre Finger huschten nur so über die Tasten und ihre Kenntnisse im Bereich EDV sind für uns von unschätzbarem Wert gewesen. Wir haben viel von ihr gelernt.
Außerdem hat sie uns mit ihren Kochkünsten verwöhnt. Sie zauberte in Sekundenschnelle u.a. verdammt gute Kuchen aus dem Ofen. Unsere  technische Küchenhilfe (Thermomix) lehnte sie anfänglich ab, doch inzwischen hantierte sie damit noch effektiver als wir alle und auch zum AbschluAbschiedss der Woche konnten wir mit einem Abschiedskuchen rechnen.
Er versüßte den Abschied. Janina war sehr bewegt. Die Kinder hingen an ihr, wie man sieht.
Da wird doch jedem klar: Janina, du hast alles richtig gemacht. Wir wünschen dir einen guten Start für deinen neuen Lebensabschnitt. Du bist immer herzlich willkommen.
Du hast Spuren hinterlassen und seit August haben wir zwei neue Bundesfreiwilligendienstler. Johanna und Thore. Sie werden ihre eigenen Erfahrungen machen und hoffentlich am Ende ihrer Zeit bei uns im NZB genauso gebührend verabschiedet.

 

 

Prima KLIMA

Ferienspiele
beliebt: Werkraum

Der Countdown für Schüler läuft. Noch dreimal aufstehen, dann sind endlich Ferien. Schön für die Kids, schön für uns, auch wenn uns  anstrengende Wochen  bevorstehen. Seit Wochen sind wir ausgebucht und noch immer melden sich Eltern, die nach einem Platz für ihr Kind suchen. Es tut richtig weh, ihnen absagen zu müssen. Wir kennen ja inzwischen 80 Prozent der angemeldeten Kinder und möchten kein Kind missen.

Wir spüren auch, dass sie den Kontakt zu uns, auch wenn sie schon älter sind, nicht verlieren wollen. Gerade jetzt machen drei Schüler aus der 8. Klasse eines Bensheimer Gymnasiums ein zweiwöchiges Praktikum bei uns.
Heute haben sie zum Beispiel Johannisbeeren im Garten gezupft, außerdem ein Protokoll der letzten Veranstaltung für die Klimalotsen geschrieben und ein Spiel (Keep cool) ausprobiert, welches wir thematisch ebenfalls zum Thema Klima demnächst einsetzen wollen. Sie sollten testen, ob die Spielanleitung leicht verständlich und gut umzusetzen sei. Das schien nicht der Fall zu sein.
Klimasiedler1Viel Spaß hingegen hat ihnen gestern  das Geländespiel Klimasiedler (angelegt an die Siedler von Catan) mit anderen Schülern gemacht. Vom Fenster aus konnten wir beobachten, mit welcher Freude sie alle bei der Sache waren.

Ziel des Spiels ist es, als Familie möglichst viele Siegpunkte (Wohlstandspunkte) zu erreichen, um sich einen gewissen Lebensstandard Klimasiedler2zu erwerben. Wollten sie sich zum Beispiel einen Kühlschrank  kaufen, dann brauchten sie 2 Metall-, 2 Erdöl- und 1 Stein-Rohstoffkarte, die sie dann auf dem Markt eintauschen konnten. Schwierigkeiten sind natürlich vorprogrammiert und eingeplant, auch eine Klimakatastrophe, wenn sie z.B. zu viel Energie verbraucht hatten.
Dann wurden alle Familien Klimasiedlerzusammengerufen und jede Familie bekam die Auswirkung zu spüren, egal, ob sie zur Katastrophe beigetragen hat oder nicht. Das gab Konflikte und regte zum Nachdenken an. Es bleibt sicher was in Erinnerung, auch wenn man längst wieder auf dem Heimweg ist.

