Interview mit unserem Ferienspielkind Angel

Gestern Abend war ein Gewitter. Unser Garten und unser Außengelände sieht heute ganz anders aus. So richtig erfrischt und auch unsere Kinder bewegen sich heute ganz anders. Sie rennen und lachen, sie wirken lebendiger und da kann man sehen, wie stark uns die Hitze der vergangenen Tage beeinträchtigt hat.

Neben mir hat gerade so ein „lebendiges“Ferienkind Platz genommen. Ich frage ihn mal, wie es ihm hier bei uns geht.
Und ob ich heute über ihn schreiben darf. – Ja, ich darf.

Also ad hoc ein kleines Interview.
Veronika: Darf ich deinen Namen im Internet nennen?
„Ja, ich heiße Angel“.
Veronika: Alle kennen dich hier. Wie oft warst du schon bei Ferienspielen dabei?
Angel: Ich weiß es gar nicht so genau. Vielleicht 4 oder 5 mal.
Veronika: Fühlst du dich wohl hier?
Angel: Ja, ich komme gerne her.
Veronika:  Was du heute schon erlebt?
Angel: Ich war im Lager der Wächter. Da musste ich immer auf einem Fleck sitzen und den Eingang bewachen, da bin ich fast eingeschlafen.
Veronika: Wieso eingeschlafen?
Angel: Ich musste ja nur mit dem kleinen Maxi den Eingang bewachen.
Veronika: Hast du hier Freunde gefunden?
Angel: Ja, der kleine Maxi, der Jonas, der große Max und mit dem Elias hab ich auch viel gespielt.
Veronika: Es hat wieder so gut gerochen? Was habt ihr heute gegessen?
Angel: Es gab Kartoffeln, Kräuterquark und Schokopudding mit Vanillesoße.
Veronika: Was gefällt dir hier am besten?
Angel: Alles!
Veronika: Und wenn du hier der Kinderchef wärst, was würdest du anders machen?
Angel: Gar nichts, es ist alles gut.
Veronika: Ich habe von einer deiner Betreuerinnen gehört, dass du hier für viele ein Vorbild bist?
Angel: Ja, die Eva sagt immer: Angel kannst du bitte mal dies machen oder das!

In diesem Augenblick kommt Chrissi, seine  andere Betreuerin ins Büro. Sie braucht Helfer für die Küche. Sie kommt wie gerufen.

Veronika: Wir können sie mal fragen, warum du für sie ein Vorbild ist?
Chrissi: Angel ist termperamentvoll, aber er hält sich an die Regeln, er ist ein guter Streitschlichter, er macht, was man ihm sagt und ist für andere ein guter Freund.

Veronika: Wie geht es dir, wenn du das von Chrissi hörst?
Angel: Gut und ich freue mich.
(Er freut sich sichtlich  – und ich mich auch für ihn)

Veronika: Das tut doch gut oder ? Jetzt  habe noch eine Frage. Sind das die letzten Ferienspiele für dieses Jahr für dich?
Angel: Nein.
Veronika: Zum Abschluss noch eine ganz andere Frage. Wann ist man deiner Meinung nach ein guter Naturschützer?
Angel: Wenn man Tieren hilft, wenn man Mitleid mit den Tieren hat und wenn den Müll entsorgt, der auf der Straße liegt.

Jetzt kommt auch Simon, mein Sohn, ins Büro.
Angel fragt Simon, was ein guter Naturschützer ist.

Simon:  Ein Naturschützer geht mit seiner Umwelt bedachtsam um, denkt über die Folgen seines Handelns nach und lässt auch andere erkennen, wie wertvoll und schützenswert ihre Umwelt ist.
(Angel ist ganz beeindruckt)
Ich frage Angel: Hast du verstanden, was Simon meint?
Angel: Nein, nicht ganz.
In diesem Moment tönt es aus dem Flur. Ich werde gerufen. Ich muss jetzt raus zu den Kindern, du kannst dich ja mit Simon noch darüber unterhalten, sage ich zu Angel.

Später frage ich bei Angel nach: Und hast du bei Simon nachgefragt, wie er das meint?
Nein, sagt er, aber es war richtig gut.
Als seine Mama kam, wurde sie gleich ins Büro geführt. Er war richtig stolz, ihr von dem Interview zu erzählen.
Ich bin auch stolz auf diesen tollen Jungen.

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