Willkommen 2018. Wir sind bereit.

Die Weihnachtsdeko ist endgültig verstaut. Wir freuen uns auf das, was uns das neue Jahr zu bieten hat.

Gestern begann offiziell unser Programm im Jahreskalender. Geplant war eine Exkursion zum Kühkopf, die der NABU Bensheim organisierte. Schon früh musste ich mir den Wecker stellen, aber ein Blick aus dem Fenster signalisierte mir, dass das heute mit dem Morgenspaziergang nichts wird. Es regnete in Strömen. Schade. Das wäre ein perfekter Auftakt gewesen.
Heute dann gleich der zweite Termin. Stephan Konzack, unser Permakulturdesigner kam am frühen Mittag angeradelt, um uns in die Praxis der Permakultur einzuweisen. Speziell ging es heute um den Rückschnitt von Sträuchern. Alle waren begeistert, auch von der Theorie. Man muss sich ja erst einmal orientieren. Wem das auch noch Spaß machen könnte, der informiere sich über unser Jahresprogramm.

Wenn ich schreibe, dass das Programm offiziell begann, dann gilt das aber nicht für das Programmangebot an sich. Es freuten sich schon 3 Geburtstagskinder, dass sie mit ihren Gästen hier feiern durften.

Am vergangenen Freitag trafen sich auch die Kinder aus der Gruppe Kinder stärken wieder. Die Kids waren so glücklich, dass es endlich wieder losging, obwohl sie auch den Jahresreigen  im Dezember als letzte Gruppe beendeten.
Ich fragte sie nach der Begrüßung einzeln in der Runde, wozu sie denn heute bei dem etwas regnerischem Wetter besonders Lust hätten. Die Antwort war einstimmig. Ich will  einfach raus!
Das hatten sie sich auch wirklich verdient. Die Begrüßungsrunde in der Gruppe war nicht einfach. Erich (alle Namen geändert) nutzte die Gelegenheit, um von seinem Frust aus der Schule zu erzählen. Sein Nachbar hätte ihn permanent auf den Oberarm geschlagen. Er war total sauer. „Das hat auch noch weh getan!“, so seine Anklage.
Ich bot ihm an,  diese Situation einmal in der Runde nachzuspielen.
Er war bereit dazu. Und die Anderen waren gespannt. So ein Rollenspiel hatten wir schon lange nicht mehr gemacht.
Lukas „durfte“ den Nerver spielen. Er hatte richtig Spaß, ihn zu provozieren. Erich reagierte verbal in einem netten Ton: „Hör doch auf. Lass mich in Ruhe.“ Er bemühte sich, konnte aber nicht wirklich sauer sein.  Alle Kids spürten, dass er damit wohl eher nichts erreichen würde.
Erich durfte sich in den Kreis zurücksetzen und andere nahmen seinen Platz ein.  Fanden sie die richtige Antwort, um den „Nerver“ in die Schranken zu weisen? Die Reaktionen der Kinder waren unterschiedlich. Von: „Ich sag´s gleich der Lehrerin“ über (lauter im Ton): „Hör jetzt endlich auf“, bis:“Du nervst“. Lukas ließ sich nicht beirren. Er hatte weiter seinen Spaß. Er nahm erst richtig Fahrt auf.
Dann kam Oskar. Er verblüffte uns alle. Er schaute ihn an und sagte: „Hast du noch was anderes auf der Platte?“. – Das war anders. Lukas war verunsichert. Der kleine Jakob wollte jetzt auch noch was probieren? Er nahm allen Mut zusammen. Er gab dem Nerver zur Antwort: „Kannst du mal den anderen Stift nehmen?“. Auch das irritierte Lukas.
An dieser Stelle unterbrach ich. Ich fragte Lukas, welche Antwort bei ihm eine starke Reaktion hervorrief. Keine Frage. Das waren die beiden Letztgenannten.
Und warum?, fragte ich ihn und alle anderen? „Ja, weil das eine so verwirrend und das andere richtig stark rüber kam“, so die Antworten.  Oskar sagte dann direkt zu Erich: „Du bist einfach zu nett zu ihm. Das merkt er. Ihm richtig die Meinung zu sagen, dass musst du üben.“
„Na“, sagte ich, „damit fangen wir heute schon mal an“. Erich musste wieder rauf auf den Stuhl und es fiel ihm nicht leicht, ernst zu bleiben, eine andere Körperhaltung einzunehmen, um dann den richtigen Ton zum passenden Gefühl rauszukriegen.  Aber! Er weiß jetzt, das man das lernen kann. Hier, zum Beispiel in der Gruppe, aber auch Zuhause oder mit Freunden.
„Zusammen sind wir stark“, das würde jetzt auch Aishu sagen. An sie mussten wir an diesem Nachmittag oft denken. Alle haben sie vermisst. Sie würde die Situation mit ihrem authentischen Lachen ändern und  somit die Stimmung retten.  Vielleicht so: „Hey,  willst du nicht lieber mein Freund sein?“

Während ich diese Zeilen schrieb, meldelte sich Aishu per Whatapp. Sie fragte mich, warum ich keinen Blog schreibe. Da war ich gerade gedanklich bei ihr angekommen. So steht fest: Es gibt sie, diese Gedankenübertragung. An dieser Stelle grüße ich dich Aishu noch einmal herzlich. Du fehlst uns allen.

Es wurde noch ein wunderbarer Nachmittag. Die Kinder hatten genügend Zeit ihren eigenen Interessen nachzugehen und Freundschaften zu pfelgen. Moritz unterstützte mich an diesem Nachmittag. Er hütete mit den Kindern das Feuer.
Gemeinsam saßen wir später im Werkraum und genossen Buttermilchwaffeln und Pfannkuchen mit frischem Obst. Zum Abschluss gab es natürlich auch noch das obligatorische Versteckspiel, welches nur in der dunklen Jahreszeit reizvoll ist. Sich der Dunkelheit anzuvertrauen, dazu gehört auch Mut, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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