Heute waren wieder Schüler im Haus. Ihr Thema: kooperative Spiele. Als ich sie am Anfang fragte, wer eigentlich Lust hatte, heute hierherzu kommen (ich bat um eine ehrliche Meinung), da hielt sich die BNähe und Distanzegeisterung sehr in Grenzen. Mit Spielen verbanden sie eher Babyspiele und so benahmen sie sich, meiner Meinung nach, anfänglich auch. Ich fühlte mich herausgefordert.
Ich stellte eine weitere Frage. „Fühlt ihr euch  wohl in eurer Klassengemeinschaft? Da kam spontan zurück. „Nein. Wir sind eher zwei Gruppen. Mädchen und Jungs“. „Seid ihr daran interessiert,  mehr zu einer Klassengemeinschaft zusammenzuwachsen“, war meine nächste Frage und da bekam ich ein klares Ja. „Na, dann lasst es uns doch Fallschirmspielemal spielerisch versuchen“. Darauf ließen sie sich ein. Das Schwungtuch (lieben vor allem kleinere Kinder) wollte ich nur einsetzen, weil es eine Aufgabe war, das Tuch zu drehen, ohne dass einer den Boden berührt. Doch schon bis wir zu dieser Herausforderung kamen, dauerte es, denn sie waren voller Begeisterung dabei, auch alle anderen Spielmöglichkeiten, die so ein Tuch bietet, auszuprobieren.
Es wurde ein sehr kurzweiliger und gemeinschaftsfördernder Vormittag.

Mein Weg auf dem Weg nach Assisi 2.Teil

im Tempo der Schnecke
Orchideen am Wegesrand

Bevor mich der Alltag im NZB wieder voll beansprucht, möchte ich meine angekündigte zweite Etappe des Reiseberichtes auf dem Franziskusweg mit Ihnen teilen.

Es ist nicht wie mit der Erinnerung an einen Urlaub. Es ist mehr.  So manche Situation und Begebenheit kommt immer wieder hoch, meldet sich zu Wort und gewinnt erst jetzt an Bedeutung.

orchideen blog2
Ragwurz

Es wird mir klar, es war nicht nur eine Reise durch die Landschaft Umbriens und der Toskana, es war auch eine Reise zu mir Selbst.
Es sind die Gegensätze, die ich immer wieder erkenne und die mit meinem Lebensmotto zusammenhängen: Mensch und Natur im Gleichgewicht.
Es ist das Wahrnehmen der kleinen Blume am Wegesrand und das Aufnehmen der großen Weite auf einem Gipfel oder Bergkamm.

Alpenveilchen blog
wilde Alpenveilchen

Es ist die wohltuende Stille in den Wäldern  und das pralle, teils hektische Leben in der Stadt.
Es ist das unbeschwerte, fast meditative Gehen auf den Wegen, aber auch der harte An-beziehungsweise Abstieg auf rutschigem Boden. Es ist die Sonne, die Wärme, der erfrischende Wind, aber auch der Regen und die Kälte.

auf dem Weg nach Pieve Stefano
Monteleone

Es ist der Moment der Erschöpfung am Abend und der Gedanke: „Wie soll ich bis Morgen wieder fit sein und Lust haben weiterzulaufen“  – und der Gedanke am Morgen: „Ich bin bereit, mal sehen wohin mich meine Füße heute tragen werden“.
Es ist der Wunsch nach Einsamkeit und Wortlosigkeit, genauso wie der Wunsch nach Nähe und Austausch.
Ich könnte noch viele Beispiele bringen.

Badia Prataglia
Badia Prataglia

Außerdem habe ich Situationen in meinem Kopf, die vergleichbar (natürlich im übertragenen Sinn) mit dem normalen Geschehen des Alltags sind.
Ein Beispiel. Ich orientiere mich an meinem Plan. Ich halte mich förmlich an der Wegbeschreibung fest. Ich denke, es gibt nur diesen einen Weg, um dorthin zu kommen. Ich kann mich kaum auf das Einlassen, was rechts und links neben mir passiert. Ich verpasse sozusagen im besten Falle die Freude am Augenblick und das Leben.

