Das Frühlingsfest, das schon fast ein Sommerfest war

Sonntagabend, halb neun Uhr. Ich spüre die Blasen an meinen Füßen. Ich hätte, wie Thomas, barfuß laufen sollen. Warm genug war es, fast wie im Sommer. Unser Frühlingsfest wäre glatt auch als Sommerfest durchgegangen. Mitarbeiter, die den ganzen Tag über in der Sonne an ihren Ständen verweilten, hatten bereits einen Sonnenbrand.
Die ganze Woche über hatte ich den Wetterbericht im Auge. Wird das Wetter halten? Wenn ja, dann können wir uns auf einen großen Besucheransturm einstellen. Irgendwie war ich sogar etwas angespannt. Schon im letzten Jahr hatten wir, ohne große Werbung, auch bei einem herrlich warmen Tag, circa 1ooo BesucherInnen zu Gast.
Jetzt, wo auch der Bergsträßer Anzeiger eine Woche lang mit neugierig machenden Zeilen für dieses Fest warb, wagte ich mir gar nicht auszumalen, was da auf uns zukommen könnte.
Wir waren vorbereitet, ich sage sogar, gut vorbereitet. Viele KooperationspartnerInnen hatten ihre Unterstützung zugesagt und sehr viele ReferentInnen kündigten mit interessanten Angeboten ebenfalls ihr Kommen an.
Meine Bedenken hatten einen Fokus: Schaffen wir es auch an diesem Tag, dass sich unsere BesucherInnen hier wohl fühlen? Dass sie die Ruhe dieses Ortes spüren können, dass Kinder bedenkenlos ihrer Wege gehen konnten? Ist es möglich, dass auch die Erwachsenen auf ihre Kosten kommen? In Ruhe essen, Seele baumeln lassen, mit den Kindern zusammen etwas gestalten oder sich an Büchertischen oder Infoständen sich zu informieren. – Ich wusste, es würde eine Gratwanderung sein.
Herr Karlein vom Bergsträßer Anzeiger, der für heute unser Kooperationspartner war, war genauso neugierig auf den Verlauf wie ich. Ich sah ihm zu, wie er von Stand zu Stand ging, wie er sich einen Eindruck verschaffte und mich fragte: Und was glauben Sie, werden die 1000 Leute kommen, mit denen Sie rechnen?
Sie kamen schneller als erwartet. Um die Mittagszeit war bereits etwas von der Ruhe vor dem Sturm zu erahnen.
Allzu viel habe ich in den folgenden Stunden nicht vom bunten Treiben mitbekommen. Ich war dort, wo ich gebraucht wurde  – vorwiegend im Service. Aber ich spürte auch, dass es gut war. Alle Kräfte wurden mobilisiert. Die Kaffeemaschine signalisierte ab 17.00 Uhr: Vorsicht! Übertreibt es nicht! Gleich streike ich! Nur durch gutes Zureden unseres Hausmeisters hat sie bis zum Schluss durchgehalten.
Als ich am späten Nachmittag mal eine Runde drehte, war ich sehr angenehm überrascht. Nirgendwo sonst war von der leichten Hektik im Bistrobereich etwas zu spüren. Überall sah ich zufriedene Kinder – beim Fliegerfalten, Bodentiere beobachten, Frösche kraulen, Filzen, Pflanzen, Klopfen, Matschen, Schafe steicheln…
Sie waren am Wasser, im Sand, beim Ballspielen, auf der Decke liegend, beim Pizza oder Crepes essen…
Und die Erwachsenen streckten ihre Köpfe der Sonne entgegen (wobei einer den Nachwuchs im Auge behielt), auch das Weizenbier schmeckte an diesem Frühlingstag genauso wie der Cappuccino oder die Apfelsaftschorle einfach besonders gut.
Am späten Nachmittag verabschiedete sich Herr Karlein, um im Pressehaus den Artikel für dieses Fest zu schreiben. Als ich heute Morgen die Zeitung aufschlug, freute ich mich über die schönen Bilder und den tollen Artikel.  Wenn Sie den Artikel auch lesen wollen, hier der Link. Auch die Bildergalerie zeigt einen schönen Ausschnitt auf.
http://www.morgenweb.de/region/bergstrasser-anzeiger/region-bergstrasse/fruhlingsfest-mit-einer-prise-iiiihhhh-faktor-1.516698
Heute Nachmittag entschloss ich mich, nach Feierabend das Frühlingsfest für mich nachzufeiern. Ich war schon einmal kurz draußen und bin Menschen begegnet, die ebenfalls diesen schönen Ort genießen wollten. Auch ein älteres Ehepaar war hier. Der Mann sagte: „Wir waren gestern mit unserem Enkel hier. Es war so schön. Aber heute wollten wir noch einmal die Ruhe allein genießen. Wir sind auch auf der Suche nach dem Wanderfalken“. Sie machten uns ein großes Kompliment für die ganze Organisation.
Für mich ist im Nachhinein wichtig, dass es uns gelungen ist, auch bei diesem Zuspruch, die Einzigartigkeit dieses Ortes zu erhalten.
Auch Landrat Wilkes war mit seiner Familie hier. Sein Töchterchen war in ihrem Element.  Das Wasser schien es ihr besonders angetan zu haben.

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