Was wissen wir über unsere Vögel?

Heute morgen las ich einen Artikel in der Zeitung über die Zugvögel, die zurzeit über Hessen fliegen.
Am Sonntag haben Gerhard und ich bei unserer Wanderung 190 Kraniche über unsere Köpfe hinwegfliegen sehen und hören können. Es war ein bisschen Gänsehautfeeling für mich. Noch nie hatte ich so ein eindrucksvolles Spektakel am Himmel gesehen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich von Gerhard, dass sich die Vogelschützer richtig Sorgen um diese Geschöpfe des Himmels machen. Warum? Weil gerade jetzt zur Zugzeit auch die Kraniche über die Weschnitzinsel fliegen und geflogen sind. Ein Naturschützer hat ihn informiert, dass er beobachtete, wie ein großer Zugschwarm von Kranichen auf der Weschnitzinsel Halt machte. Wie alle anderen Zugvögel haben sie einen langen Flug hinter sich, sind müde und wollen ruhen, rasten und dann mit neuer Kraft zu ihrem Sommerquartier an die Ostsee fliegen.
Und wenn diese Vögel dann von Hunden, die ohne Leine auf den Wegen in diesem sensiblen Gebiet aufgescheucht werden, dann ergreifen sie sofort die Flucht und fliegen weiter – geschwächt und hungrig. So erging es auf jeden Fall den Kranichen in Lorsch an der Weschnitzinsel, die aufgescheucht und weitergeflogen sind. Da kann man doch richtig wütend werden oder?
Ich war deshalb sehr froh, als ich heute morgen den Artikel in der Zeitung gelesen habe. Hoffentlich haben alle Hundehalter eine Zeitung und hoffentlich haben sie das nötige Gespür und übernehmen (ab jetzt) mehr Verantwortung. Wahrscheinlich sind sich viele Hundehalter der Tragweite gar nicht bewusst.
Wenn Sie den ganzen Artikel lesen wollen:
http://www.morgenweb.de/region/bergstrasser-anzeiger/lorsch/ruhestorung-mit-bosen-folgen-1.493767
Hier noch einmal die Bitte der Naturschützer:
„Naturschützer appellieren an alle Spaziergänger, Radfahrer Jogger, Hundeführer und sonstige Erholungssuchende, dass diese die Weschnitzinsel in der Zeit von März bis Juli vollständig meiden sollten. Schon ein einmaliges Aufstöbern eines Zwei- oder Vierbeiner-Junges führt oftmals zu dessen Tod, unter anderem deshalb, weil dieser von seinen Eltern dann nicht mehr angenommen wird“.
Wenn man schon nicht ganz auf den Spaziergang dort verzichten möchte, dann sollte man wenigstens mit  der größten Achtsamkeit diesen Weg gehen.
Ornikurs im NZB
An die fast 30 interessierten Vogelexperten, Vogelfreunden und Vogelbeobachtern, die sich gestern Abend im NZB trafen, um den Worten von Gerhard Eppler und Berend Koch zu lauschen, muss man diesen Appell mit Sicherheit nicht richten. Die beiden  Experten ihres Gebietes schafften es, die ZuhörerInnen für zwei Stunden in ihrem Bann zu nehmen.
Aufgebaut waren viele präparierte Tiere und andere Anschauungsobjekte. Sie ermöglichten es dem Betrachter, diese Tiere einmal aus der Nähe  und in Ruhe ansehen  zu können.
Die meisten Vögel hat Berend Koch präpariert. Er ist ein wahrer Könner seines Fachs und hat auch schon viele Auszeichnungen bekommen. Mit ihm habe ich gestern auch ein kleines Interview geführt. Das ist Stoff für einen weiteren Blogeintrag.
Auch werde ich über den ersten Teil der Ornikurses noch ausführlicher berichten. Mich haben besondere Aspekte ihres Vortrages fasziniert. Gestern erfuhren wir z.B. etwas über den Körperbau, über Fußformen, Schnabelformen… Wussten Sie, dass es weltweit ca 10 000 Vogelarten gibt? Oder wissen Sie, was eine Schreck- oder Simultanmauser ist? Nein, ich wusste es auch nicht, aber ich könnte versuchen, es ihnen zu erklären. Heute aber nicht mehr.

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