weggefährten
Weggefährten

Fazit: Ich brauche eine Übersicht, eine Karte oder einen Kompass für das große Ganze. Das gibt Sicherheit.  Mir fehlte oft diese Sicherheit. Ich fühlte mich ausgeliefert, auf Andere angewiesen und manchmal auch hilflos. Rituale, und das Verbinden mit Anderen (Team) halfen mir aus diesem Dilemma. Vor allem das Verbünden mit Menschen, das Erkennen und Nutzen der unterschiedlichen Fähigkeiten und das gegenseitige Vertrauen gaben mir ein beruhigendes Gefühl.
Ich wollte ja unbedingt alleine gehen, damit ich in meinen Rhythmus kommen und auch bleiben kann. Was nützt das aber, wenn man vor lauter Angst sich zu verlaufen, nur noch schneller geht, um aWeg nach La Verna blognzukommen. Ich habe schon ein paar Tage gebraucht, bis ich zu dieser Erkenntnis kam und die Weggefährten, die ich ja bereits kennenlernen durfte, fragte, ob wir gemeinsam weitergehen können.
Ich wollte auch niemanden zur Last fallen, d.h. ich befürchtete, dass ich weniger Kondition hätte als andere und sie dann auf mich warten müssten… Wie albern der Gedanke!  Besonders stolz bin ich natürlich im Nachhinein auf meine gemeisterten persönlichen Weg1 blogHerausforderungen. Ich verlaufe mich, komme aber ohne fremde Hilfe aus –  und erreiche mein Ziel. Ich stehe unten am Fuß eines Berges, weiß um die zu bewältigenden Höhenmeter und denke: „Da komm ich im Leben nie hoch oder an –  und dann das erhebende Gefühl, wenn ich es geschafft hatte.
Oder – die deutliche Erschöpfung des Körpers zu spüren, der sagt: „Es reicht“. Dann kommt man jedoch an das nächste Schild mit dem Hinweis: „Noch zwei Stunden bis …“ (Tagesziel).

Basilika Francesco
erster Blick auf Assisi

Immer bin ich angekommen. Nie habe ich daran gedacht abzubrechen, aber manchmal kam mir schon der Gedanke: „Also wenn jetzt hier um die Ecke eine Bushaltestation wäre… dann würde ich sofort einsteigen“. Und hätte ich die Gelegenheit gehabt – ich wäre eingestiegen!
Heute bin ich jedoch froh, dass ich keine Wahl hatte.  Es zeigt mir, wieder im übertragenen Sinn, dass wir manchmal einfach (weil wir die Möglichkeit dazu haben, und es uns schönreden), zu früh aufgeben, aussteigen, einsteigen… wie immer auch man das nennen mag.

Wolf Gubbio
Wolf von Gubbio

Dranbleiben und Durchhalten, das sind  für mich Zauberworte des Erfolgs.
So habe ich, auf meinem Weg von Florenz bis Assisi erkannt und erlebt, dass es sich lohnt, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, dass man nie zu alt ist für Abenteuer, dass es gut ist, nicht immer zu wissen, wohin man am Abend sein Haupt bettet, dass man flexibel ist und bleibt, dass man andere um Hilfe bittet, dass man Tränen zulässt, wenn man sie spürt. (Das kann vor Glück aber auch vor Wut sein). Ich habe mehr als einmal laut Sch…… gesagt, ich habe aber auch oft gelacht und laut gesungen.
Ich weiß, dass ich gut mit mir selbst klar komme, ich weiß, dass ich an einer Sache dranbleiben kann und durchhalte, ich weiß, dass ich körperlich fit bin und ich weiß die Nähe von Menschen zu schätzen, die (manchmal auch nur für eine bestimmte

Basilika Francesco1
Basilica Francesco in Assisi

Weile) meine Wegbegleiter sein möchten oder könnten.
Die Bilder sind auf meinem Weg entstanden. Wer mich kennt, weiß, dass ich kaum ohne Kamera das Haus verlasse, aber die schönsten Bilder, die ich dieses Mal gemacht habe, sind doch mehr in meinem Herzen. Vieles lässt sich nicht einfangen. Dennoch schenke ich Ihnen ein paar Eindrücke.
Für alle, die dieser Weg persönlich interessant werden könnte, ihn zu gehen, biete ich an, mein Wissen und meine Erfahrung zu teilen.

