Klimalotsen agieren weltweit

Klein aber fein war der Auftakt zur zweiten Runde der Klimalotsen. Anfänger trafen auf Fortgeschrittene. Genial. Alle wollen was dazu lernen und das, verbunden mit Spaß. Der war natürlich mit vorgesehen.
Beate hatte auf zwei großen Tischen Anschauungsmaterial zum Anfassen vorbereitet. Schon allein an diesen Tischen könnte man stundenlang verweilen, weil sie neugierig machen.
Ich freute mich, sie alle wiederzusehen. Auch die „Neuen“. die Reinschnupperer, waren keine Unbekannten mehr für uns.

Der Förster und Waldpädagoge, Ruis Eckhardt, kam ebenfalls zu dem Treffen. Er ist der unser Experte zum Thema: Wald und Klima. Ruis hatte etwas mitgebracht. Holz.  Jeder bekam es in die Hand mit der Aufforderung, es zu brechen. Das klang einfach. Schaffte aber keiner. Nicht einmal Erhard Renz.  Es musste also einen Trick geben. Der „Aha-Effekt“ blieb nicht aus.  „Ist doch logisch“, waren sich hinterher alle einig!
Er wurde aber auch wissenschaftlich in seinen Ausführungen. Er sprach über Folgen des Klimawandels, die wir selbst im Wald entdecken können. Die Wissenschaft der Phänologie setze sich nämlich mit jährlich wiederkehrenden Ereignissen in der Natur auseinander. So haben Forscher zum Beispiel festgestellt, dass die Blüte des Haselnussstrauches sich in wenigen Jahrzehnten um mehrere Wochen nach vorn verschoben hat.

Zwischenrein gab´s was zum „Spielen“. Beate stellte, sozusagen als Vorgeschmack auf das Spiel: „Siedler von Global“, eine Teamaufgabe.  Alle mussten gemeinsam einen Stab absetzen. Dabei durfte der Stab nicht umklammert werden und alle Finger mussten immer in Kontakt mit dem Stab, sein. Das war nicht so einfach, denn zunächst wanderte der Stab unter großer Verwunderung nach oben.

Dann übernahm Eva die Rolle der Expertin. Eva kennen schon alle.  Auch sie hatte sich als Referentin für den heutigen Infotag angekündigt und machte die Schüler neugierig auf ihr Thema: „Energie aus der Sonne“. Welche Kraftwerke gibt es, die aus erneuerbaren Energiequellen Strom erzeugen? Gemeinsam  überlegten sie, womit sie am 10. März experimentieren wollen. Sie einigten sich auf den Bau eines Aufwindkraftwerkes.

Im nächsten Beitrag stellte Erhard Renz  sein Projekt: Kiva  vor. Dank einer großzügigen Spende als Startkapital können die Klimalotsen  inzwischen Kleinkredite im Wert von 25 Dollar pro Projekt an bedürftige Menschen auf der ganzen Welt vergeben. Es entsteht auf dem Portal von Kiva ein wachsendes Team weiterer Spender, die Geld zur Verfügung stellen, damit die „Jungunternehmer“ frühzeitig lernen, sich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen, sich auszutauschen, zu vertrauen… Sinn ist ganz sicher nicht, als Gönner aufzutreten. Bisher konnten Kredite über 1700,-€ vergeben werden. Teilweise wurde schon begonnen, die Kredite zurückzuzahlen, so dass sie erneut vergeben werden können.
Sehr interessant war an dieser Stelle  die Frage: Was hat Kiva mit dem Klimawandel oder Klimaschutz zu tun?
Hier einige Antworten der Kids: „Wir helfen damit Familien, dass ihre Kinder zur Schule gehen können, vielleicht sogar studieren.“ „ Wir geben einen Kredit, damit Bauern eine kleine Solaranlage anschaffen können. So können ihre Kinder abends noch in ihren Schulbücher lernen, weil sie ja tagsüber  mithelfen müssen.“  „Wir können Bauern helfen, Maschinen zu kaufen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen“.   „ Wir unterstützen damit Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, ihren Lebensunterhalt im eigenen Land aufbringen zu können. Damit sie ihr Land nicht verlassen müssen.“
„Wir haben so viel Glück, dass wir in Deutschland geboren wurden. Anderen geht es nicht so gut. Wir können ihnen so etwas zurückgeben“. Ein Junge schilderte, dass er die Hälfte seines Geldes zur Kommunion für ein ähnliches Projekt spendete. „Ich konnte einfach nicht anders“.  Mir geht es so gut.
Ab Mai kommt für 10 Monate eine Inderin zu uns als BFDlerin. Sie wurde durch die Karl-Kübel-Stiftung (Weltwärts) über unsere Einrichtung informiert. Eine Mitarbeiterin war direkt vor Ort und stellte verschiedene Einsatzstellen vor. Aiswarya, so heißt die junge Frau, die sich noch nicht recht vorstellen kann, warum man ein Natur- und Umweltzentrum braucht. Aber sie war gleich neugierig geworden. Natürlich wird sie auch in der Gruppe der Klimalotsen mitmachen. Sie kann uns etwas über ihre Kultur, über das Bildungssystem und die Schönheit des Landes erzählen. Sicher erfahren wir auch etwas über die Vorzüge und etwas über die Sorgen ihres Landes. Wir werden genau zuhören  und können so gegenseitig voneinander lernen. Davon bin ich überzeugt.

 

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