Nachdenken – zur Ruhe kommen – Dankbar sein

Aishu und Conrad verließen gerade das Haus. Sie waren heute schwer am Schaffen. Der ganze Ausstellungsraum, die Werkstatt und die Bibliothek musste ausgeräumt werden.  Der Boden wird gereinigt und eingewachst. Das dauert. Ein Blick in die ungewohnte Leere war wohltuend. Ich holte sofort meine Kamera, weil ich diesen Anblick festhalten wollte.
Bei uns ist trotzdem immer etwas los, auch wenn die Buchungen für Kindergeburtstage oder sonstige Veranstaltungen sich in den Monaten November und Dezember in Grenzen halten. Letzte Woche gab es eine Tagesveranstaltung für ErzieherInnen, Kinder haben auch um diese Zeit Geburtstag, am Sonntag bauten wir mit Kindern einen Schneemann und spazierten zu den Wasserbüffeln, heute treffen sich zum letzten Mal die Erlachfüchse am Feuer.
Die Besucherfreie Zeit nutzten wir für den Einbau von Regalen. Zwei Tage lang musste Conrad von früh bis abends Rudi unserem Handwerker zur Hand gehen. Es hat sich gelohnt. Endlich Stauraum.
Ich zog mich, sooft es ging, in mein Büro zurück. Ich wäre am liebsten unsichtbar gewesen, um endlich in Ruhe mein neues Programm fertig stellen zu können. Manchmal nahm ich aber die Auszeit wahr, die sich mir bot. Martina, unsere Filzfee hatte sich für uns Zeit genommen, um mit uns diese kleine Tannenbäume zu filzen. Das waren zwei wunderschöne und entspannende Stunden, mit einem Ergebnis, welches mich sehr freute. Diese Bäumchen wollen wir verschenken an liebe Menschen, die uns das ganze Jahr über begleiten.

Die Zeit der Konzentration und des Dranbleibens lohnt sich aber.  Ich habe gute Kontakte mit ReferentInnen, ExpertInnen und UmweltbildnerInnen knüpfen und pflegen können, damit wir auch im nächsten Jahr  wieder ein vielfältiges Programm auflegen können. Es ist immer spannend, sich mit neuen und alten Themen auseinander zusetzen.  Wir haben zum Beispiel eine Veranstaltungsreihe zusammengestellt. Es geht um das große Thema: Landschaft. Ich liebe es, hier zu leben. Die Landschaft, das Klima, die Menschen hier an der Bergstraße tun mir gut. Ich habe  aber noch nie bewusst darüber nachgedacht, warum es mir hier so gut gefällt.  Suche ich die Weite des Rieds? Mag ich die Weinberge an der Bergstraße? Oder sind es die sanften Hügel des Odenwalds? Alles erinnert mich auch ein bisschen an meine Heimat in Franken.  Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Wo leben wir? Wie nehmen wir die Landschaft wahr? Eine Exkursion in die Weinberge bei Zwingenberg heißt: Nachdenken über Landschaft.
Außerdem will ich mehr Zeit (stimmt eigentlich gar nicht) für unseren Bauerngarten aufbringen. Wir haben einen Referenten im Team der Permakulturdesigner ist. Er sagt: wenn man sich am Anfang 80 Prozent der Zeit für die Bestandsaufnahme nimmt, dann kann man hinterher 50 Prozent der Zeit sparen, die man sonst im Garten mit gießen, hacken und Schnecken ablesen verbringen würde. Das interessiert uns und deshalb hatten wir Stephan gestern ganz genau zugehört, als er uns seine ersten Planungsgedanken mitteilte. Es wird ab Januar einmal in der Woche mindestens einen lehrreichen Aufenthalt im Garten mit ihm geben. Aber über all das erfahren Sie bald mehr im neuen Programm.
Ansonsten denke ich noch unheimlich gerne an unser schönes Lichterfest. All die vielen Vorbereitungen haben sich gelohnt. Es war so ein schönes Fest und die vielen, vielen BesucherInnen haben es auch so empfunden. Es herrschte eine wunderbare Stimmung. Drinnen wie draußen. Und langsam verwandelte sich das Zentrum wirklich in ein einziges Lichtermeer. Das wäre nicht möglich gewesen ohne die vielen HelferInnen. Welch eine schöne  Erinnerung.

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