 

 

 

 

 

Höhen und Tiefen auf dem Franziskusweg – Teil 1

Schreiben„Welcome back! Wir wünschen Ihnen einen guten Anfang gehabt zu haben, nach Ihren Abenteuern auf dem Franziskusweg nach Assisi“, das schrieb mir gestern ein  Freund des NABU Bensheim, der sich heute mit seinen Kameraden  selbst auf den Weg gemacht hat. Er schrieb weiter: „Dagegen wird der Lahnwanderweg, den wir morgen beginnen werden, nur „Pipifax“ sein?!“
Ich musste schmunzeln. Ich kenne den Lahnwanderweg nicht, ich kann  deshalb nur bedingt Vergleiche ziehen, aber ein bisschen wird er schon recht haben.

Ponte Vecchio blog
Ponte Vecchio Florenz

Ich könnte viel schreiben, weil ich viel erlebt habe. Dazu müsste ich aber eine andere Plattform wählen. Wollte ich die Erfahrungen dennoch  zusammenfassen, dann bleibt als Quintessenz die Tatsache, dass dieser Weg wirklich eine Herausforderung für mich war, welche ich vorher so nicht absehen konnte. Dom blogOb ich es dann überhaupt gemacht hätte?
Es gab Höhen und Tiefen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Weggefährte mit GPS sagte, dass wir nach seiner Berechnung mindestens 20000 Höhenmeter insgesamt bewältigt hätten.
Denke ich an den Anfang in Florenz zurück, dann hat mich die Stadt mit dem Trubel und den vielen Attraktionen fast beängstigt. Überall standen die Menschen stundenlang an, um in den Dom oder eines der wunderbaren Museen zu kommen. Dafür war mir meine Zeit fast zu schade. Ich genoss deshalb die frühe Morgenstunde, um die Stadt möglichst alleine in Augenschein nehmen zu können.

 Am Sonntagmorgen des 1. Mai verließ ich dann mit einem etwas mulmigen Gefühl die Stadt. Das Abe

Pace e bene
Friede und Wohlergehen

nteuer begann. Ich hielt mich buchstäblich an meiner Etappenbeschreibung fest und die las sich nicht wie ein spannender Krimi. „Gehen sie 300m bis zur nächsten Y-Kreuzung, wählen Sie dann den halbrechten Abzweig, aber Vorsicht…“ Circa vier Kilometer brauchte ich, bis ich die Stadt von oben sehen konnte.
Ich nehme es vorneweg. Ich bin an diesem, und auch am nächsten Tag, keinem einzigen weiteren Pilger begegnet. Ab und zu haben mich Einheimische etwas sonderlich angesehen. Ein Mann rief mir aus dem Fenster des zweiten Stocks seines Hauses zu: „Dove vai?“ Ich hob verwundert meinen Kopf. Spricht jetzt vielleicht Gott höchstpersönlich mit mir?  Ich antwortete (natürlich auf italienisch): „Ich gehe nach Assisi“. Das klang recht kleinlaut, wie ich selbst fand.
Erster TagAn diesem Tag kam ich am frühen Nachmittag in einem kleinen Städtchen an. Es schien ein Fest hier zu sein. Fähnchen hingen über der Straße und ein Plakat bestätigte meinen Eindruck. Es hat ein Marathon stattgefunden und ich war die Letzte, die eintraf.  Obst reichte man mir noch am Versorgungsstand, aber eine Flasche  Wein oder eine Urkunde bekam ich natürlich nicht. So klopfte ich mir selbst auf die Schulter. Ich hatte mindestens 22 km (und weil ich mich zweimal verlaufen hatte, sicher noch ein paar mehr) bewältigt und ich war zufrieden mit mir.

