Falkenspäher und Vogelnestgucker

Jetzt ist die Zeit der Brutpflege. Viele Vögel haben inzwischen ihren Partner gefunden und widmen sich ganz der Aufzucht der jungen Generation. Da sind u.a. unsere Stare im Baum an der Feuerstelle zu erwähnen, die Kohlmeisen vor meinem Fenster (sind bereits geschlüpft),  und das Turmfalkenpaar in den Pappeln. Ein besonderes Augenmerk gilt natürlich unseren  Wanderfalken mit ihren drei Jungen. Sie haben alle Schnäbel voll zu tun, um müssen jede Menge Futter heran schleppen.
Wir standen vor kurzem unter dem Brutplatz des Wanderfalken und haben Reste des Mittag-oder Abendessens erkennen können. Täglich stellen wir das Spektiv auf und haben nicht wenige große und kleine InteressentInnen, die sich, gespannt wie wir, durch das Vergrößerungsglas einen besseren Eindruck vom Leben der Falken auf dem Hochspannungsmasten machen wollen. Bei den Falken spielt sich das Leben mittlerweile eher auf dem Balkon ab und Gerhard meint, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis sie den ersten Ausflug planen. So wie das Gefieder aussieht, haben sie bereits ihren Flaum verloren. Es bleiben die weißen Pluderhosen und die „fedrigen Reste“ (Dunen) auf dem Kopf.
Es gibt ein herrliches Buch: 42 Tage Nestlingszeit. In diesem Buch werden die Entwicklungsschritte dokumentiert. So kann man in etwa mitverfolgen, wie diese Falken gerade aussehen. Das Buch ist im Eigenverlag erschienen und wird vom NABU (AG Wanderfalkenschutz im Saarland) herausgegeben. Die Autorin heißt Marion Geib.

Wenn ich heute schon über das Leben der Vögel an der Erlache berichte, dann muss unbedingt auch erwähnt werden, dass wir eine Kamera in einem Vogelnistkasten installiert haben. Hier können wir schon all die Jahre seit unserem Bestehen, den Vögeln beim Nestbau…. zusehen. Wir sind sozusagen: Voyeure. Schaltet man die Kamera ein, dann kann man zurzeit nur noch das leere Nest der Kohlmeisen sehen. Sechs junge Kohlmeisen haben in den letzten Tagen das Nest verlassen. Hier haben wir sie einmal am Abend beobachtet, wie sie auf ihre Eltern warteten, die sie mit Maden versorgten. Zu späterer Stunde sagte uns der Blick auf den Bildschirm, wie sie sich so langsam zum Schlafen zurecht rückten. Ab und zu hob sich noch einmal ein Kopf. Es schien so gemütlich zu sein. Jetzt am Wochenende flog dann auch die letzte junge Kohlmeise aus. – Ich wünsche ihnen ein schönes Leben an der Erlache und nur nette Erlebnisse und keinen Feind, der sie stört oder auf den Speiseplan genommen hat.

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