Popkorn an der Feuerstelle

Die Wintersonne liegt auf dem See. Ich werde direkt geblendet, aber es ist auch ein herrliches Lichtspiel und es zieht mich nach draußen. Doch da ist Herr Bergmann. Er sieht nach dem Rechten. Hoffentlich habe ich beim gestrigen Termin mit Kindern und Eltern der Gruppe: Kinder stärken auch wieder alles ordentlich zurückgelassen. Es war schon fast dunkel, als wir uns verabschiedeten.
SONY DSCwir  trafen uns am Nachmittag. Doris und ich genossen die warmen Sonnenstrahlen und waren gleichzeitig in froher Erwartung auf unsere Kinder. Doris hatte schon lange vorher den Ofen angeheizt und Spekulatiusteig und Stockbrotteig waren auch schon fertig. Quitten und Äpfel schenkte uns Beate Weis und so konnten wir noch ein Quittenapfel-Crumble vorbereiten.
Da kam auch schon Wilfried Reichenbach unser neuer Wildnislehrer um die Ecke. Er machte es gleich spannend. Er hätte etwas im Rucksack. Dann holte er eine leere Bierdose (hallo?) heraus und  ritzte mit dem Messer eine Öffnung in die Dosenwand. Gleich sammelten sich die Kinder um ihn herum. „Was wird das denn“?“ Das ist meine Popkornmaschine“, meinte er. „Nee, nicht wirklich oder“?, hörte ich die Kinder sagen. Das Feuer brannte schon und er stellte die Dose mit den Körnern in die Nähe des Feuers. Wenig später fing es an zu knallen und die ersten fertigen Maiskörner fielen in die Schüssel. Das allein hätte schon als Highlight für den Nachmittag gereicht.
SONY DSC Aber das war erst der Anfang. Es wurden Plätzchen ausgestochen und wenig später erfüllte der süße Duft die Umgebung. Naschen war ab sofort erlaubt. Wilfried zeigte den anderen, wie man mit einem Feuerbohrer Feuer macht und wir alle sahen, welche Kraft man dafür braucht. Dabei konnten sich die Kinder überlegen, wie anstrengend es früher gewesen sein könnte, eine warme Mahlzeit zu bekommen. Bei dieser Gelegenheit erfuhren die Kinder, was wir im nächsten Jahr mit ihnen vorhaben.  Er SONY DSCwill ihnen zeigen, wie die Indianer früher gelebt haben und welche Werte auch heute noch (auch für uns) eine Bedeutung haben könnten. Es geht um das einfache Leben, was man wirklich braucht und was eine Gemeinschaft stärkt.
Das könnte ihm bereits gestern gelungen sein. Auch die Eltern hörten aufmerksam zu und sagten, welche Freude sie daran haben, selbst ab und zu dabei sein zu dürfen. In der Schlußrunde befragten sich Kinder und Erwachsene gegenseitig: „Und was hat dir am Besten in diesem Jahr gefallen? Bei den Kindern war das Bogenschießen und das Feuermachen an der Feuerstelle der Renner. Die Eltern waren sich auch einig. Ein Vater sagte: Wenn ich am Ende eurer Veranstaltung zum Abholen kam, da freute ich mich immer, wenn ich euch so friedlich am Feuer sitzen sah. Ruhig, gelassen und zufrieden. Dann war ich auch immer glücklich. So ähnlich schien es den anderen Eltern auch gegangen zu sein, denn sie nickten alle mit den Köpfen.

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