 

PontassieveEs blieb mir viel Zeit, den Ort Pontassieve  zu erkunden und die ersten Seiten meines Tagebuches füllten sich. Ich wollte als Pellegrina auf den Spuren von Franz von Assisi wandeln. Über sein Leben und Wirken habe ich im Vorfeld bereits einiges gelesen. Mich beeindruckt seine große Botschaft, die im Lied und Text des Sonnengesangs besonders deutlich wird. Er preist vor allem die Schönheit der Schöpfung und man spürt ganz deutlich, dass er alles Lebendige des ganzen Universums Zeichenganz eng miteinander in Verbindung bringt.
Etwas konnte ich davon bereits heute nachempfinden. Wenn man so durch die Landschaft pilgert, dann hat man den Eindruck, dass  man langsam mit der Landschaft verschmilzt.
Das ging an diesem Tag natürlich nur zeitweise, weil ich noch zu sehr mit der Wegmarkierung kämpfte. Von solchen eindeutigen Zeichen wie auf diesem Bild konnte ich nur träumen. Ich hörte selbst von Einheimischen,

im Tempo der Schnecke
im Tempo der Schnecke

dass sie nicht so recht nachvollziehen können, warum in den letzten Jahren so viele „Ausländer“ diesen Weg gehen wollen. Der Jakobsweg dagegen sei eine Promenade, so ein anderer Pilger.
Im Vorfeld hatte ich mir aufgeschrieben, was mir alles Angst machen könnte. Wildschweine, Gewitter, Schlangen, Konditionsprobleme, große Hitze und – Schmerzen in meinem Knie. Mit Regen hatte ich nicht gerechnet. Wie auch, „es ist doch Frühling und so ein bisschen Regen wird mich eher erfrischen“, dachte ich. Natürlich Aufstieg nach Consumawurde ich gleich am zweiten Tag eines besseren belehrt. Es regnete fast ununterbrochen und ich bangte um meine Reiseführeraufzeichnungen. Das Papier weichte bereits auf. Und schon wieder so eine bescheuerte Erklärung. „Gehen Sie nach dem Überschreiten des Baches in südöstlicher Richtung…“ Wie sollte ich bei diesem dunkelgrau des Himmels um Himmels Willen wissen, wo Südosten ist. Ausprobieren und Umkehren die Devise. Versuch und Irrtum. Fragen Sie mich nicht, welche Selbstgespräche ich dabei führte.
Stundenlang „eroberte“ ich den toskanischen Wald, um es bewusst positiv auszudrücken. Als ich endlich die Hauptroute erreichte und endlich passable Zeichnungen (rot-weiß) fand, die mich wissen ließen, dass ich in zweieinhalb Stunden den Pass und damit meinen heutigen Zielort Consuma erreichen würde, war ich eigentlich schon „fertig“. Doch der Anstieg kam erst noch. Kaum zu glauben, dass ich es wirklich schaffte. Doch das Gefühl es wirklich geschafft zu haben, war unbeschreiblich. Im Ort winkte mich ein älterer Mohn im WeizenHerr zu sich. Er stand vor dem Eingang einer Bar. Ich war nass bis auf die Haut. Ich folgte ihm. Man brachte mir einen warmen Tee und hausgemachte Pasta mit Salat. In der Küche trockneten meine Sachen. Da wusste ich: ich war auf dem richtigen Weg.
Wenn es Sie interessiert, dann warten Sie auf Teil 2. Ich schreibe in Etappen, so wie ich meinen Weg in Etappen gegangen bin.
Und ich bin sicher, dass dieser Weg auch Einfluss auf mein Wirken hier im Naturschutzzentrum hat und noch haben wird. Es wird in Zukunft noch mehr meine Aufgabe sein, auf die kleinen grünen Wunder aufmerksam zu machen. Nach dem Motto: „Wer das Kleine entdeckt, hat das Große schon gesehen“.

 

 

 

Die Ruhe nach dem Fest

Knoblauchkröte
Knoblauchkröte

Ich komme gerade von draußen. Es stürmt und der Wind muss ein echter Nordwind sein, so kalt ist es.

Wenn ich an gestern denke, dann stimmt es wieder einmal, dass wir beim Feiern im NZB richtige Neugier für AmphibienGlückskinder sind. Wer hätte gedacht, dass sich, das Wetter noch so verbessern würde, nachdem sich kurz vor Beginn  des Frühlingsfestes der Himmel verdunkelte   und ein richtiger Graupelschauer uns zwang,  ins Innere der Räume zu flüchten.
Die Amphibien in ihrem Aquarium waren schon auf Besuch eingestellt und hofften  auf „vorsichtig fühlende Kinderhände“.

„Was soll das?“, war meine Frage gen Himmel.

Eva Bitsch
Biogärtnerei Bitsch, Zotzenbach

Es wurde schnell wieder hell und als Eva ihren Stand aufbaute, verbreitete sie bereits  gute Laune. Das wird schon, sagte sie optimistisch.
Genauso positiv äußerte sich Jana Farnung, die nebenan ihre jungen Tomatenpflänzchen an ihrem Stand aufbaute.

Kakao
Petra Schefzyk, Weltladen DA

Unsere Ausstellung räumten wir aus, so dass man wenigstens in Ruhe seinen Kaffee trinken und dabei ein gutes Stück Kuchen essen konnte.
Wie jedes Jahr bleibt mir nicht viel Zeit an so einem Tag in Ruhe dem Treiben zuzusehen.  Doch mit der Kamera unterwegs, kann ich hin und wieder ein paar schöne Szenen und Stimmungen festhalten. Petra sagte: „Heute gibt es bei vielen SmoothiesFamilien am Abend frischen Kakao, den die Kinder selbst geröstet und gemahlen haben“.
Jenny sorgte mit ihren frischen Frühlings-Power-Smoothies für viele erstaunte Gesichter. „Oh, ich hätte nicht gedacht, dass Spinat oder Salat zusammen mit Kräutern und Obst gemischt so gut schmecken kann“, so war nicht nur einmal zu hören.
Holzwerkstatt

Natürlich war die Feuerstelle an so einem Tag ein wichtiger Anziehungspunkt. Stockbrot rösten und sich am Feuer wärmen, das war auch für Erwachsene eine Option. Wer Lust hatte, konnte sich bei Wilfried in der Holzwerkstatt ein Blasrohr oder eine Trommel bauen.

PflanzenrätselEdda Fürst las zwei ihrer neuesten  Gedichte vor. Ansonsten war sie zusammen mit Annette am Pflanzentisch. Beide hatten sich ein Rätsel ausgedacht.

Es war an jedem Stand etwas los. Ganz sicher wird man auch in den nächsten Tagen noch mehr darüber im BA lesen, der uns mit der Serie BA Natürlich seit mehreren Jahren pressemäßig unterstützt und begleitet.

Um 17 Uhr sollte das Fest zu Ende sein, doch nur wenige beachteten die Zeit. Die Sonne kam und blieb und wir gönnten unseren Gästen die Chance die letzten Sonnenstrahlen des Tages in Ruhe auskosten zu können.

sofie und maxiIn der Küche und an der Theke dagegen ging es immer noch hoch her. Das Team um Daniel und Sofie wurde heute um zwei „Nachwuchskräfte“ erweitert. So blieb auch in punkto Service an diesem Tag alles entspannt.

RegenbogenSpäter, als alles schon ruhig war, drehten  Gerhard und ich noch eine eine kleine Runde. Die Nachtigall war schon zu hören und ein wunderschöner Regenbogen zeigte sich über dem Wasser.

Auch der Blick auf die Bergstraße war magisch schön. Die ins Abendlicht getauchten Hügel erinnerten mich an Urlaub.  Bei Stimmung nach dem Fest 2dieser Gelegenheit spannte ich gedanklich  den Bogen in die Toskana.

Dorthin werde ich übermorgen aufbrechen. Mein Ziel ist zunächst Florenz. Nicht nur von Bildern her weiß ich, dass es eine wunderschöne Stadt sein soll. „Vroni, du musst dort unbedingt in die Apotheke Novella, wegen des speziellen Charmes und dann besuchst du erst ab 17 Uhr die Uffizien und danach als krönender Abschluss noch ein  „Bistecca Fiorentina“ (wo war das gleich nochmal?)“ , so sagte mir Thomas letzte Woche.  „Gut, dass das alles nichts ist, was man tragen muss, denn dafür habe ich keinen Platz mehr  in meinem Rucksack“, antwortete ich scherzhaft.
Ich bin ja in ganz anderer Mission unterwegs. Ich will  von Florenz nach Assisi laufen. Die Idee kam mir im letzten Herbst. Damals dachte ich, wenn ich mal in Rente gehe, dann laufe ich den Frühlingsfest Stimmung danachFranziskusweg. Am Morgen danach wachte ich mit der Frage auf: Warum willst du solange damit warten? Und seitdem plane ich meine Reise.

Ich gebe zu, dass ich mich grad nicht so fühle, als würde ich in Urlaub fahren. Jeden Tag bis 25 km reine Gehzeit. Ein paar Höhenmeter sind auch zu bewältigen… ich war noch nie allein unterwegs… welche Abenteuer werden mich erwarten… ich bin eigentlich ein kleiner Angsthase…
Und ich gehe lieber in Gesellschaft. Dennoch. Ich bin entschlossen und ich stelle mich den Herausforderungen. Meine Neugier wird mich tragen.

Eisvogel begrüßte die Ministerin

von links nach rechts Heinrich Klotz (Geschäftsführer), Gerhard Lendemans, (Vorsitzender des Industrieverbandes Steine und Erden), Priska Hinz, (hess. Umweltministerin), Axel Rohr (Unternehmer)

Auf meinem Schreibtisch liegt seit Freitag vergangener Woche ein Dokument mit weitreichender Bedeutung. Es liegt da, weil es Gerhard liegen ließ und ich so die Gelegenheit hatte, mal in aller Ruhe studieren zu können, warum unser Naturschutzzentrum als  Ort auserwählt wurde, an dem die Umweltministerin Priska Hinz eine Rahmenvereinbarung zur Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt in Abbaustätten unterschreiben wollte.

Dieses Papier hat es in sich. Wie ich am Rande hörte, dauerte der Prozess mehrere Jahre, bis sich Politik, Wirtschaft und Naturschutz auf ein gemeinsames Abkommen einigten.

Erläuterungen zum ZentrumDieser Vertrag wurde zwischen dem Hess. Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Industrieverband Steine und Erden e.V. Neustadt an der Weinstraße geschlossen. Die Rolle der Naturschützer sehe ich persönlich in der Aufgabe, als Bindeglied zu wirken.
Der Artikel der Redakteurin Gerlinde Scharf  vom Bergsträßer Anzeiger hierzu ist sehr informativ und  lesenswert. Sie hat auf den Punkt gebracht, worum es geht, deshalb will ich mich auch nicht weiter mit Inhalten beschäftigen.
Hier der Link:
http://www.morgenweb.de/region/bergstrasser-anzeiger/region-bergstrasse/lebensraume-aus-zweiter-hand-schaffen-1.273386

Hinz3Ich beobachtete an diesem Morgen die Szene eher aus dem Hintergrund. Gut gelaunt kamen alle involvierten Personen durch die Eingangstür. Und das, obwohl es regnete.

Sie haben nicht mehr bemerkt, wie wir Mitarbeiter mit Staublappen und Besen noch schnell einem bestimmten „Ordnungsprinzip“ folgten… Jetzt  noch eine Tischdecke und ein paar Tulpen als Frühlingsgruß.  Unsere Gäste sollten sich hier wohlfühlen.

HinzNach der Unterzeichnung öffnete sich der Himmel, die Sonne zeigte sich und ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass uns so der Wettergott zeigte, was er von diesem Akt zum Wohle der Natur hielt.
Er schien zu sagen: Bitte sehr – hier könnt ihr bei eurer kleinen Exkursion noch deutlicher sehen uns spüren, wie sehr die Natur jeden Schritt belohnt, den ihr Menschen zur Erhaltung einer intakten Natur unternehmt. Glückwunsch!
Selbst der Eisvogel stellte sich ein. Er zog seine Bahn durch den Graben. Auch er schien zufrieden zu sein.
Eine Ankündigung am Ende der Veranstaltung fand ich besonders mutmachend.
Man sei bereit, behutsame Starthilfen und dem Lebensraum Kiesgrube genügend Zeit zu geben, dass sich die Natur zuerst kleine, dann größere Räume zurück erobere.
„Wir können im Rahmen unserer Rekultivierungs-und Renaturierungsmaßnahmen für nachhaltige biologische Vielfalt sorgen.“
So sei es.

 

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